Giveboxen: Wegen Vermüllung in Gefahr

Givebox Düsseldorf-Benrath

Giveboxen: Wegen Vermüllung in Gefahr

Von Sabine Schmitt

  • Giveboxen als Müllhalde missbraucht
  • Projekt in Meerbusch vor dem Aus
  • Auch Tafeln kämpfen mit unbrauchbaren Gaben

Gebrauchte Unterwäsche, zerkratze Kochtöpfe, zerbrochenes Geschirr, verdreckte Stofftiere. Es ist allerhand Unrat und Müll, den Pfarrerin Heike Gabernig aus Meerbusch schon in den Giveboxen der evangelischen Gemeinde gefunden hat.

Zweite Chance für Givebox in Meerbusch-Strümp?

Jetzt hatten sie und die Gemeinde die Nase voll. In einer Sitzung beschlossen Gemeindeglieder und Pfarrer die Schließung der Boxen in Lank und in Strümp – wobei die Givebox in Strümp möglicherweise eine zweite Chance bekommt, wie Gabernig am Mittwoch (27.11.2019) dem WDR sagte.

Nachdem verschiedene Medien, darunter auch die Lokalzeit Düsseldorf, über die geplante Schließung der Gabenkisten berichtet hatten, habe sich eine Helferin bei gemeldet, so Gabernig.

Die Botschaft: "Bevor Sie die Box abschaffen, möchte ich Patin sein und mich kümmern." Darüber berate man jetzt am 09.12.2019, wobei die Gemeinde schon jetzt von einem tollen Angebot spricht.

Weiterreichen statt Wegschmeißen

Denn im Projekt, das aus der Konfirmandenarbeit kommt, stecke viel Herzblut: "Der Gedanke dahinter war ein sehr romantischer." Und um Nachhaltigkeit sei es auch gegangen. "Weiterreichen statt Wegschmeißen."

Giveboxen sind wetterfeste Regale oder kleine Häuschen, die an einem öffentlich zugänglichen Ort stehen. Menschen legen Sachen, rein, die sie nicht mehr brauchen, die aber zu schade sind, um sie wegzuschmeißen. Andere nehmen sie raus und freuen sich.

Das System scheitert am Müll - und an Brandstiftung

Doch das System scheitert immer wieder daran, dass Leute die Kisten als Müllhalde missbrauchen und Ehrenamtler an ihre Grenzen stoßen mit der Bemühung, die Boxen sauber zu halten.

Vor ein paar Jahren noch, heißt es in der Helferszene, sei Düsseldorf deutschlandweit Givebox-Hochburg gewesen mit etwa zwölf Boxen. Davon übriggeblieben sei aber nur eine Handvoll. Vennhausen beispielsweise wurde abgebaut, Wersten, Gerresheim und andere wurden von Unbekannten angezündet.

Es gibt auch positive Beispiele

Wenn es ums Geben und Nehmen geht, gibt es auch schöne Geschichten.

Givebox Düsseldorf-Benrath

Silvia Consten schaut in Benrath nach Büchern

Silvia Consten schaut nach der Arbeit regelmäßig in die Box in Düsseldorf-Benrath auf der Suche nach Krimis. Richtige Schätze habe sie da schon entdeckt. Manchmal sehe es in der Box nicht ganz so gut aus. Unterm Strich aber gilt Benrath als Erfolgsgeschichte.

Oliver Kunze, der die Box errichtet hat, spricht von einem Selbstläufer. "Es gibt Kümmerer, die räumen im Morgengrauen die Box auf und machen sauber. Das ist wirklich toll. Wir hatten bisher keine negativen Rückmeldungen." Dafür aber dankende Worte.

"Ein Vater hat mal zu mir gesagt, hätten wir die Box nicht, hätte ich nichts zu Weihnachten zum Verschenken gehabt", sagt Kunze.

"Wir sammeln weiter. Wir haben keine Probleme", sagt die Vorsitzende Monika Bartsch. "Unsere Leute spenden gut." Was kommt in die Päckchen rein? "Haltbare Lebensmittel für ein Essen zu Weihnachten plus Kerze für den Tisch und vielleicht noch ein Spielzeug für Kinder." 1200 bis 1300 Päckchen würden auch dieses Jahr wieder verteilt.

Stand: 02.12.2019, 11:46