90. Geburtstag: Gerhard Richter, der "Picasso des 21. Jahrhunderts"

Stand: 09.02.2022, 20:32 Uhr

Richter zählt zu den herausragenden Künstlern der Gegenwart. Führende Zeitungen nennen ihn wahlweise „Picasso des 21. Jahrhunderts oder „Meister aller Klassen“.

Von Holger Geyer

Gerhard Richter wurde 1932 in Dresden geboren und studierte in der DDR Malerei. Anfang der Sechziger flüchtete der Maler in den Westen. In Düsseldorf war er viele Jahre als Kunstprofessor tätig. In erster Linie aber hat Richter gemalt – und das so herausragend, dass er seit sagenhaften zwanzig Jahren als teuerster Künstler der Welt gilt. Bekannt gemacht haben Richter seine übermalten Fotografien, später seine Werke, die bewusst mit Unschärfen arbeiten. In den vergangenen Jahren zeigte der Künstler meist großformatige, abstrakte Bilder.

Vielerorts geehrt - und gefeiert im Kölner Museum Ludwig.

Richter hat das Ludwig scherzhaft als sein Heimatmuseum bezeichnet. Und in der Tat hat das Ludwig eine große Richter-Sammlung. Teile dieser werden derzeit gezeigt. Richters enge Beziehung zu seiner Wahlheimat Köln zeigt sich im Erschaffen des Richter-Fensters im Dom. Touristen aus aller Welt kommen, um es zu sehen. Richter selbst sagte zu seinem Fenster im Dom, am besten gefalle ihm daran, dass man es nicht abhängen könne. Fast zeitgleich mit der Einweihung des Fensters machte Köln den Künstler zum Ehrenbürger.

Mancher fordert ein eigenes Richter Museum.

Zuletzt wurden Rufe nach einem eigenen Richter-Museum laut. Ex-Oberbürgermeister Fritz Schramma hatte sich beispielsweise dafür stark gemacht. Doch die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Bau ist gering – nicht zuletzt weil der Künstler selbst wenig davon hält. Heute wird Gerhard Richter neunzig. Medienscheu wie er ist, feiert er ohne Öffentlichkeit im kleinen Kreis.

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