Tagebau Hambach: Diskussion um weitere Grundwasserabsenkung

Die Masten eines Braunkohlebaggers ragen über den Rand des Tagebaus Hambach hinaus. Im Hintergrund ist das Kraftwerk Neurath zu sehen.

Tagebau Hambach: Diskussion um weitere Grundwasserabsenkung

  • RWE-Antrag: Sümpfung des Tagebaus bis 2030
  • Einwände gegen Pläne bei Bezirksregierung möglich
  • Einige Naturschützer befürchten Folgen für Bäume
  • Geologischer Dienst sieht keine Beeinträchtigung

RWE hat bei der Bezirksregierung Arnsberg beantragt, bis 2030 das Grundwasser im Tagebau Hambach weiter abpumpen zu dürfen. Dadurch würde der Grundwasserspiegel weiter sinken. Bis Dienstag (23.07.2019) konnten die Antragsunterlagen in den vom Tagebau betroffenen Kommunen öffentlich eingesehen werden.

Erklärt wird in dem RWE-Antrag bei der Bezirksregierung unter anderem, dass das Abpumpen von Grundwasser notwendig sei, damit der Tagebau nicht voll Wasser läuft. Das wird bereits seit Jahrzehnten praktiziert. Inzwischen haben einzelne Naturschützer bei der Bezirksregierung Arnsberg Einwände gegen die RWE-Pläne eingereicht. Sie glauben, dass die sogenannte Sümpfung des Tagebaus den Hambacher Forst in seinem weiteren Bestand gefährdet.

Streit um Grundwassersenkung im Tagebau Hambach Lokalzeit aus Aachen 23.07.2019 03:19 Min. Verfügbar bis 23.07.2020 WDR Von Thomas Wenkert

BUND: Kein Zusammenhang

RWE Power weist die Kritik zurück und betont, es gebe keine Auswirkungen auf den Wald. Und auch der BUND – sonst ein scharfer Kritiker des Tagebauunternehmens – sieht zwischen dem Abpumpen von Grundwasser und der Wasserversorgung des Waldes keinen direkten Zusammenhang, ebenso der Geologische Dienst des Landes NRW. Der kommt in einer aktuellen Stellungnahme zu dem Schluss, dass die Grundwasserabsenkung den Baumbestand nicht gefährden würde.

Wurzeln erreichen Grundwasser nicht

Das Grundwasser in der Erft-Scholle, in der sich der Hambacher Forst befindet, sei aufgrund jahrzehntelanger Entwässerungen so stark abgesenkt, dass die Baumwurzeln das Grundwasser nicht erreichen könnten. Die Wasserversorgung der Bäume werde alleine durch die Niederschläge und deren Speicherung im Boden gewährleistet.

Auch das Institut für Hydrogeologie der RWTH Aachen bestätigt diese Erkenntnis. Schon vor dem Tagebau Hambach sei das Grundwasser immer niedriger gewesen als die tiefsten Wurzeln der Bäume.

Einwände bis 5. August möglich

Noch bis zum 05.08.2019 können Einwände gegen den Antrag von RWE Power bei der Bezirksregierung Arnsberg eingereicht werden. Die Stellungnahmen aller beteiligten Behörden sollen dann im September öffentlich gemacht werden. Und dann erfolgt auch die Entscheidung der Bezirksregierung.

Stand: 23.07.2019, 15:23