2G-plus in Gastronomie: Das kommt jetzt auf Restaurants und Kneipen zu

Ein Schild an der Eingangstuer weist auf die 2G+ Regel in einem Restaurant hin.

2G-plus in Gastronomie: Das kommt jetzt auf Restaurants und Kneipen zu

Die Bund-Länder-Konferenz hat am Freitagnachmittag unter anderem eine 2G-plus-Regelung in der Gastronomie beschlossen. Einige Betriebe sind schon vorbereitet, andere fürchten weitere finanzielle Einbußen.

Beim Krefelder Restaurant Nordbahnhof beispielsweise hat man bereits mit dieser Regelung gerechnet und sich vorbereitet. Hier können sich Gäste vor Ort kostenlos testen lassen, um das Restaurant weiterhin besuchen zu können, heißt es vom Restaurant.

Ein Restaurant in Düsseldorf hat die Regelung schon vorher umgesetzt: Das Restaurant Dr. Kosch weist bereits ohne gesetzliche 2G-plus-Regelung darauf hin, dass hier Gäste ab dem 7. Januar bei einem Restaurantbesuch geimpft oder genesen sein müssen und zusätzlich einen negativen Antigenschnelltest vorzuweisen haben.

Ausfall der Laufkundschaft droht

Peter von der Heiden, Inhaber des "Kaffeehauses" in Solingen-Gräfrath, hätte eine komplette Schließung für vier Wochen mit entsprechenden Entschädigungszahlungen besser gefunden.

Peter von der Heiden in seinem Kaffeehaus in Solingen.

Peter von der Heiden

Sein Betrieb profitiert vor allem von Laufkundschaft, die sich die historische Altstadt angucken will und - soweit sie nicht geboostert ist - wahrscheinlich nicht immer einen tagesaktuellen Test in der Tasche hat.

"Für uns kommt das einer Schließung gleich." Peter von der Heiden

Michel Vincenzo La Novara befürchtet für sein gleichnamiges Restaurant in Wuppertal weitere finanzielle Einbußen. Schon mit den bisherigen Regeln sei es in seinem Betrieb immer ruhiger geworden.

Kein Gastronomiebesuch ohne Boosterung oder Test

Schon jetzt können Ungeimpfte in NRW keine Restaurants besuchen. Diese Maßnahme soll nun verschärft werden. Der Zugang zur Gastronomie soll unabhängig von der Inzidenz vor Ort eingeschränkt werden.

Somit sollen Gastronomiebesuche in Zukunft für Geimpfte und Genesene nur noch mit einem tagesaktuellen negativen Testergebnis möglich sein. Ausgenommen von dieser Regelung sind nur jene, die bereits ihre Booster-Impfung erhalten haben. Das sind in NRW rund 44 Prozent der Menschen.

2G-plus gilt in NRW beispielsweise schon in Fitnessstudios, Schwimmbädern und anderen Sportstätten.

Regel wird wohl nächste Woche verordnet

Die neue 2G-plus-Regel für die Gastronomie muss noch in die NRW-Coronaschutzverordnung geschrieben werden, damit sie gültig ist. Die aktuelle Verordnung gilt formal noch bis nächsten Mittwoch, 12. Januar. Spätestens bis dann müssen die neuen Regeln verankert werden - und der Zeitpunkt definiert werden, ab wann sie gelten.

Der Grund für die Verschärfung ist der exponenzielle Anstieg der Corona-Inzidenzen durch die Omikron-Variante. Die Bundesregierung und die Länderchefs will mit den neuen Maßnahmen auch Personalengpässen in der kritischen Infrastruktur vorbeugen - beispielsweise in Krankenhäusern und bei der Stromversorgung.

Grund für die strengere Regel in der Gastronomie sei, dass man beim Essen und Trinken keine Maske tragen könne, sagte Scholz. "Das ist eine strenge Regelung, aber es ist eine notwendige, die dazu beiträgt, dass wir besser vorankommen und dass wir die Infektionen besser kontrollieren können, als das jetzt der Fall ist."

Bayern und Sachsen-Anhalt scheren aus

Sachsen-Anhalt erklärte allerdings bereits, die schärferen Zugangsregeln für die Gastronomie nicht mitzumachen. Anders als in anderen Bundesländern gebe es hier fast nur die Delta-Variante des Coronavirus, deshalb seien neue Maßnahmen zunächst nicht nötig, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU).

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder machte klar, man wolle erst einmal prüfen, ob eine Verschärfung in Bayern tatsächlich nötig sei.

Gewerkschaft begrüßt verschärfte Regeln

Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) begrüßte die verschärften Regeln. Sie forderte aber ein Mindestkurzarbeitergeld für die Beschäftigten von 1.200 Euro im Monat.

Der Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hatte die Pläne im Vorfeld als "Katastrophe für Kneipen und Restaurants" bezeichnet.

Stand: 07.01.2022, 20:54

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