Großeinsatz im Hambacher Forst - Aktivisten festgenommen

Räumung im Hambacher Forst mit Polizei

Großeinsatz im Hambacher Forst - Aktivisten festgenommen

  • RWE räumt im Hambacher Forst Barrikaden weg
  • Polizei nimmt fünf Aktivisten fest
  • Braunkohlegegner planen Mahnwache vor der Staatskanzlei

Zur Diskussion über die Räumungsaktion

Rund 200 RWE-Mitarbeiter haben am Mittwoch (05.09.2018) im Hambacher Forst Barrikaden weggeräumt. Es seien auch Gräben und Erdlöcher zugeschüttet und Müll entfernt worden, sagte ein RWE-Sprecher.

Im Laufe des Einsatzes waren insgesamt fünf Rodungsgegner von der Polizei festgenommen worden. Nach Polizeiangaben verlief der Einsatz weitgehend ohne Störungen. Eine angemeldete Demonstration am Hambacher Forst verlief am Mittwochabend friedlich.

Am Donnerstag (06.09.2018) werden die Aufräumarbeiten und der Polizeieinsatz im Hambacher Forst fortgesetzt. Zwischenfälle gab es nach Polizeiangaben bislang nicht. Währenddessen rufen Initiativen gegen den Braunkohleabbau und Umweltverbände zu einer gemeinsamen Mahnwache vor der Düsseldorfer Staatskanzlei am 13. September auf.

Das große Aufräumen im Hambacher Forst

Aufräumarbeiten von RWE-Mitarbeitern und einem Polizeigroßaufgebot im Hambacher Forst. Dabei ging es nicht zimperlich zu, die Lage eskalierte aber auch nicht.

Die Polizei stehen in einem Camp von Umweltaktivisten..

Wenige Wochen vor einer möglichen Rodung im Hambacher Forst hat der Energiekonzern RWE am Mittwoch (05.09.2018) damit begonnen, in dem Wald aufzuräumen. Eskortiert wird das Unternehmen dabei von einem Großaufgebot der Polizei.

Wenige Wochen vor einer möglichen Rodung im Hambacher Forst hat der Energiekonzern RWE am Mittwoch (05.09.2018) damit begonnen, in dem Wald aufzuräumen. Eskortiert wird das Unternehmen dabei von einem Großaufgebot der Polizei.

Ein Bagger räumt eine von Umweltschützern aus Ästen gebaute Barrikade aus dem Weg.

Mitarbeiter von RWE räumen mit schwerem Gerät eine Barrikade weg, die ein Camp der Umweltaktivisten schützen sollte.

Polizisten inspizieren ein Umweltschützer-Camp, in dem auf Bannern Parolen stehen wie "Kapitalismus abschaffen, Staaten überwinden, Anarchismus organisieren".

Vereinzelt kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Umweltschützern und Polizei. Hier wird ein Aktivist nach seiner Festnahme von Polizisten gefilmt. Insgesamt werden fünf Personen in Gewahrsam genommen.

Ein Umweltaktivist hängt vermummt in einem Baum. Die Braunkohlegegner glauben, dass die Aufräumaktion der Vorbereitung einer wahrscheinlichen Rodung des Hambacher Forsts dient.

Dieser Aktivist gibt den angereisten Journalisten-Teams vermummt ein Interview.

Dieser Umweltschützer seilt sich neben einem Transparent an einem Baum ab.

Polizisten durchsuchen ein Zelt im Hambacher Forst. Nach eigenen Angaben findet die Polizei bei der Aufräumaktion unter anderem einen mit Nägeln gespickten Autoreifen, Sprengstoff-Attrappen und mit brennbaren Flüssigkeiten gefüllte Flaschen. Zwei Beamte sollen leicht verletzt worden sein, als sie Aktivisten von Holzkonstruktionen herunterholten.

Per Umzugskartons entsorgen RWE-Mitarbeiter die Utensilien der Waldbesetzer.

Rodungsgegner festgenommen

Schon am Mittwoch wurden die Räumungsarbeiten von Hundertschaften der Aachener Polizei eskortiert. Laut Polizei waren die Beamten mit Pyrotechnik beschossen und von Holzplattformen mit Urin und Fäkalien bespritzt worden. Zudem seien Gegenstände zum Bau von Zwillen und Geschossen gefunden worden und ein mit Nägeln gespickter Autoreifen. Sechs Polizeifahrzeuge seien durch Metallkrampen und Krähenfüße beschädigt worden.

Die Polizei fand nach eigenen Angaben auch eine Bomben-Attrappe und ein nicht funktionsfähiges Katapult. Rodungsgegner, die in Baumhütten im Wald campen, forderten per Megafon den Abzug der Polizei. Eine Person hatte sich in einem knapp drei Meter tiefen Loch festgekettet. Zwei Beamte seien bei dem Einsatz leicht verletzt worden.

Räumung bis 1. Oktober

Ein Räumungsfahrzeug im Hambacher Forst

Zum 1. Oktober, wenn die Rodungen beginnen dürfen, soll der Wald geräumt sein. Der Aachener Polizeisprecher Paul Kemen sagte dem WDR: "Wir schützen diese Arbeiten als Polizei. Das ist unser Auftrag. Wir nehmen aber gleichzeitig die Gelegenheit wahr, nach der Gewalteskalation der letzten Tage alles sicherzustellen, was Polizeibeamten bei möglichen folgenden Einsätzen gefährlich werden kann - sprich: Molotowcocktails, Wurfgeschosse, Krähenfüße."

Brandsätze auf Polizisten geworfen

Jan Pütz vom Aktionsbündnis "Unterholz" kündigte an: "Sobald die Polizei NRW hier als Handlanger von RWE beginnen sollte, im Wald Bäume zu fällen oder Baumhäuser zu roden, werden wir mit Hunderten Menschen mit Aktionen zivilen Ungehorsams die Rodungen stören." Die Zahl der Rodungsgegner wird auf 60 bis 100 geschätzt. Etliche gehören der linksautonomen Szene an.

160 Hektar Wald will RWE bis März 2019 fällen. Das kann noch das Oberverwaltungsgericht Münster verhindern. Dort hat der "Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland" Klage eingereicht. Eine Entscheidung wird für Ende September erwartet.

Gegen die Abholzung gibt es seit Jahren Proteste. Umweltschützer fordern einen schnellen Ausstieg aus der schädlichen Braunkohle und zumindest ein Rodungsmoratorium, solange die bundesweite Kohlekommission tagt.

Braunkohlegegner bei einer Mahnwache am Hambacher Forst

Braunkohlegegner mit einer Mahnwache während der Räumungsaktion

Hier ist Platz für Ihre Meinung.

Stand: 06.09.2018, 07:34

Kommentare zum Thema

180 Kommentare

  • 180 Maren 06.09.2018, 20:58 Uhr

    Hallo Ralf, vielleicht findest du dann ja Arbeit im Umweltschutzsektor oder im Bereich der erneuerbaren Energien, Umbruch und Umdenken muss sein, sonst gibt es bald keine Wälder mehr, die du für RWE oder sonst wen in Deutschland abholzen kannst, dann hast du auch keine Arbeit mehr. Die Umweltaktivisten freuen sich bestimmt auch über Zulauf :-)

  • 179 Antonietta 06.09.2018, 17:47 Uhr

    gegen die Rodung des Hambacher Forst! für alternative Energien!

  • 178 Fabian 06.09.2018, 16:27 Uhr

    RWE sollte sich schämen Wälder nur für die doofe Braunkohle abzuholen wir alle sind auf das produzierte Sauerstoff von denn Bäumen angewiesen

  • 177 Alter Corse 06.09.2018, 15:19 Uhr

    Richtig! Weg mit den Bäumen. Mir ist im Winter sowieso noch zu kalt. Die Hauptsache,die von unserer Regierung protegierten Wirtschaftsmonopole bekommen den Hals voll. Aber bitte nicht jammern wegen der Klimaerwärmung und auch nicht wegen des steigenden Meerwasserspiegels. Eine Frage der Zeit, wann unseren Politikern das Wasser bis zum Halse steht und unsere Hauptstadt in den Ostseefluten versinkt. Aber - nach uns die Sinflut.

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    • ungerecht 06.09.2018, 22:40 Uhr

      schön wäre es, wenn die verantwortlichen die schuld treffen würde. aber, die wissen wohl sehr genau, daß ihnen das erspart bleibt. haben ja auch wohl den größten teil ihres lebens schon hinter sich und nehmen gerne alles mit, was man noch erbeuten kann. egoismus pur unter dem deckmantel des "uns wird es allen noch besser gehen". wer`s glaubt ? diesen kreaturen ist es egal, was nach ihnen passiert. anders kann ich das nicht deuten.

  • 176 Katrin Klembach 06.09.2018, 15:18 Uhr

    Der Bericht ist nicht richtig, wenn es heißt, es handle sich um Linksautonome, die die Rodung stoppen wollen. 15000Besucher des Hambacher Forstes allein mit dem Waldpädagogen Zobel, 70% der Menschen in NRW, die den Kohleausstieg wünschen, weil sie nicht länger Dörfer und Ackerland weg baggern wollen, zahllose Eigenheimbesitzer mit Setzrissen in ihren Häusern, und alle die wissen, dass wir mit RWE den größten CO2 Produzenten Europas haben, sind gegen diese Rodung. Das gebietet der gesunde Selbsterhaltungstrieb, das hat nichts mit linksautonom zu tun.

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    • Max Braesich 06.09.2018, 16:07 Uhr

      Aber linksautonom klingt besser, mit dem Label belegt läßt sich das verantwortungslose RWE Treiben besser als rechtmäßig verkaufen. Trau schau wem ...

  • 175 Steinhoefel 06.09.2018, 14:48 Uhr

    Wie weltfremd gegen die Gemeinschaft sind eigentlich die Waldbesetzer und deren Sympatisanten? Wie aufsässig gegen den Staat, der wir alle sind, durch freie Wahlen? Der Globus hängt zusammen, warum wird hier ein Stress erzeugt wegen 100 Fussballfeldern, die wieder renaturiert werden. Warum demonstrieren solche Unterholzmenschen nicht am Amazonas und anderen Stellen unserer Erde, wo wirklich Schlimmes der Natur angetan wird. Geht auf nach China, wo man aus Umweltschutzgründen weitere Atomkraftwerke baut,..wie übrigens auch in USA und nebenan in UK. Und massiv auf Braunkohle setzt. Ein paar Millionen und beste deutsche Braunkohlenkraftwerke in der Mongolei und China hülfen der Erde wirklich wesentlich. Denn Dreck macht nicht an Grenzen halt, weder in der Luft noch im Wasser. Leute die sich hier verhalten wie Staatsfeinde, könnten doch gut ihre Energie dort anbringen, wo Hilfe gebraucht wird,..nicht egoistisch auf einem Quadratkilometer, sondern als Erdfreunde mit Globalwirkung.

    Antworten (2)
    • Max Braesich 06.09.2018, 16:11 Uhr

      Dazu fällt mir nur eines ein - absurd !

    • ungerecht 06.09.2018, 23:07 Uhr

      das china viel dreck produziert hat bestimmt was damit zu tun, daß die anderen länder halt billig einkaufen wollen. da werden wohl gute und damit teuere kraftwerke ein hinderniss. wenn man im amazonas demonstriert, kann man dabei schon mal verschollen gehen und china hat auch schöne gefängnisse. wundert mich auch, daß dort keiner hin will, um zu protestieren. was soll da schon denen passieren ? im übrigen demonstrieren leute aus aller welt bei weltgipfel-treffen. sind halt nur nicht 100 % der weltbevölkerung.

  • 174 Monika J aus Solingen 06.09.2018, 14:37 Uhr

    An den WDR u die D u H der Regierung der BRD, ich erwarte von Ihnen, bezüglich der Absichten der RWE, den Hambacher Forst zu roden und die Braunkohle darunter zu CO2 umzuwandeln, vernünftiges Verhalten im Sinne einer aktiven Politik für den Klimaschutz, sprich: Aktiven öffentlichen Einsatz gegen den diesbezüglichen weiteren Braunkohle-Tagebau und die Verstromung von Braunkohle. Nach meiner Vorstellung kann kein vernünftiger Mensch wollen, was dort von RWE beabsichtigt ist. Es ist mir völlig unverständlich, dass die Politiker keinerlei Stellung beziehen. Und wenn es um die Arbeitsplätze geht? Ich denke, wenn wir die Sanierung von Ostdeutschland, Zocker-Banken, Griechenland, und was weiß ich alles bezahlen können, sollten ein paar beschäftigungslos werdende Braunkohle-RWE-Mitarbeiter auch noch mit durchgezogen werden können. Sie können gerne das gesamte, von Frau von der Leien angestrebte Budget für Militärausgaben von jährlich etwa 60 Milliarden Euro hierfür verwenden. Monika J aus S

  • 173 Jochen 06.09.2018, 13:40 Uhr

    Unglaublich was sich da wieder ereignet. Hauptsache es kann ordentlich Geld verdient werden, die Folgen müssen dann wieder die Natur und Mittellosen ertragen. Und die Leute die daran verdienen haben sicher eine schöne Bleibe im Schönen. Kapitalismus pur. Heuchelei in der Politik.

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    • Matthias 06.09.2018, 15:22 Uhr

      Allen voran die Heuchelei der Grünen. Die rot-grüne Landesregierung hat den Hambacher Tagebau noch vor 2 Jahren bestätigt, und jetzt kommt kommt Parteichef Hofreiter und wird Baumpate. Das braucht doch niemand. Respekt vor den Leuten die gewaltfrei(!) den Wald schützen. Sie können aber der Politik nicht dabei helfen die Energieversorgung in diesem Land zu organisieren, und eine Perspektive zu entwickeln welcher Mix aus immer nur entweder sauberen oder sicher verfügbaren oder günstigen Energieträgern in den nächsten Jahren genutzt werden soll.

  • 172 Karl Anders 06.09.2018, 12:52 Uhr

    Ich empfinde es als totale Frechheit - und typischer Auswuchs unser geldgeilen Gesellschaft - dass RWE hier auf so viele Arten und Weisen gegen das soziale Miteinander verstößt. Die Polizei sollte nicht RWE vor Forderungen aus der Gesellschaft schützen, sondern uns alle gegen Forderungen von RWE (und den anderen Raubbauern). Was ich meine ist: -Braunkohle ist nicht rentabel, wenn es nicht durch steuergeldlich finanzierte Privilegien unterstützt würde (siehe https://rp-online.de/wirtschaft/rwe-und-vattenfall-braunkohle-kostet-15-milliarden_aid-19710147) - Die Räumung des Forstes wäre nicht möglich, wenn nicht durch Steuergelder die Polizei bezahlt würde - Die Schaffung von Tatsachen, bevor alle Gerichtsentscheidungen abgewartet wurden ist anti-demokratisch - Die Rodung von Waldfläche ist - in Zeiten des Klimawandels - asozial und frei von jedem Verantwortungsbewusstsein

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    • Max Braesich 06.09.2018, 15:56 Uhr

      Danke, mir aus dem Herzen gesprochen !

  • 171 Ohada 06.09.2018, 12:44 Uhr

    Hallo. Man kann ja klein anfangen, aber jeden Tag werden viele Quadratkilometer Wald Jungle abgeholzt, damit man Möbel kaufen kann die modern sind. Gleichzeitig wird der Rohstoff Erdöl verbraucht als gelbe als einen ersatztank. Wenn das verbraucht ist dann gibt es nichts mehr wo Kunststoff wenn verarbeitet ist, kein Smartphone kein TV kein E-Auto und so weiter. Jedoch was interessiert es die Masse Mensch, wer die Mittel hat nimmt jeden Unsinn auf unverantwortliche Weise war. Kreuzfahrt Reisen Flugreisen übergroße KFZ usw. Tausende Quadratkilometer werden jeden Tag Boden verdichtet, bebaut, dies speichert alles Wärme und reflektiert es wieder in die Atmosphäre. Also worüber reden wir hier die Kugel rollt und keiner kann sie stoppen Punkt nur jeder einzelne für sich hat die Freiheit vernünftige verantwortliche Dinge zu tun, also tue es schau auf niemand sondern sei praktisches Vorbild. Viel Erfolg und wo happy day...

  • 170 Chief Joseph 06.09.2018, 12:25 Uhr

    Das Aktionsbündnis UNTERHOLZ ebenso wie ENDE GELÄNDE haben sich der Gewaltfreiheit verpflichtet https://www.ende-gelaende.org/de/aktionskonsens/ Die "Zahl der Rodungsgegner" ist mit weit mehr als "60 bis 100" zu schätzen. Alleine heute kamen zu einer kurzfristig geplanten Demonstration 500-700 Menschen : Junge, Alte, ganze Familien, von nah und weiter weg, bunt und vielfältig. Das ist nur die Spitze des Eisberges. Geschätzt 8 von 10 Menschen, mit denen ich an beliebigen Orten spreche, sind gegen weitere Rodungen, gegen weiteres Schleifen von Kirchen und Dörfern sowie für ein schnelles Ende der Kohleverstromung und für Klimaschutz. Ach, Sie meinten die Wald- und Wiesenbewohner? Auch das sind in 6 Jahren mehrere Hundert gewesen. Es herrscht Kommen und Gehen. Einige bleiben Tage, manche Jahre. Die allermeisten sind friedliche, verantwortungsvolle Menschen. Wie überall gibt es gewalttätige Typen. Hier schaden sie der Sache durch Provokationen. Woanders schlagen sie Frauen und Kinder ...

  • 169 Ursula Wolf 06.09.2018, 11:58 Uhr

    Es ist ein Skandal, dass immer noch Braunkohle abgebaut werden soll. Seit Jahren schon erklärt die Bundesregierung , dass Deutschland keine Braunkohle mehr fördern will. Alles gelogen?? Oder hat der NRW -Ministerpräsident Geld bekommen, damit es weiter gemacht wird? Inzwischen ist in Deutschland doch alles möglich, leider.

  • 168 Sybille N. 06.09.2018, 11:54 Uhr

    Der Kampf für den Erhalt des Hambacher Forst, steht sinnbildlich auch für den Kampf gegen die Sinnlosigkeit des Kohleabbaus und dem Festhalten an alten Entscheidungen, die schon lange überholt sind. Die Begründung des RWE, dass die Abholzung vor 40 Jahren erlaubt wurde und deshalb rechtens ist, macht mich wirklich wütend. In den letzten 40 Jahren hat sich so vieles geändert. Damals dachten auch die Menschen, sie müssten alles hinnehmen, wenn der RWE ihnen ihre Heimat nahm und sie vertrieben. Natürlich bekam die Einwohner der alten Ortschaften Geld, aber kann man damit ein Heim mit seiner Familiengeschichte ersetzen? Man sagt einen alten Baum verpflanzt man nicht. Ich würde gerne einmal wissen, wie viele alte Leute nach dem Verlust Ihres geliebten Heims in einer künstlich erschaffen Ortschaft ihre Lebenslust verloren haben. Ja, auch mich hat vor über 25 Jahren der Tagebau fasziniert, aber dann wird man älter und sieht nicht nur das technische, sondern die Dramen hinter dem Ganzen...

  • 167 Holger 06.09.2018, 11:50 Uhr

    Liebes WDR Team...Hört ihr eure Radioberichte Korrektur, bevor ihr sie sendet? Da kam heute Morgen ein Bericht über das gestrige Geschehen im Hambacher Forst auf WDR2. Da wurde darüber berichtet, das doch alles friedlich verlaufen wäre und die Polizei nicht angegriffen worden wäre und keine Straftaten stattgefunden hätten... Die Polizeibeamten seien ja nur mit Fäkalien beworfen worden.... Kein Angriff, keine Straftat? Der Reporter sollte mal sein Rechtsempfinden überdenken.....

    Antworten (2)
    • Max Braesich 06.09.2018, 12:37 Uhr

      Und wenn Du Schaum vorm Mund hast - DU wirst mit Deinen dürftigen Argumentationsversuchen diese Protestbewegung nicht kriminalisieren. Ganz im Gegenteil - dank Leuten wie Dir solidarisiert sich der Protest umso mehr :)

    • Antje m. 07.09.2018, 11:14 Uhr

      Stimme dir zu

  • 166 Globalplayer 06.09.2018, 11:47 Uhr

    Wieso die Bäume fällen, warum nicht wie in Brasilien einfach per Brandrodung, dann muss auch nicht von der Polizei geräumt werden. Wenn man nun liest, es wurden fast 400 m3 Müll aus dem Forst geholt, wie kann man da noch von Umweltaktivisten sprechen. Es sind kriminelle die anderer Eigentum besetzen.

    Antworten (1)
    • Max Braesich 06.09.2018, 12:41 Uhr

      Schwachfug - warst Du vor Ort ??? Ich schon, ich muß daher keine "Wahrheiten" verbreiten die auf Hörensagen beruhen.

  • 165 Deutscher 06.09.2018, 11:46 Uhr

    Der Wald steht im Eigentum von RWE, die Rohdung ist genehmigt. Sich wie "Opfer" darzustellen ist äußerst feige. Die Besetzer sind nichts als Kriminelle. Räumen, Verurteilen, Abholzen.

    Antworten (1)
    • Max Braesich 06.09.2018, 12:34 Uhr

      Das "sich als Opfer darstellen" kenne ich aber aus einer ganz anderen Ecke ! Und die ist wirklich feige - möglicherweise sogar kriminell. Für die überwiegend friedlichen Aktivisten und Demonstranten trifft das ganz sicher nicht zu. Aber wem schreibe ich das :) :) :)

  • 164 Sybille N. 06.09.2018, 11:38 Uhr

    Gewalt ist nie eine Lösung, auch nicht für ein solches Projekt wie der Hambacher Forst. Aber nicht alle Aktivisten vor Ort sind auch gleichzeitig gewaltbereit. Aber nur darüber wurde in den 1/2 stündigen Nachrichten berichtet, warum? Von den vielen Hunderten Bürgern (Erwachsene/Jugendliche/Kinder) die friedlich demonstrieren, wurde zwar eine toller Bericht in Moma gesendet, aber warum ist dies nicht auch ein kleiner Nebensatz in den Nachrichten wert. So sehen die Menschen die nicht vor Ort sind und diese riesige Wunde in der Natur kennen, nur das negative, schlechte und brutale. Dadurch schadet man dem friedlichen Protest rund um die mittlerweile sinnlose Zerstörung von Natur, sozialem Gefüge von alten Ortschaften sowie denkmalgeschützten Gebäuden. Schauen Sie sich die Wunde an, die hier gerissen worden ist und machen Sie sich ein eigenes Bild... https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/morgenmagazin/videos/moma-reporter-eskalation-im-hambacher-forst-100.html

    Antworten (1)
    • Tina 06.09.2018, 17:48 Uhr

      Den Bericht von Moma habe ich auch gesehen. Endlich mal nicht nur Bilder von "Chaoten", sondern auch von den vielen friedlichen Demonstranten. Mit den Bildern von der Polizeigewalt wird nur ein kleines Stück gezeigt, was dahinter steht ist viel größer. Aber genau solche brutalen Bilder, die die aktiven Protestler stigmatisieren, wollen RWE und Herr Reul und Herr Laschet um ihren Einsatz zu rechtfertigen. Lieber WDR, zeigt doch auch mal andere Eindrücke! Hier geht es um eine große Bewegung die schon Symbolcharakter hat, nicht um Bilder wie von G20! Das darf nicht wieder passieren, dass wie bei G20 die friedlichen Demos dahinter vergessen werden und nur noch der Eindruck blanker Gewalt bleibt, denn das ist es nicht!

  • 163 Mona 06.09.2018, 10:40 Uhr

    Ich bin dafür die Aktivisten mit dem Umwelt Nobel Preis zu ehren. Es gibt eben Menschen die sich kümmern, und andere die nur konsumieren. Was ist, wenn es nichts mehr zu konsumieren gibt? Den Ausdruck linke Spinner soll denen, die das sagen, im Halse stecken bleiben. Bitte mehr Menschen mit Verantwortungsgefühl für unsere Umwelt, die Politiker sind mit RWE auf einer Welle und Befürworter Abholzung des Hambacher Waldes. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Ich bkn entsetzt.

  • 162 Chief Joseph 06.09.2018, 10:21 Uhr

    Das Aktionsbündnis UNTERHOLZ ebenso wie ENDE GELÄNDE haben sich der Gewaltfreiheit verpflichtet https://www.ende-gelaende.org/de/aktionskonsens/ Die "Zahl der Rodungsgegner" ist mit weit mehr als "60 bis 100" zu schätzen. Alleine heute kamen zu einer kurzfristig geplanten Demonstration 500-700 Menschen : Junge, Alte, ganze Familien, von nah und weiter weg, bunt und vielfältig. Das ist nur die Spitze des Eisberges. Geschätzt 8 von 10 Menschen, mit denen ich an beliebigen Orten spreche, sind gegen weitere Rodungen, gegen weiteres Schleifen von Kirchen und Dörfern sowie für ein schnelles Ende der Kohleverstromung und für Klimaschutz. Ach, Sie meinten die Wald- und Wiesenbewohner? Auch das sind in 6 Jahren mehrere Hundert gewesen. Es herrscht Kommen und Gehen. Einige bleiben Tage, manche Jahre. Die allermeisten sind friedliche, verantwortungsvolle Menschen. Wie überall gibt es gewalttätige Typen. Hier schaden sie der Sache durch Provokationen. Woanders schlagen sie Frauen und Kinder ...

  • 161 Udo 06.09.2018, 09:57 Uhr

    Ich halte das festhalten an der Kohleverstromung für eine Fehlentwicklung in der Energiepolitik. Hochmoderne Gaskraftwerke sollten die Lücke füllen wenn Sonne und Wind nicht ausreichend vorhanden sind. Auch wird es immer günstiger Strom zu speichern. Gaskraftwerke stoßen auch weniger klimaschädliches Kohlendioxid aus als Kohlekraftwerke. Mein Dank gilt weiterhin den friedlichen Aktivisten. Ob die Entscheidung wirklich OK war den Hambacher Forst weiter abzuholzen ? Spätestens seit der Dieselaffäre habe ich das Gefühl, dass nicht mehr das gesunde Rechtsempfinden der Bevölkerung, also Hardware-Nachrüstung oder Kaufpreis zurück, durchdringt.

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    • Barbara 06.09.2018, 10:24 Uhr

      Es haben leider noch nicht alle Menschen gelernt was eigentlich Wälder und Bäume für die Erde bedeuten und somit für unser Klima. Leider wird das noch eine Weile dauern. Umso mehr freue ich mich das es gegen die Rodung Proteste und Widerstand gibt. Ich stehe auf jeden Fall auf der Seite des Waldes und damit unserem Klima.

  • 160 Baumbart 06.09.2018, 09:21 Uhr

    Der Umstand, dass man wahnsinnige Sachen machen kann, wenn es um Geld von Investoren geht und noch wahnsinnigere, wenn man Politikern verspricht, ihnen für gefälliges Handeln anschließend ein gut bezahltes Pöstchen zuzuschanzen, könnte nachdenklich machen. Frau Kraft (ehem. Ministerpräsidentin NRW (SPD)) saß unmittelbar nach Amtsverlust plötzlich im Aufsichtsrat der Steinkohlestiftung. Und da sitzt sie jetzt noch. Gegen diese Korruption sind Waldbesetzer blasse Laien.

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    • Udo 06.09.2018, 10:11 Uhr

      Danke für die Info und den guten Kommentar.