Greensill-Pleite: Kommunen hoffen auf Teilrückzahlungen

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Greensill-Pleite: Kommunen hoffen auf Teilrückzahlungen

Die von der insolventen Greensill-Bank betroffenen deutschen Kommunen können sich Hoffnungen auf eine Teilrückzahlung machen. Das ist das Ergebnis einer Gläubigerversammlung.

Der Insolvenzverwalter habe am Dienstag in seinem Bericht das Ziel formuliert, innerhalb der ersten fünf Jahre zwei Milliarden Euro als Insolvenzmasse zurückzuerlangen, so Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann nach der Versammlung in Bremen. Eine Milliarde Euro würde in diesem Szenario vorrangig an den gesetzlichen Entschädigungsfonds gehen, die zweite aber an den freiwilligen Fonds sowie die ungesicherten Gläubiger.

So könnten geschädigte Kommunen und damit auch Monheim hoffen, in den ersten fünf Jahren ein Viertel der Forderungen zurückzuerlangen, so Zimmermann. Die Stadt hatte bei der in Bremen ansässigen Bank Greensill 38 Millionen Euro angelegt.

Auch Emmerich am Rhein und Köln betroffen

Bundesweit sollen 50 Städte und Kommunen betroffen sein. In NRW sind neben Monheim auch Emmerich am Rhein und Köln von der Greensill-Insolvenz betroffen. Emmerich am Rhein hatte nach eigenen Angaben rund sechs Millionen Euro bei der Privatbank angelegt. Die Stadt hatte sich in einer Pressemitteilung dafür gerechtfertigt: Die Bank hätte bis zur Pleite "ein besseres Rating als andere renommierte deutsche Bankhäuser. Deshalb wurde es unserer Kämmerei auch als eine sichere Möglichkeit der Geldanlage angeboten“, so der Emmericher Bürgermeister Hinze.

Die Bühnen der Stadt Köln hatten 15 Millionen Euro bei Greensill angelegt. Nach Angaben der Stadt Köln gebe es aber keine anderen städtischen Unternehmen, die eine Geldanlage bei der Bank hatten.

Kommunen hatten gemeinsam Geld zurückgefordert

Mehrere Kommunen hatten sich zusammengetan, um ihr angelegtes Geld zurückzubekommen. Die Stadt Monheim und 25 weitere Kommunen haben sich auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt. Die Stadtspitzen würden nun eine Kanzlei beauftragen, ihre Rechte zu vertreten, sagte Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann dem WDR.

Wir glauben einfach, dass 26 Kommunen mit in Summe 250 Millionen Euro Einlagen bei Greensill gemeinsam in so einem Insolvenzverfahren schlagkräftiger auftreten können, als wenn jeder für sich seine eigenen Ansprüche verfolgt. Die Betroffenheiten sind alle sehr ähnlich. Alle haben das Interesse, so viel Geld wie möglich im Insolvenzverfahren dann auch wieder zurückzubekommen", so Zimmermann.

Stand: 08.06.2021, 16:29

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