Geiselnahme in Köln: Fragen und Antworten

Geiselnahme in Köln: Fragen und Antworten

  • Bundesanwaltschaft ermittelt nach Kölner Geiselnahme
  • Was ist passiert? Wie geht es weiter?
  • Die wichtigsten Fragen und Antworten

Handelte es sich bei der Tat um einen Terroranschlag?

Das ist aus Sicht der Bundesanwaltschaft nicht auszuschließen. Es lägen "zureichende Anhaltspunkte für einen radikal-islamistischen Hintergrund" vor. Zeugen zufolge soll der Mann unter anderem geäußert haben, dass er Mitglied der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sei. Ob dies tatsächlich zutrifft, ermittelt derzeit die Bundesanwaltschaft.

In welchen Fällen übernimmt die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen?

Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe ist zuständig für alle schwerwiegenden Staatsschutzstraftaten, "die die innere oder äußere Sicherheit in besonderem Maße berühren". Als Gefahr für die innere Sicherheit gelten politisch motivierte Delikte, insbesondere durch Terrorismus.

Die äußere Sicherheit wird durch Landesverrat und Spionage gefährdet. Auch bei bestimmten schweren Straftaten - etwa Mord oder Geiselnahmen - kann der Generalbundesanwalt die Ermittlungen "wegen der besonderen Bedeutung des Falls" an sich ziehen, wenn diese Taten geeignet sind, die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland zu beeinträchtigen. Im Kölner Fall hat die Bundesanwaltschaft die besondere Bedeutung bejaht.

Warum ist Mohammed A. R. nicht schon längst abgeschoben worden, obwohl er in Deutschland mehrfach straffällig geworden ist?

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat den Syrer als Flüchtling anerkannt, er besitzt eine gültige Aufenthaltserlaubnis bis Juni 2021. Mohammed A. R. ist laut Polizei bislang 13 Mal straffällig geworden, unter anderem wegen Ladendiebstahls und Betrugs. Für Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien gilt generell bis zum 31. Dezember 2018 ein Abschiebestopp.

SEK beendet Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof

WDR 2 | 15.10.2018 | 03:40 Min.

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Wer hilft den Opfern?

Die Opferschutzbeauftragte des NRW-Justizministeriums, Elisabeth Auchter-Mainz, bot den Verletzten und Zeugen Hilfe an. So könne ihr Team zum Beispiel Kontakte zu Traumapsychologen vermitteln oder Informationen über den generellen Ablauf eines Ermittlungsverfahrens geben. Unter der Telefonnummer 0221 39909964 sei eine Hotline geschaltet.

Stand: 17.10.2018, 16:36