Germanwings stellt Flugbetrieb ein

Germanwings stellt Flugbetrieb ein

  • Lufthansa stellt Flugbetrieb von Germanwings ein
  • 1.400 Mitarbeiter befürchten das Ende von Germanwings
  • Zukunft für Mitarbeiter und Maschinen unklar

Als Reaktion auf die Corona-Krise stellt die Lufthansa den Flugbetrieb ihrer Tochter Germanwings ein. Zudem sollen etliche Flugzeuge auch anderer Teilgesellschaften stillgelegt werden, wie das Unternehmen am Dienstag (07.04.2020) in Frankfurt mitteilte. Germanwings führt mit 1.400 Mitarbeitern und 30 Flugzeugen seit Jahren Flüge für die in Köln ansässige Eurowings durch. Wie es mit Mitarbeitern und Maschinen weitergeht, ist noch nicht bekannt.

In einer internen Mitteilung schreibt die Lufthansa nach WDR-Recherchen: "Der Flugbetrieb der Germanwings wird beendet. Alle daraus resultierenden Optionen sollen mit den Sozialpartnern besprochen werden."

Die Gesellschaft Germanwings werde aber vorerst nicht aufgelöst, sagte ein Lufthansa-Sprecher dem WDR. Dazu bedürfe es Gespräche mit den Sozialpartnern, die jetzt "so bald wie möglich" aufgenommen würde. In den Gesprächen sei zu klären, ob die Germanwings-Mitarbeiter in andere Bereichen des Lufthansa-Konzerns wechseln können.

Aus Gerüchten wird traurige Gewissheit

Schon lange ging das Gerücht um, dass der Mutterkonzern Lufthansa die kleine Tochter Germanwings aufgeben möchte. Das Unternehmen, einst als Konkurrenz zu Billigfluggesellschaften gegründet, ist weniger rentabel als zum Beispiel Ryanair oder Easyjet, sagen Branchenkenner. Die Mitarbeiter haben zum großen Teil sehr lukrative Verträge aus besseren Zeiten und gelten in der Branche daher als zu teuer.

Jetzt mitten in der Corona-Krise horchten die Germanwings-Beschäftigten besonders auf. Grund: Die Lufthansa hat Kurzarbeitergeld nur für den Mutterkonzern und die Eurowings beantragt. Nicht aber für Germanwings. Heißt der Staat übernimmt bei Lufthansa und Eurowings siebzig Prozent der Lohnkosten für das Kabinen- und fünfzig Prozent für das Cockpit-Personal. Die Vorraussetzung für Kurzarbeitergeld ist, dass man sozialverträglich mit den Mitarbeitern umgeht. Sie stehen unter Bestandsschutz. Und das gilt dann für die Germanwings-Mitarbeiter nicht. Sie bekommen zwar den vollen Lohn ausgezahlt ohne zu arbeiten, könnten aber bald ohne Jobs dastehen.

Stand: 07.04.2020, 17:47