Islamist auf freiem Fuß: Staatsanwaltschaft schweigt

Islamist auf freiem Fuß: Staatsanwaltschaft schweigt

  • Waffe und Munition bei Islamist in Düsseldorf gefunden
  • 31-Jähriger wird als "besonders gefährlich" eingestuft
  • Laut Haftrichter besteht keine Fluchtgefahr

Im Fall des mutmaßlichen Islamisten, bei dem eine Waffe samt Munition gefunden wurde, will die Generalstaatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen keine weiteren Informationen bekannt geben. Das teilte ein Sprecher am Mittwoch (12.06.2019) dem WDR mit.

31-Jähriger weiter auf freiem Fuß

Im April wurden bei dem Mann eine Pistole mit Schalldämpfer und Munition gefunden. Obwohl er als "besonders gefährlich" eingestuft wurde, befindet er sich weiter auf freiem Fuß. Das wurde am Dienstag bestätigt. Der "Spiegel" hatte zuerst berichtet.

Der abgelehnte Asylbewerber verfüge über einen festen Wohnsitz, deswegen bestehe keine Fluchtgefahr, habe ein Haftrichter nach dem Waffenfund Ende April entschieden und den Haftbefehl gegen den Mann gegen Auflagen weiter außer Vollzug gelassen.

Ermittlungen wegen Foto mit Kalaschnikow

Gegen den Islamisten wird seit längerem wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz ermittelt, weil er auf einem Foto mit einem Sturmgewehr der Marke Kalaschnikow zu sehen ist. Nach dem Fund der Pistole mit Schalldämpfer kam nun noch ein weiteres Verfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz hinzu.

Wenige Wochen nach dem Waffenfund in seiner Wohnung war der 31-Jährige nach dem Versuch, die Haustür eines Mehrfamilienhauses aufzubrechen, festgenommen worden. Doch erneut schlug der Versuch fehl, ihn einzusperren. Ein Haftrichter stufte die Manipulationen an der Haustür als Sachbeschädigung ein.

Mann kann nicht abgeschoben werden

Nach Angaben des "Spiegel" war der 31-Jährige 2004 vermutlich aus Tschetschenien nach Deutschland gekommen. Obwohl sein Asylantrag bereits nach einem Jahr abgelehnt worden sei, könne er nicht abgeschoben werden. Nach Auskunft der russischen Behörden ist er dort unbekannt. Die deutschen Behörden bekämen keine Passersatzpapiere für ihn.

Stand: 12.06.2019, 17:10