Fahrrad-Negativ-Preis sorgt für Kritik in Wuppertal

Ein Fahrradfahrer überquert über einen Radweg eine vielbefahrene Straße.

Fahrrad-Negativ-Preis sorgt für Kritik in Wuppertal

Von Johannes Rasch

Die Initiative Cycleride hält Wuppertal für die unsicherste Fahrrad-Stadt bundesweit und verleiht ihr den Negativ-Preis "Goldener Pannenflicken". Jetzt hagelt es Kritik gegen die Preisverleiher.

Das Urteil der Initiative Cycleride fiel aufgrund eingesandter Fotos. In Wuppertal gibt es dafür nicht nur Kritik von der Stadt, sondern auch von Fahrrad-Initiativen.

Pannenflickern - mieser Fahrradpreis für Wuppertal 01:34 Min. Verfügbar bis 10.08.2022

Gefahrenstelle am Wall ist entschärft

Dramatisch sei die Situation für Radfahrer am Wall, sagen die Preisverleiher. Busverkehr, eine Engstelle und Fahrradverkehr gegen die Einbahnstraße. "Beim Anblick eines der Bilder gefriert einem glatt das Blut in den Adern", heißt es in der Begründung für den Negativ-Preis.

Busse und Fahrradfahrer teilen sich die Straße am Wall in Wuppertal.

Jetzt haben Busse und Radfahrer mehr Platz

Das Problem ist nur, dass die Gefahrenstelle längst entschärft ist. "Ein Taxenstand wurde verlegt, die Straße ist jetzt breiter, so dass Fahrräder und Busse gut aneinander vorbei kommen", sagt Christoph Grothe von der Initiative "Fahrradstadt Wuppertal".

Luisenstraße: Eng, aber nicht gefährlich

Fahrradfahrer auf der Luisenstraße.

Beliebtes Luisenviertel

Und auch die angebliche Gefahrenstelle in der Luisenstraße ist für Grothe keine. Auch dort dürfen Fahrräder gegen die Einbahnstraße fahren. Da gibt es zwar keine Busse, aber die Straße in der Elberfelder Altstadt ist ganz schön eng, weshalb sich Autofahrer und entgegen kommende Radfahrer schon mal einigen müssen. Nicht schön, aber nicht gefährlich, meint Fahrradexperte Christoph Grothe.

"Effekthascherei und Populismus"

Der ADFC wirft den Juroren "Effekthascherei und Populismus" vor Christoph Grothe lässt ihnen immerhin einen Punkt: "Wuppertal ist immer noch ein Flickenteppich". Aber genau daran arbeite man inzwischen, und zwar eng zusammen mit der Stadt Wuppertal.

Die Initiative "Cycleride" selbst sagt, man habe nicht in Wuppertal recherchieren können. Die Stadt habe auf eine Anfrage nicht reagiert. Dass die Gefahrenstelle am Wall inzwischen behoben sei - um so besser.

Stand: 10.08.2021, 15:44