Große Resonanz auf Corona-Studie im Kreis Heinsberg

Ortsschild von Gangelt

Große Resonanz auf Corona-Studie im Kreis Heinsberg

  • Viele Gangelter beteiligen sich
  • Kappensitzung steht im Fokus
  • Auch die Bierglas-Frage wird geklärt

In Gangelt im Kreis Heinsberg findet gerade eines der wichtigsten Forschungsprojekte zu Corona statt: Hendrik Streeck, Chef-Virologe des Universitätsklinikums Bonn, hat hier eine der bundesweit größten Corona-Studien gestartet. Dabei sollen rund 1.000 Menschen und 300 Haushalte untersucht werden. Von ihnen haben inzwischen 85 Prozent ihre Teilnahme zugesagt.

Die großen Fragen der Studie benannte Streeck am Dienstag (7.4.2020) in einer Pressekonferenz: Wie gefährlich ist das neue Virus? Wie verhält es sich und wie hoch ist die Dunkelziffer bei den Infektionen? Weiterer Anspruch an die Studie: Sie soll in kürzester Zeit Ergebnisse liefern. Dazu hält sich Streeck immer wieder selbst vor Ort auf. Er sagte, die Gangelter würden ihn freudig empfangen.

Auch Kappensitzung im Fokus

In einem zweiten Teil der Studie soll besonders die Kappensitzung im Februar unter die Lupe genommen werden, bei der sich offenbar viele Menschen infiziert haben. Wie hat sich das Virus dort verbreitet? Alle, die auf der Karnevalsveranstaltung waren, werden unter anderem dazu befragt, neben wem sie gesessen und was sie gemacht haben. Immer wieder wurden in den vergangenen Vermutungen Stimmen laut, die Viren hätten sich über gebrauchte Biergläser verbreitet. Streeck sagte am Dienstag, auch dieser Behauptung werde man nachgehen.

Die Kappensitzung soll genau rekonstruiert werden, um daraus Schlüsse für weitere Veranstaltungen in ganz Deutschland zu ziehen. Im Kreis Heinsberg sollen auch die Haushalte von Infizierten überprüft werden. Deshalb wurden Familienangehörige gebeten, nicht zu putzen oder zu desinfizieren, bevor die Wissenschaftler Proben zum Beispiel von Türklinken genommen haben.

Streeck sagt Facebook-Videokonferenz ab

Die Facebook-Videokonferenz wurde weger aktueller Forschung abgesagt. Streeck hat sich dafür intensiv entschuldigt.

Videokonferenz mit Virologe Prof. Hendrik Streeck 01:55 Min. Verfügbar bis 07.04.2021

Stand: 07.04.2020, 17:36