Greenpeace-Aktivisten verlassen Dach der NRW-Staatskanzlei

Ein Banner der Aktivisten hängt an der Staatskanzlei: Mit den Worten: "Klima verheizt, Heimat zerstört."

Greenpeace-Aktivisten verlassen Dach der NRW-Staatskanzlei

Nach mehr als zehn Stunden haben die Aktivisten von Greenpeace ihren Platz auf dem Dach der Staatskanzlei in Düsseldorf verlassen.

Sie waren am Donnerstagmorgen auf das Dach geklettert und hatten Transparente ausgerollt, mit denen sie gegen den Braunkohletagebau des RWE-Konzerns demonstrieren wollten. Nach Auskunft einer Sprecherin habe die Aktion insofern Wirkung gezeigt, als die Landesregierung Gespräche angeboten habe.

Kritik an Zusammenarbeit von Landesregierung und RWE

Die Greenpeace-Aktivisten hatten an der Fassade des Gebäudes ein Banner mit der Aufschrift "Staatskanzlei NRWE: Klima verheizt, Heimat zerstört" angebracht. Damit wollten die Initiatoren auf die in ihren Augen zu intensive Zusammenarbeit der NRW-Landesregierung unter Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) mit dem Energiekonzern RWE aufmerksam machen.

Eine Greenpeace-Sprecherin sagte dem WDR, mit der Aktion solle ein Zeichen gegen die Klientelpolitik der Landesregierung zugunsten des Braunkohlegeschäfts von RWE gesetzt werden. Ministerpräsident Laschet unternehme trotz Klimakrise und drohender Zerstörung weiterer Dörfer bisher nichts, um die umstrittene Ausweitung des Tagebaus Garzweiler II zu stoppen.

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Polizei holte niemanden vom Dach

Die Polizei Düsseldorf war nach eigenen Angaben mit vielen Kräften vor Ort. Es wurde aber keiner der Aktivisten vom Dach geholt. Ein Sprecher sagte dem WDR, dass die Feuerwehr sich die Kletterausrüstung der Aktivisten angeschaut habe und zu dem Ergebnis gekommen sei, dass die Kletterer ausreichend gesichert gewesen seien.

Laut der Polizei waren die etwa 20 Aktivisten offenbar in den frühen Morgenstunden mit einem Leiterwagen auf das Dach des Gebäudes gelangt. Der Betrieb in der Staatskanzlei sei durch die Aktion nicht beeinträchtigt gewesen.

Greenpeace: Zerstörung der Dörfer stoppen

Greenpeace fordert in einer Stellungnahme die Landesregierung auf, den Tagebau Garzweiler II zu verkleinern und die weitere Umsiedlung von Dörfern einzustellen.

Nach einem juristischen Gutachten, dass Greenpeace in Auftrag gegeben hat, sei das Land NRW rechtlich dazu verpflichtet, bei weiteren Umsiedlungen stets die Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit zu prüfen.

Stand: 24.09.2020, 14:39