Viel Mikroplastik im Rhein bei Krefeld und Dormagen

Schiff sucht Mikroplastik

Viel Mikroplastik im Rhein bei Krefeld und Dormagen

Von Hanna Makowka

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat in einer Studie das Rheinwasser untersucht und festgestellt, dass die Mikroplastik-Konzentration an bestimmten Stellen besonders hoch ist.

Auf Höhe der Chemieparks in Krefeld und Dormagen sind die Anteile von Mikroplastik im Rhein etwa um ein Drittel höher als zum Beispiel stromaufwärts in Richtung Koblenz. Das teilte die Umweltschutzorganisation am Donnerstag (18.03.2021) mit.

Für die Studie "Nicht sauber, sondern Rhein" haben die Umweltexperten seit September 2020 aus dem Rhein zwischen Koblenz und Duisburg 250 Proben genommen. Sie wurden direkt in einem mobilen Labor an Bord des Greenpeace-Schiffes "Beluga II" ausgewertet.

Mikroskopaufnahme Mikroplastik

Mikroskopaufnahme von Mikroplastik

In jeder einzelnen Probe sei Mikroplastik nachgewiesen worden, wie Greenpeace am Donnerstag mitteilte. Durchschnittlich seien in einem Kubikmeter Wasser 0,88 winzige Plastikpartikel gefunden worden – das entspreche einer Menge von 190 Millionen Partikeln, die täglich mit dem Rhein in Richtung Nordsee geschwemmt würden, so Manfred Santen, Chemiker bei Greenpeace.

Greenpeace fordert: Behörden sollen Ursache ermitteln

"Die Behörden müssen nun ermitteln, wer genau den Fluss verschmutzt", so Greenpeace-Experte Santen. Die Verschmutzung müsse gestoppt werden, auch wenn es dazu noch keine gesetzlichen Regelungen gebe. Der Verdacht liege nahe, dass ein Zusammenhang mit der Kunststoffproduktion an den Standorten bestehe.

Gelände des Chemparks in Dormagen

Der Chempark Dormagen (Foto) liegt wie der in Krefeld direkt am Rhein

Auch an die Chemieindustrie entlang des Rheins stellt Greenpeace eine Forderung: "Es muss sichergestellt sein, dass die Partikel während der Produktion, des Transports, der Verwendung und der Entsorgung zu keinem Zeitpunkt in die Umwelt gelangen." Die Hauptverantwortung dafür liege bei den Unternehmen.

Weniger Mikroplastik nur durch weniger Einwegprodukte möglich

Eine langfristige Lösung des Problems sei aber nur über eine deutliche Reduzierung der Kunststoffproduktion möglich, so die Umweltschützer. Auch die Herstellung von unnötigen Einwegprodukten solle vermieden werden.

Die Greenpeace-Studie hat sich ausschließlich auf sogenanntes primäres und damit fabrikneues Mikroplastik konzentriert, das auf der Flussoberfläche schwimmt. Kleinstpartikel unter der Wasseroberfläche, die durch die Zersetzung von in die Umwelt gelangten Plastikabfällen entstanden sind, das sogenannte sekundäre Mikroplastik, war nicht Gegenstand der Untersuchung.

Stand: 18.03.2021, 14:38