Gefahrenquelle Supermarktparkplatz

Parkplatz

Gefahrenquelle Supermarktparkplatz

  • Mehrere schwere Unfälle auf Supermarkt-Parkplätzen
  • Verkehrspsychologe sieht Einkaufs-Stress als Grund
  • Sachverständiger fordert bessere Verkehrsführung

Gefahrenquelle Supermarktparkplatz: Allein seit Jahresbeginn hat es in der Region am Niederrhein drei schwere Parkplatz-Unfälle gegeben.

In Hamminkeln starb im Januar eine Frau, nachdem sie mit ihrem Einkaufswagen von einem Auto erfasst worden war. Im Februar erlag eine Schermbeckerin Tage nach einem Parkplatz-Unfall ihren Verletzungen. In Kalkar wurden eine Frau und ihr Sohn auf einem Supermarktparkplatz von einem Auto erfasst und schwer verletzt.

Der Gocher Unfallsachverständige Jochen Lehmkuhl sagt, "dass es schon bei 10 km/h zu schwersten Kopfverletzungen kommt, leider oft tödlich."

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Kalkar: Eine Frau und ihr Sohn werden bei einem Unfall schwer verletzt

Auf dem Supermarktparkplatz gehe es hektisch zu, erklärt der Duisburger Verkehrspsychologe Michael Haeser. Es werde "sicher auch unterschätzt, dass so ein Parkplatz Gefahren birgt." Anders als auf der Autobahn seien Autofahrer auf dem Supermarktparkplatz wohl weniger konzentriert.

Schlechte Verkehrsführung

Auch die Verkehrsführung ist vielerorts verbesserungswürdig. Oft führt der Verkehr direkt am Haupteingang vorbei, Zebrastreifen gibt es nicht. Der Gestzgeber schreibt lediglich Anzahl und Maße der Parkplätze vor, dazu die Breite der Gasse.

Auf den meisten Parkplätzen ist zwar Schritttempo geboten. Effizienter wären aber bauliche Maßnahmen, sagt Lehmkuhl. Er nennt als Beispiel die häufig in den Niederlanden eingesetzten "Drempel" - Bodenschwellen, die Autofahrer ausbremsen. Eine Parkplatzanordnung im Fischgrätenmuster würde seiner Meinung nach für bessere Sicht beim Ein und Ausparken sorgen.

Was jeder selber auf dem Supermarktparkplatz für seine Sicherheit tun kann: Aufmerksam sein.

Stand: 28.02.2018, 14:23