Immer mehr gefälschte Impfpässe in Apotheken

02:41 Min. Verfügbar bis 07.12.2022

Immer mehr gefälschte Impfpässe in Apotheken

Stand: 06.12.2021, 17:11 Uhr

Apotheker und Apothekerinnen haben immer mehr mit dem Problem gefälschter Impfpässe zu tun. In den letzten Tagen mussten Apotheken in Euskirchen und Odendorf mehrfach die Polizei alarmieren.

Von Stephan Kern

Der Druck auf Ungeimpfte wird immer größer. Das macht sich auch in den Apotheken in NRW bemerkbar. Die Apothekerkammer Nordrhein bestätigt, dass in den vergangenen Tagen die Versuche, sich mit einem gefälschten Impfpass ein digitales Zertifikat zu besorgen, zugenommen hätten. „Ein solcher Betrugsversuch schädigt die Gesellschaft und ist ein Risiko für die vielen Menschen, die verantwortungsvoll in der Corona-Pandemie sind und sich impfen lassen. Die Apotheker tun alles, damit ein solcher Fälschungsversuch nicht erfolgreich ist,“ sagt Dr. Stefan Derix von der Apothekerkammer Nordrhein.

1229 Straftaten seit April 2021

Auch die Polizei NRW beobachtet einen sprunghaften Anstieg von Fälschungen in Zusammenhang mit Impfausweisen. Während es im August noch 33 Fälle landesweit waren, bestätigt die Polizei im November schon 455 Delikte. Insgesamt hat das Landeskriminalamt NRW seit dem Frühjahr mehr als 1200 solcher Straftaten erfasst.

Falsche Stempel und gefälschte Unterschriften

Foto Apothekerin Karin Calenberg, Euskirchen

Foto Apothekerin Karin Calenberg, Euskirchen

Karin Calenberg von der Apotheke am Winkelpfad in Euskirchen hat sich mit anderen Apothekern im Umkreis ausgetauscht, nachdem auffallend viele gefälschte Impfpässe in den Apotheken vorgezeigt wurden. In den letzten Tagen musste sie gleich drei Mal die Polizei rufen. Mittlerweile hat sie einen geschulten Blick für Fälschungen. „Es gibt bestimmte Merkmale, an denen man gut erkennen kann, ob ein Impfausweis gefälscht sein könnte. Wenn wir Auffälligkeiten feststellen, prüfen wir die Chargen-Aufkleber. Die haben bisher noch nie gestimmt“, erzählt Karin Calenberg.

Apotheke warnt vor Strafbarkeit

In ihrer Apotheke hat sie jetzt große Zettel aufgehängt, um potentielle Täter zu warnen. "Das ist ja ein riesiges Problem für die ganze Gesellschaft, wenn das passiert. Vielleicht ist manch einem noch gar nicht bewusst, dass das eine Straftat ist."