"Gucci-Bande" macht Wuppertal unsicher

Symbolbild: Jugenlicher, von hinten aufgenommen, hält aufgeklapptes Messer in der Hand

"Gucci-Bande" macht Wuppertal unsicher

  • Mitglieder sind Kinder und Jugendliche
  • Justiz ist oft machtlos
  • Sozialarbeiter gehen auf Kinder und Jugendliche zu

Sachbeschädigung, Raub, Körperverletzung, Hausfriedensbruch: Die sogenannte Gucci-Bande macht Wuppertal seit Monaten unsicher. Seit Ende Mai ist sie durch eine brutale Prügelattacke wieder in den Schlagzeilen.

Im Stadtteil Heckinghausen sollen zwei 14-Jährige aus einer Gruppe heraus einen Rentner fast zu Tode geprügelt haben. Der 71-Jährige ist zwar außer Lebensgefahr, aber ist die meiste Zeit immer noch ohne Bewusstsein. Vermutlich werde er bleibende Schäden davon tragen, so die Staatsanwaltschaft am Donnerstag (06.06.2019) gegenüber dem WDR.

Sehr geringe Hemmschwelle für Straftaten

Der Bande gehören nach Angaben der Stadt Wuppertal bis zu 40 Kinder und Jugendliche an. Die Staatsanwaltschaft hatte nach eigenen Angaben mit 15 von ihnen zu tun. Genaue Zahlen seien schwer zu ermitteln: In der Bande gebe es ein Kommen und Gehen.

Meist treffen sich die Kinder und Jugendlichen in Zweier- oder Dreiergruppen. Die Hemmschwelle, straffällig zu werden, sei sehr gering, erklärte die Polizei.

Täter oft nicht strafmündig

Einzelne Mitglieder haben schon mehr als 100 Straftaten begangen. Die Staatsanwaltschaft versucht, konsequent gegen sie vorzugehen. Doch oft ist sie machtlos. Das Problem: Viele Bandenmitglieder sind jünger als 14 Jahre und damit laut deutschem Gesetz nicht strafmündig.

Bande ist Familienersatz

Auch das Jugendamt und die Diakonie versuchen zu helfen. Sozialarbeiter gehen gezielt auf die Kinder und Jugendlichen zu und bieten ihnen Unterstützung an. Ihre Erkenntnisse: Die Mitglieder kommen aus unterschiedlichen sozialen Verhältnissen – für viele ist die Bande eine Art Familienersatz. Aber nicht alle sind sogenannte Intensivtäter, sagt Bärbel Hoffmann von der Diakonie.

Sozialarbeiter erreichen nicht alle Problemfälle

Laut Diakonie nehmen die Kinder und Jugendlichen ihre Hilfsangebote gut an. Doch eines ist klar: Die Sozialarbeiter erreichen nicht alle Problemfälle. Neben den Jugendlichen selbst seien manche Eltern nicht zugänglich; andere seien selbst machtlos und verzweifelt darüber, was ihre Kinder anstellen.

Stand: 06.06.2019, 17:28