Greenpeace-Aktivisten demonstrieren vor dem Aachener Dom

Greenpeace-Aktivisten stehen vor dem Aachener Dom und halten ein "Kohle stoppen!" Plakat hoch.

Greenpeace-Aktivisten demonstrieren vor dem Aachener Dom

Von Arndt Lorenz

Vor 50 historischen Kirchen in ganz Deutschland hat Greenpeace am Samstag dagegen protestiert, dass Kirchen immer noch dem Braunkohleabbau weichen müssen.

Die Klimaaktivisten zeigten unter anderem Fotobanner vom sogenannten "Immerather Dom". Die 130 Jahre alte Kirche in Erkelenz-Immerath stand unter Denkmalschutz und war 2018 trotz starker Proteste abgerissen worden. Sie musste dem Tagebau Garzweiler II weichen.

Greenpeace wendete sich mit der bundesweiten Aktion vor Kirchen besonders gegen die CDU-geführte NRW-Landesregierung. Die Klima-Aktivisten forderten einen schnelleren Ausstieg aus der Kohle und mehr Rücksicht auf historische Bauten. Auch vor dem Kölner Dom und St. Lambertus in der Düsseldorfer Altstadt waren Greenpeace-Aktionen geplant.

Entscheidung zum weiteren Braunkohleausbau wird im April getroffen

Trotz beschlossenem Kohleausstieg plant die CDU-Landesregierung, den Braunkohleabbau in NRW auszuweiten. Die Leitentscheidung zu den künftigen Abbaugrenzen der Tagebaue wird im April erwartet.

Damit würden nach Aussagen von Greenpeace über 1.500 Menschen ihre Heimat verlieren, Dörfer und Kirchen abgerissen. Im Rheinland wurden bereits mehr als 45.000 Menschen für Braunkohletagebaue umgesiedelt.

Protest von Gläubigen

Auch die katholischen und evangelischen Kirchen kritisieren die Umsiedlung und Zerstörung von Dörfern und Kirchenbauten. In einem im Februar veröffentlichten Appell forderten mehr als 50 Organisationen, mit der anstehenden Leitentscheidung die bedrohten Ortschaften zu erhalten – im Sinne des Klimaschutzes.

Über 100 Dörfer mit Kirchen und Kulturdenkmälern mussten bisher der Kohleförderung weichen.

Stand: 13.03.2021, 19:20