Adoption scheitert: Kölner Paar muss Unterbringung zahlen

 Ein Kind haelt sich an einer Erwachsenenhand fest

Adoption scheitert: Kölner Paar muss Unterbringung zahlen

  • Mädchen aus Thailand nach vier Wochen abgegeben
  • Eltern müssen Unterbringung des Kindes weiterhin bezahlen
  • Landesjugendamt gewinnt Rechtsstreit

Die geplante Adoption eines Kindes aus Thailand sorgt in Köln für Aufsehen: Ein Ehepaar aus dem Kölner Raum hatte das Mädchen erst adoptieren wollen - es aber vier Wochen später wieder in die Obhut der Behörden gegeben. Der Fall landete vor Gericht.

Ehepaar adoptiert Kind trotz Bedenken

Die Adoption des Mädchens hatte das Landesjugendamt für das Paar aus dem Kölner Raum organisiert. Das Mädchen lebte in Thailand in einem Kinderheim. Das Paar hatte zuvor erklärt, dass es sich einem Kind mit starken psychischen Problemen und Missbrauchserfahrung nicht gewachsen sähe.

Die späteren Kläger hatten das Mädchen dann in einem Kinderheim in Thailand kennengelernt. Schon dort zeigte das Kind Verhaltensauffälligkeiten. Laut Kölner Oberlandesgericht entschied sich das Paar schließlich trotz Bedenken für die Adoption.

Probleme beginnen in Deutschland

Nach der Ankunft in Deutschland beginnen die Schwierigkeiten. Das Kind benehme sich auffällig, schreibt das Paar den Behörden. Es habe Wutanfälle gehabt. Nach einem Monat besteht das Paar darauf, dass die Adoptionspflege beendet werden müsse. Im Vorfeld hatte das Paar, ein sogenanntes "Memorandum of Agreement" vor dem thailändischen "Adoption board" unterzeichnet.

Darin wurde geklärt, dass im Fall eines Scheiterns der Adoption eine dauerhafte Unterbringung in Deutschland organisiert würde. Nur als letzte Möglichkeit würde das Kind nach Thailand zurückgebracht werden.

Paar muss Unterbringung bezahlen

Das Paar muss nun trotz der gescheiterten Adoption für die Kosten der Betreuung und Unterbringung des Mädchens in Deutschland aufkommen. Eine Klage dagegen vor dem Oberlandesgericht ist jetzt gescheitert. Es geht um einen Zeitraum von bis zu sechs Jahren, so das Gericht.

Die Kläger argumentieren, dass ihnen das Kind nicht hätte vermittelt werden dürfen und dass sie über das Kostenrisiko hätten aufgeklärt werden müssen. Sie wären davon ausgegangen im Rahmen der Adoptionspflegezeit höchstens für einen Zeitraum von 6 Monaten zu haften.

Die Adoptionspflegezeit beginnt an dem Tag, an dem das Kind in die Familie aufgenommen wird. Sie endet mit dem offiziellen Ausspruch der Adoption im Adoptionsverfahren.

Adoptierende hätten sich über Risiken bewusst sein müssen

Das Gericht stellte fest, dass dem Paar spätestens mit der Unterschrift unter das "Memorandum of Agreement" hätte klar sein müssen, dass beim Scheitern der Adoption eine anderweitige Unterbringung in Deutschland erforderlich und eine Rückführung des Kindes nach Thailand das letzte Mittel sei.

Außerdem hätte das Paar das Mädchen über mehrere Tage in Thailand kennengelernt. Dabei sei bereits deutlich geworden, dass das Kind sich auffällig verhalte. Es habe getreten, gebissen, gespuckt oder geschrien. Unter anderem deshalb liege keine Amtspflichtverletzung der Behörden vor.

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KiRaKa Thema des Tages 02.05.2019 03:20 Min. Verfügbar bis 01.05.2020 KiRaKa Von Jana Magdanz

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Stand: 25.10.2019, 12:19