Grüner Wasserstoff für Busse und Bahnen

Menschen, die in einen Zug in Düren einsteigen

Grüner Wasserstoff für Busse und Bahnen

Von Helga Hermanns

Der Kreis Düren will bis 2035 klimaneutral werden. Diesem Ziel ist er jetzt mit der Zusage von Fördergeldern für grünen Wasserstoff ein großes Stück nähergekommen.

Im Brainergy-Park in Jülich, einem interkommunalen Gewerbegebiet, soll in etwa zwei Jahren in einer Hydrolyse-Anlage der erste Wasserstoff produziert werden. Für das Projekt hat der Kreis Düren große Industriepartner gewonnen, nämlich Siemens für die Wasserstoff-Herstellung und den Industriegase-Spezialist Messer für die Verteilung.

18.000 Solar-Module

Zur Umsetzung des Projekts soll in Kürze eine Gesellschaft gegründet werden. Einer der Partner ist das Euskirchener Unternehmen F&S Solar, das am Brainergy-Park in Jülich eine der größten Solaranlagen in NRW bauen will. Mehr als 18.000 Module sollen installiert werden. Sie liefern so viel Strom, dass sich die sehr energieintensive Produktion von Wasserstoff nach Aussage der Projektpartner tatsächlich rechnet.

Tankstellen für Busse und Bahnen

Sobald der erste Wasserstoff produziert wird, sollen Busse und Bahnen im Kreis Düren mit dem umweltfreundlichen Kraftstoff fahren. Betankt werden Busse und Bahnen zentral am Bahnhof in Düren, eine Tankstelle für Fahrzeuge soll es auch im Brainergy-Park geben. Die Kosten alleine für die Hydrolyse-Anlage werden auf etwa 20 Millionen Euro beziffert. Zu Beginn sollen etwa 800 Tonnen Wasserstoff produziert werden.

Ausbau Produktion auf das Zehnfache

Der Kreis Düren hat angekündigt, schon jetzt mit der Akquise privater Kunden zu beginnen. Industriebetriebe und Speditionen sollen überzeugt werden, auf Wasserstoff umzusteigen. Werden genügend Kunden gefunden, sollen sowohl der Solar-Park als auch die Wasserstoff-Produktionsanlage vergrößert werden. Möglich ist das Zehnfache der ersten Baustufe. Außerdem sollen sich Firmen und Forschungsgruppen im Brainergy-Park ansiedeln, die Produkte und Dienstleistungen rund um das Thema Wasserstoff entwickeln. So könnten in einigen Jahren auch neue Arbeitsplätze entstehen.

Stand: 18.02.2021, 17:03

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