Das Geschäft mit Glühwein und Reibekuchen

Das Geschäft mit Glühwein und Reibekuchen

  • Weihnachtsmärkte ziehen viele Einkäufer in die Innenstädte
  • Glühweinstände haben den höchsten Umsatz
  • Kunsthandwerk profitiert kaum vom Boom der Weihnachtsmärkte

Der Weihnachtsmarkt am Kölner Dom ist einer der besucherstärksten in ganz Deutschland. Schätzungsweise fünf Millionen Menschen kommen in der Vorweihnachtszeit hierher - auch aus den Beneluxländern und Großbritannien. Die Stadt überlässt die Organisation der vier großen Weihnachtsmärkte privaten Veranstaltern. Meist sind das Schaustellerbetriebe.

In Köln werden die Weihnachtsmärkte ausgeschrieben

Es ist ein lukratives Geschäft. Darum schreibt die Stadt die Veranstaltung der Märkte seit rund zehn Jahren in einem offiziellen Verfahren aus. In die Bewerbung investieren die Schausteller mehrere zehntausend Euro, erklärt Dirk Schmaul vom Ordnungsamt der Stadt Köln. „Bei der Entscheidung werden verschiedene Kriterien bewertet, Abfall oder Sanitär, Flucht und Rettungswege, aber auch geschmackliche Fragen zur Gestaltung des Marktes.“

Das Ausschreibungsverfahren für den Markt am Dom wurde gerade erst wieder entschieden. Der Schätzwert liegt bei 3,5 Millionen Euro Umsatz für fünf Jahre. Das Geld verdient der Veranstalter vor allem durch die Vermietung der Verkaufsstände. Den Zuschlag hat die Kölner Weihnachtsgesellschaft bekommen, die den Markt schon seit ein paar Jahren ausrichtet.

Nicht alle Großstädte überlassen die Organisation der Weihnachtsmärkte privaten Veranstaltern. In Dortmund ist zum Beispiel der Schaustellerverband zuständig.

Teure Standmieten für Glühwein, niedrige für Weihnachtsdeko

Die Riesentanne der Dortmunder Weihnachtsstadt ist zu sehen, rundherum einige Stände und ein Karussell.

Weihnachtsbaum am Dortmunder Hansaplatz

Auf dem Hansaplatz in Dortmund ist der Glühweinstand eine der umsatzstärksten Buden überhaupt. Denn so gut wie jeder Weihnachtsmarktbesucher trinkt einen Glühwein. Die Stände mit Christbaumkugeln und Weihnachtsdeko sind zwar eine Attraktion auf dem Weihnachtsmarkt, sie locken Besucher an, gekauft wird dort aber viel seltener. Darum muss Patrick Arens für seinen Glühweinstand auch sehr viel mehr Miete zahlen: 30.000 Euro. Für einen Stand mit Weihnachtsdeko dagegen sind unter 2.000 Euro fällig. Eine Regelung, die nicht nur in Dortmund gilt.

Vom Wandel der Weihnachtsmärkte hin zum Event profitieren die Anbieter von Dekoartikeln und Kunsthandwerk am wenigsten. Monika Frahm verkauft seit 30 Jahren auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt handgeschnitzte Holzfiguren, zum Beispiel Räuchermännchen.

Kunsthandwerk profitiert nicht vom Hype um Weihnachtsmärkte

Doch immer weniger Menschen sammeln diese Figuren. Darum überlegt sie, ihren Stand aufzugeben. “Wenn am Ende nichts mehr übrig bleibt oder wenig, dann überlegt man, weil das ist ja auch viel Geld, was man investieren muss!"

Stand: 03.12.2019, 07:00

Kommentare zum Thema

7 Kommentare

  • 7 AlfredRundel 03.12.2019, 16:16 Uhr

    An den meisten "Kunsthandwerk"-Ständen gibt es halt mittlerweile importierte Chinaware die ich zu einem hundertstel des Preise auch selbst bei aliexpress bestellen kann.

  • 6 Nobby 03.12.2019, 15:58 Uhr

    3,50 € für den billigsten Wein....Selbermachen, am besten aus Weisswein, lecker zum Wintergrillen.

  • 5 senior 03.12.2019, 15:50 Uhr

    Weihnachtsmärkte sind schon seit etlichen Jahren nur noch Geschäftemacherei, vornehmlich für Glühwein- und Reibekuchenbuden. Dabei steht in der Bibel meines Wissens nirgendwo, dass die Besucher des Kindes in der Krippe sich mit Rievkooche und Glühwein gestärkt haben. Wenn man keine Weihnachtsmärkte mehr haben will, sollte man den Satz beherzigen: "Stell Dir vor, es gibt Weihnachtsmärkte und keiner geht hin". (Kann man übrigens auch für den Kölner Fastelovend empfehlen.)

  • 4 Ilsebilse 03.12.2019, 14:51 Uhr

    Was reizt so am Glühwein. Er ist meist aus billigem Wein und daher zu teuer.aber wem es schmeckt.....Tradition verpflichtet wohl

    Antworten (1)
    • Gast aus OWL 03.12.2019, 17:10 Uhr

      Besinnlichkeit sucht man vergebens auf den Weihnachtsmärkten. Da geht es natürlich um das Geschäft und das Geld sitzt locker bei den Besuchern. Natürlich ist der Glühwein das Geld nicht wert, was man dafür bezahlen muss, aber er gehört nun mal dazu. Allerdings ist da der Umsatz stark vom Wetter abhängig. Oft war es relativ warm in der Vorweihnachtszeit und mittags ist das Geschäft mit Glühwein auch nicht so doll. Was aber immer schmeckt , unabhängig von Tageszeit und Wetter,ist Bratwurst! Ich denke, da wird am meisten verdient, denn eine Wurst kostet inzwischen 2,80 Euro bis 3 Euro. Die wird den Händlern immer aus den Händen gerissen!

  • 3 Atze 03.12.2019, 11:43 Uhr

    Auf vielen Weihnachtsmärkten bekommt man Glühwein aus dem Tetra-Pak. Das löst bei mir Sodbrennen aus. Man muss schon gezielt nach Qualität suchen und das darf dann auch mal nen Euro mehr kosten. Mittlerweile ist die Anzahl an Weihnachtsmärkten in NRW und darüber hinaus, nicht mehr zu überblicken. Gottseidank berichtete der WDR an 2 Sonntagen hintereinander, gerne von Weihnachtsmärkten aus dem Rheinland, Monschau, Aachen, Köln, Köln und Köln. Da bleibt in Westfalen und Lippe, genügend Platz für den ungestörten Besuch der zahlreichen Weihnachtsmärkte. Hinter Leverkusen beginnt für den WDR scheinbar bereits Sibirien, wenig Einwohner, nix los und viel freies Land, uninteressant für die Planer beim WDR.

  • 2 Hans 03.12.2019, 11:29 Uhr

    Also ich war gestern mit meinem Frettchen im Stadtpark spazieren.

  • 1 Ubertino da Casale 03.12.2019, 11:09 Uhr

    Wir meiden schon seit vielen Jahren diese Riesenweihnachtsmärkte, vor allem den am Dom. So ein Gedränge, daß man nicht umfallen könnte. Horden vom Glühwein berauschte Horden, meist Engländer und Holländer mit Weihnachtsmannmützen auf dem Kopf, ziehen lärmend über den Markt. Besinnliche Weihnachtszeit, Fehlanzeige!! Dabei wäre der Markt am Dom vom Ambiente her der Weihnachtsmarkt schlechthin. Aber der Kommerz überlagert leider inzwischen alles. Gerne besuchen wir inzwischen wenn überhaupt die kleinen Weihnachtsmärkte im weiteren Umland. Veranstalter sind dort Privatleute, Bürgervereine, bzw. der regionale Handel.