Kölner Gesundheitsausschuss streitet über tödlichen Glukosefall

Die Heilig-Geist Apotheke in Köln-Longerich

Kölner Gesundheitsausschuss streitet über tödlichen Glukosefall

Von Jochen Hilgers

  • FDP hatte Sondersitzung beantragt
  • Gesundheitsdezernent weist Vorwürfe zurück
  • Erst späte Gewissheit

Nach den beiden Todesfällen im Zusammenhang mit einem Glukose-Mittel aus der Kölner Heilig-Geist-Apotheke, hat sich der Gesundheitsausschuss der Stadt am Dienstag (01.10.2019) zu einer Sondersitzung getroffen.

Der städtische Gesundheitsdezernent Harald Rau wies darin die Vorwürfe zurück,  die Kölner Stadtverwaltung habe nach Bekanntwerden der Todesfälle nicht schnell genug gehandelt.

Warnung der Bevölkerung zu spät?

Das hatten FDP-Vertreter der Stadt vorgeworfen. Der Gesundheitsdezernent hielt aber dagegen: Man habe dem Besitzer des Apothekenverbundes zeitnah untersagt, eigene Medikamente herzustellen. Diese Maßnahme sei zunächst ausreichend gewesen, so Rau.

Erst Ende September (23.09.2019) konnte nachgewiesen werden, dass in der Apotheke harmloses Glukosepulver mit Narkosemittel verunreinigt worden war. Das Landesgesundheitsministerium hatte die drei Apotheken des Verbundes daraufhin schließen lassen.

Weiteres Ermittlungsergebnis steht noch aus

Derweil steht ein wichtiges Untersuchungsergebnis der Rechtsmedizin noch aus. Am Mittwoch (25.09.2029) hatte eine weitere Patientin ein Päckchen mit Glukosepulver aus der Heilig-Geist-Apotheke abgegeben. Aktuell wird geprüft, ob auch dieses Päckchen verunreinigt ist.

Die Staatsanwaltschaft Köln hatte bereits ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Sie will wissen, ob die Verunreinigung des Glukosepulvers fahrlässig oder vorsätzlich erfolgte.

Stand: 01.10.2019, 18:54