"Friedensgipfel" zum Hambacher Forst gescheitert

Kerpen. Zum Teil mit Seilbrücken verbundene Baumhäuser der Waldbesetzter sind Bezetzerdorf "Gallien" im Hambacher Forst zu sehen.

"Friedensgipfel" zum Hambacher Forst gescheitert

  • Spitzengespräch bringt keine Einigung
  • RWE bietet Rodungsstopp bis Mitte Dezember
  • BUND und Greenpeace wollen Ergebnis der Kohlekommission abwarten

Im Streit um die geplanten Rodungen im Hambacher Forst ist ein Spitzengespräch zwischen Umweltverbänden und Vertretern von RWE gescheitert. Beide Seiten konnten sich nicht auf einen Kompromiss einigen, wie am Dienstag (11.09.2018) bekanntgegeben wurde.

RWE bietet Rodungsstopp bis Mitte Dezember an

Die führenden Umweltverbände – darunter Greenpeace und der BUND – hatten vorgeschlagen, die Rodungen so lange auszusetzen, bis die Kohlekommission in Berlin ihre Arbeit beendet und ein Ausstiegsdatum bestimmt habe.

"Stimmung in der Antikohle-Bewegung ist entschlossen"

WDR 5 Morgenecho - Interview | 06.09.2018 | 05:45 Min.

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Doch darauf hat sich der RWE-Vorstandschef Rolf Martin Schmitz nicht eingelassen. Stattdessen schlug er vor, auf die Rodungen bis zum 15. Dezember zu verzichten, dann tagt die Kohlekommission zum letzten Mal - allerdings nur unter der Bedingung, dass die Umweltverbände die Abholzung akzeptieren.

Diese sind sich jedoch nicht sicher, ob die Kommission noch länger tagt. Jetzt fürchten die Umweltverbände, dass sich die Auseinandersetzungen um den Hambacher Forst weiter zuspitzen werden.

Greenpeace unterstützt Protest

Unterdessen hat Greenpeace am Montagnachmittag (10.09.2018) zwei Container in Nähe des Waldgebietes aufgestellt. Hier können Aktivisten auch schlafen. Inzwischen unterstützen hunderte Menschen den Widerstand gegen die geplanten Rodungen. Und immer mehr strömen in den Wald, wollen dort in den kommenden Tagen für den Ausstieg aus der Kohle demonstrieren.

Hofreiter besucht Wiesencamp

Unterstützung bekamen die Aktivisten auch aus der Bundespolitik: Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, besuchte am Dienstag das Aktivistencamp im Hambacher Forst.

Wie schützenswert ist der Hambacher Forst?

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft | 06.09.2018 | 07:14 Min.

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Landesregierung steht weiter zu Tagebau-Plänen

Die schwarz-gelbe Landesregierung dagegen hält an den Plänen für den Tagebau fest. Heimatministerin Ina Scharrenbach erklärte bei einem Besuch am Montag (10.09.2018) in Erkelenz-Holzweiler, dass man sich an die Leitentscheidung der rot-grünen Vorgängerregierung halten werde.

Stand: 11.09.2018, 16:25