Neues Verkehrsschild soll Radfahren in Grevenbroich sicherer machen

Ein Fahrradfahrer steht neben einem Auto

Neues Verkehrsschild soll Radfahren in Grevenbroich sicherer machen

Um eine enge Straße sicherer zu machen, wollen die Grünen Autos das Überholen von Radfahrern verbieten. Das dazugehörige Verkehrszeichen ist bisher jedoch kaum bekannt.

Fast jeder Radfahrer kennt die Situation, in der sich ein Auto ohne den nötigen Mindestabstand von 1,5 Metern an ihm vorbeiquetscht und ihn beiseite drängt. Auf der östlichen Bahnstraße in Grevenbroich erleben Radler immer wieder solche gefährlichen Überholmanöver. Die Fahrbahn ist dort insgesamt nur fünf Meter breit – einen Radweg gibt es nicht.

Grünen-Fraktion stellt Antrag für Überholverbot

Die Grünen-Fraktion will an dem Verkehrsproblem nun etwas ändern: Sie fordert, dass auf einem 120 Meter langen Teil der Bahnstraße ein Überholverbot von einspurigen Fahrzeugen für mehrspurige Fahrzeuge eingerichtet wird. Das heißt, dass Autos dort zukünftig hinter Radfahrern bleiben müssen.

Neben der Gefährdung der Radfahrer begründet die Fraktion das Verbot damit, dass das Überholen den Autofahrern an dieser Stelle keinen Vorteil bringe, da dort ohnehin eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 20 km/h besteht. Überholen ist deshalb praktisch unmöglich – auch weil der Mindestabstand gar nicht eingehalten werden kann.

"Das versteht ja keiner"

Das Verkehrszeichen, das zum Einsatz kommen soll, kennt allerdings bislang kaum jemand: Es nennt sich "Verbot des Überholens von einspurigen Fahrzeugen für mehrspurige Kraftfahrzeuge und Krafträder mit Beiwagen" und wurde erst mit der Novelle der Straßenverkehrsordnung 2020 eingeführt.

Das neue Verkehrsschild ähnelt dem regulären Überholverbot-Schild: Auf der linken Seite ist ein Auto in Rot zu sehen, dass ein Fahrrad und ein Motorrad in schwarz überholt. Das Zeichen gibt Kommunen die Möglichkeit, an Engstellen das Überholen von Rad- oder Motorradfahrern zu verbieten.

Ein WDR-Reporter hat sich am Freitag bei den Grevenbroichern umgehört, ob sie das Verkehrsschild und seine Bedeutung kennen. Die meisten hatten das Schild jedoch noch nie zuvor gesehen. "Wenn ich es nicht verstehe, wer soll es dann verstehen?" und "Das hat ja noch nie einer gesehen, das versteht ja keiner" sind nur einige der Antworten. Für andere sieht das Schild so aus, als dürften Autos nicht durch die Straße fahren, Mofa- und Fahrradfahrer aber schon.

Ziel: Gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer

Dass das Schild bislang eher unbekannt ist, könnte daran liegen, dass es in NRW erst in wenigen Städten Verwendung findet, beispielsweise in Hamm und Bergisch Gladbach.

In Grevenbroich sollen zusätzlich auch noch Piktogramme auf der Fahrbahn auf das Überholverbot hinweisen und dafür sorgen, dass dieses eingehalten wird. Dadurch sollen die Radler den Grünen zufolge dazu ermuntert werden, den ihnen zugeschriebenen Raum auf der Fahrbahn zu nutzen. Durch die aufgestellten Verkehrszeichen würde es nun möglich werden, überholende Autofahrer zu sanktionieren. Außerdem soll deutlich gemacht werden, dass Auto- und Radfahrer gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer sind.

Stand: 14.05.2021, 17:36