Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit in Solingen

Menschen ziehen mit Plakaten durch Solingen, um an den Brandanschlag von 29. Mai 1993 zu erinnern.

Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit in Solingen

  • Gedenkmarsch zum 25. Jahrestag des Brandanschlags
  • 400 Teilnehmer gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit
  • Teilnehmer kritisieren Besuch des türkischen Außenministers

Schon drei Tage vor dem offiziellen Gedenktag sind am Samstag (26.05.2018) in Solingen rund 400 Menschen zur Erinnerung an den rassistischen Brandanschlag von Pfingsten 1993 auf die Straße gegangen. Damals hatten vier Jugendliche das Haus einer türkischen Familie angezündet, weil sie Ausländer hassten. Bei dem Feuer starben fünf Frauen und Mädchen.

Aufruf des antifaschistischen "Solinger Appells"

Auf einer runden Gedenktafel stehen die Namen der fünf Opfer des Brandanschlags in Solingen

Eine Gedenktafel erinnert an die fünf Todesopfer

An der Demonstration nahmen überwiegend Teilnehmer aus dem politisch linken Spektrum teil. Aufgerufen hatte der "Solinger Appell", ein Bündnis von antifaschistischen Gruppen und dem türkischen Volksverein, der überwiegend kurdische und alevitische Mitglieder hat. Das Netzwerk hatte sich bereits 1993 als direkte Konsequenz aus dem Brandanschlag zusammengeschlossen. Bisher haben die Veranstalter alle fünf Jahre ähnliche Gedenkmärsche organisiert.

Besuch von türkischem Außenminister in der Kritik

In diesem Jahr stand die Kundgebung auch unter dem Zeichen des angekündigten Besuchs des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu zur offiziellen Gedenkfeier am Dienstag. Er war auf Wunsch der Opferfamilie Genc von Ministerpräsident Armin Laschet eingeladen worden. Die Demonstrationsteilnehmer kritisieren den Besuch, da sie Cavusoglu und die türkische Regierung unter Erdogan für faschistisch hält.

Die offizielle Gedenkfeier am Dienstag (29.05.2018) mit zahlreichen Politikern wird unter hohen Sicherheitsvorkehrungen stattfinden.

Stand: 26.05.2018, 16:10