Bundesgesundheitsministerium: Weiter kostenlose Schnelltests für Grenzgänger

Schild mit der Aufschrift "Bondsrepubliek Duitsland"

Bundesgesundheitsministerium: Weiter kostenlose Schnelltests für Grenzgänger

Grenzgänger können sich nun doch auf deutscher Seite kostenlos auf Corona testen lassen. Das geht aus einem Schreiben der Pressestelle des NRW-Gesundheitsministeriums am Freitagabend an den WDR hervor.

Darin beruft sich das Land auf das Bundesgesundheitsministerium. Das habe in dieser Woche mitgeteilt: "Die Bürgertestung ist an keinerlei Voraussetzung geknüpft, also auch unabhängig vom Wohnsitz in Deutschland, (.) gilt aber explizit nur für asymptomatische Personen."

Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium habe die Information des Bundesgesundheitsministeriums am Donnerstag auch an die betroffenen Kreise weitergeleitet. Es handele sich ausdrücklich nicht um eine Entscheidung des Landes - auch wenn aus Sicht der Landesregierung jeder Schnelltest einer Person, die sich im Land aufhält, zu begrüßen sei.

Verordnung hatte für Empörung gesorgt

Für Empörung bei vielen Pendlern hatte eine Mitteilung des Landes NRW vom Mittwoch gesorgt. Darin wurde auf eine gültige Verordnung verwiesen, dass Menschen, die zwar in Deutschland versichert sind, aber in den Niederlanden oder Belgien leben, keinen Anspruch auf einen kostenlosen Schnelltest haben. Bis dahin hatten die Testzentren in der Städteregion die Grenzgänger kostenlos getestet.

Testunternehmen will Kosten erstatten

Die Test-Firma RapidCare aus Aachen hat unterdessen bereits bekanntgegeben, dass sie den Menschen, die für ihre Tests bezahlen mussten, die entstandenen Kosten zurückerstatten will. Betroffene sollten sich bei dem Unternehmen melden und das Geld werde zügig zurückerstattet.

Wer regelmäßig wegen der Arbeit oder um nahe Angehörige zu pflegen, über die Grenze fährt, hätte tief in die Tasche greifen müssen. Denn im Schnitt kostet ein derartiger Schnelltest um die 25 Euro, der ist dann für Pendler an der Grenze 72 Stunden lang gültig. In den Niederlanden kosten Tests sogar rund 60 Euro.

Beschwerden an Ministerpräsident Laschet

Eine Gruppe von Deutschen in Vaals hatte sich wegen der neuen Regelung bei Ministerpräsident Laschet beschwert. Auch Aachens Städteregionsrat Tim Grüttemeier kritisierte die neue Regelung: Wenn man die Grenzen offen halten und gleichzeitig verhindern wolle, dass die Infektionen grenzüberschreitend ansteigen, seien "Schnelltests beim Grenzübertritt ein sinnvolles Mittel". Kostenpflichtige Tests seien aber für viele Menschen nicht finanzierbar.

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Dasselbe forderten die Parteien im Städteregionstag - von CDU bis Linkspartei - in einem offenen Brief an Laschet. Am Donnerstagabend dann die Mitteilung aus dem Bundesgesundheitsministerium: Die Schnelltests für Deutsche, die in den Niederlanden wohnen, bleiben kostenlos.

Stand: 16.04.2021, 14:46