Getöteter Luca: Stiefvater drittes Mal zu lebenslanger Haft verurteilt

Eine Grabkerze und ein Engel als Zeichen der Trauer.

Getöteter Luca: Stiefvater drittes Mal zu lebenslanger Haft verurteilt

  • Fall des getöteten Luca wieder vor Gericht
  • Stiefvater erneut zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt
  • Grund: besonders schwerer Totschlag

Fast vier Jahre nach dem gewaltsamen Tod des fünfjährigen Luca aus Viersen hat das Landgericht in Mönchengladbach am Freitag (17.07.2020) den Stiefvater zum dritten Mal zu lebenslanger Haft verurteilt - wegen besonders schweren Totschlags.

Bundesgerichtshof hob lebenslange Haft zuvor auf

Der Stiefvater hatte das Kind im Oktober 2016 aus Eifersucht brutal getötet. Die Schuld des 28-Jährigen war bereits geklärt – es ging am Freitag nur noch um das Strafmaß. Das Landgericht Mönchengladbach hatte den Mann bereits zuvor wegen Totschlags in einem besonders schweren Fall zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Dieses Urteil hat der Bundesgerichtshof aber zweimal aufgehoben und den Fall immer wieder an das Landgericht zurückgegeben. Zuletzt mit der Begründung, eine lebenslange Haftstrafe sei nur bei einer Verurteilung wegen Mordes zulässig. Bei Totschlag könne der Angeklagten höchstens zu 15 Jahren Haft verurteilt werden. Das jetztige Urteil des Landgerichts kann wieder vor dem Bundesgerichtshof angefochten werden.

Mehrfache Misshandlung des Fünfjährigen

Der Stiefvater hatte das Kind laut Anklage mehrfach misshandelt. Die Verletzungen waren auch dem Kindergarten aufgefallen, der das Jugendamt einschaltete. Luca wurde daraufhin vorübergehend aus seiner Familie genommen.

Ein Gutachter kam später aber zu dem Schluss, dass von dem Angeklagten keine Gefahr ausgehe und Luca in seinem Kindeswohl nicht gefährdet sei.

Stand: 17.07.2020, 14:35