Bodenpersonal am Flughafen Köln/Bonn fürchtet Kürzungen

Passagierflugzeug wird betankt

Bodenpersonal am Flughafen Köln/Bonn fürchtet Kürzungen

Von Celina de Cuveland

  • Flughafen Köln/Bonn muss sparen
  • Bodenverkehrsdienste in den roten Zahlen
  • Verdi kritisiert geplante Maßnahmen

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kritisiert die Pläne des Flughafens Köln/Bonn, beim Bodenpersonal drastisch sparen zu wollen. Die Flughafengeschäftsführung plane, eine Tochtergesellschaft zu gründen, in der das Bodenpersonal organisiert ist, heißt es von Verdi. Damit würden auch die Bruttojahresgehälter der Angestellten um rund 30 Prozent gekürzt, so die Gewerkschaft. Betroffen sind rund 730 Mitarbeiter, die sich am Flughafen etwa um die Gepäckabfertigung kümmern.

Flughafenchefs sprechen von "ergebnisoffenem Arbeitsprozess"

In einer Stellungnahme des Flughafens heißt es auf WDR-Nachfrage: "Die Geschäftsführung der Flughafen Köln/Bonn GmbH befindet sich aktuell in intensiven Gesprächen mit der Gewerkschaft Verdi und dem Betriebsrat zur Zukunft der Bodenverkehrsdienste (BVD) am Flughafen. Es ist unumstritten, dass die wirtschaftliche Situation der BVD ein Handeln erfordert. [...] Die Geschäftsführung nimmt diesen gemeinsamen, ergebnisoffenen Arbeitsprozess als konstruktiv wahr." Die Umstrukturierung bei den Bodenverkehrsdiensten sei Teil eines großen Sparpaketes, das der Flughafen umsetzen muss, um seine Profitabilität zu verbessern.

Bodenverkehrsdienste seien nicht rentabel

"Wenn wir an der aktuellen Situation der BVD nichts ändern und alles so lassen, wie es ist, verlieren wir durch ihn bis 2040 rund 500 Millionen Euro. Im Jahr 2018 waren es 18 Millionen Euro Verlust durch die BVD", erklärt Flughafen-Pressesprecherin Hannah Schneider.

Verdi droht mit Streiks

Sven Kühn, Verhandlungsführer Verdi NRW, pocht auf den Standpunkt der Gewerkschaft: „Die uns bisher vorliegenden Informationen machen deutlich, dass der Arbeitgeber die Tochter nur gründen möchte, um die Löhne abzusenken. Dafür sind wir nicht zu haben. [...] Kommt es zur Tochtergründung, machen wir aus dieser einen Streikbetrieb."

Stand: 19.07.2019, 16:00