Glukose-Todesfall in Köln: Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Glukose-Todesfall in Köln: Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

  • Staatsanwaltschaft geht von fahrlässiger Tötung aus
  • Ermittlungen richten sich gegen zwei Apotheken-Mitarbeiter
  • Glukosepräparat soll mit Narkosemittel verwechselt worden sein

Im Fall der tödlichen Glukosemischung aus einer Kölner Apotheke hat es offenbar eine Verwechslung gegeben. Das ist das Ermittlungsergebnis, das die Kölner Staatsanwaltschaft am Freitagmittag (11.10.2019) vorgelegt hat. Vor drei Wochen waren in Köln eine schwangere Frau und ihr Kind nach der Einnahme einer Glukosesubstanz gestorben.

Das Gefäß in dem das Narkosemittel aufbewahrt wird, das in dem Glukosepräparat gefunden worden war, sei von Größe, Gestalt, Farbgebung und Herstellerbezeichnung mit dem Gefäß, in dem die Glukose aufbewahrt wurde, identisch. Bei dem Narkosemittel handelt es sich um das Präparat Lidocainhydrochlorid.

Das Verfahren richtet sich nun wegen fahrlässiger Tötung gegen zwei Mitarbeiter der Apotheke, wie es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft heißt. Die beiden streiten die Vorwürfe ab. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln weiter.

Apotheken dürfen wieder öffnen

Dennoch dürfen die drei Apotheken des Betreibers wieder öffnen. Die Herstellung eigener Arzneimittel bleibe aber weiterhin untersagt, wie das Gesundheitsministerium in Abstimmung mit der Stadt Köln am Freitag mitteilte. Die Apotheken dürfen so lange nichts selbst produzieren, bis Maßnahmen eingeführt seien, die eine solche Verunreinigung in Zukunft verhindern.

Vor drei Wochen (19.09.2019) war eine 28 Jahre alte Frau an multiplem Organversagen gestorben, nachdem sie eine Glukosesubstanz für einen Diabetes-Test eingenommen hatte. Ihr Kind, das per Notfallkaiserschnitt in der 25. Schwangerschaftswoche geholt wurde, starb ebenfalls.

Apotheken-Mischungen: "Wir haben ganz strenge Vorschriften"

WDR 2 18.09.2019 03:05 Min. Verfügbar bis 17.09.2020 WDR Online

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Stand: 11.10.2019, 17:35

Kommentare zum Thema

1 Kommentar

  • 1 Carl Feman 11.10.2019, 20:43 Uhr

    Was bitte ist eine "Glukosesubstanz"? "Ein Glukosepräparat" ist leider auch nur wenig erhellender. Es muss ja keine detaillierte Fachinformation sein. Ein Halbsatz mehr würde allerdings verständlicher machen, wie unbemerkt Zucker (=Glukose, süß) statt LidocainHCl (bitter, betäubt bei Kontakt sofort merklich die Mundschleimhaut) für einen Glukosetoleranztest (oGTT, üblicherweise 'Zuckerwasser trinken') eingenommen werden konnte. Danke, m. freundlichen Grüßen, CF

    Antworten (2)
    • Marc Moser 12.10.2019, 09:04 Uhr

      Offensichtlich wurden die beiden Stoffe durch eine ungeschickte Handhabung vermischt. Da müssen wohl die unterschiedlichen Stoffe in optisch ähnlichen Verpackungen gelagert worden sein, so das es schliesslich zu diesem Vorfall kam. Dasselbe Problem entstand in Spitälern und Kliniken vor einigen Jahren mit Kalium- und Natriumchloridlösungen. Da gab es auch schon Verwechslungen mit tödlichem Ausgang.

    • Hawaii 80 12.10.2019, 09:59 Uhr

      Carl Feman, es gibt aber auch nicht so schlaue Leute wie wir... zb. Sonder Schülerinnen, IQ mässig dumm Oder Leute die NICHT richtig zuhören beim Arzt. Und erst Schwangere sind sowieso zum Teil schon arg verunsichert. Bevor ich was nehme kontrolliere ich Hundertmal... Und schicke es bei meiner Freundin ins Labor, wenn ich unsicher bin... Aber Sie haben Recht. Süß und Bitter hätte man Merken müssen... Eine Frechheit DASS der Apotheken Chef es andere einräumen lässt die Lieferung. Vielleicht war es auch ein Anschlag und die Polizei vermittelt uns Nein??? Man kann niemanden Vertrauen MEHR Heute zu Tage... Lg Hawaii.