Gaslaternen-Streit: Düsseldorf eröffnet "Lichterweg"

Beispiellaterne auf Düsseldorfer Teststrecke

Gaslaternen-Streit: Düsseldorf eröffnet "Lichterweg"

  • Lichterweg zeigt zehn unterschiedliche Laternen
  • Bürgerinitiativen wollen Gaslaternen erhalten
  • Stadt will Großteil auf LED umrüsten

In der Diskussion um den Abbau tausender historischer Gaslaternen in Düsseldorf hat die Stadt am Montagabend (26.11.2018) einen sogenannten Lichterweg eröffnet. Dort sind zehn unterschiedliche Laternen mit verschiedenen Leuchtmitteln zu sehen. Die Teststrecke soll helfen, eine Lösung im Gaslaternen-Streit zu finden.

 Stadtrat wollte Teststrecke

Entlang des "Lichterwegs" im Stadtwerkepark können sich die Düsseldorfer nun zehn unterschiedliche Straßenlaternen anschauen – von der historischen Gaslaterne bis hin zur LED-Leuchte. Die Teststrecke hat der Stadtrat verlangt, um die Frage zu klären, wie ein Großteil der 14.300 Gaslaternen im Düsseldorfer Stadtgebiet durch energieeffiziente LED-Laternen ausgetauscht werden kann.

Nachfolger der Gaslaternen: So könnten sie aussehen

Ein "Lichterweg" zeigt im Düsseldorfer Stadtwerkepark unterschiedliche Straßenlaternen. Die Teststrecke soll helfen, einen Kompromiss im Gaslaternen-Streit zu finden.

Beispiellaterne auf Düsseldorfer Teststrecke

Viele Düsseldorfer hängen an ihrer klassichen Gaslaterne, Typ "Alt-Düsseldorf". Dieses Modell ist ein Nachbau des Klassikers, ausgerüstet mit warm leuchtenden LEDs und per WLAN steuerbar.

Viele Düsseldorfer hängen an ihrer klassichen Gaslaterne, Typ "Alt-Düsseldorf". Dieses Modell ist ein Nachbau des Klassikers, ausgerüstet mit warm leuchtenden LEDs und per WLAN steuerbar.

Als Alternative ist auch ein ein Modell mit kaltem LED-Licht auf dem "Lichterweg" zu sehen, der am Montag (27.11.2018) eröffnet wurde.

Diese Variante des Klassikers ist ein Hybrid. Grundsätzlich leuchtet die Laterne mit Gas. Bei Bedarf – zum Beispiel kurz vor Schulbeginn im Winter – können lichtstärkere LEDs zugeschaltet werden.

Der Klassiker: die Düsseldorfer Gaslaterne, so wie sie in vielen Staßen der Landeshauptstadt noch immer im Einsatz ist.

Die so genannte "Aufsatzleuchte" stammt aus den 1930er Jahren. Vorne die Variante mit Gas, hinten die mit LED-Licht.

Das Laternenmodell "Peitsche" ist in Düsseldorf bisher vor allem auf großen, mehrspurigen Straßen im Einsatz. Auch dieses Modell ist auf der Teststrecke in der Gas- und in der LED-Variante zu sehen.

 Bürger wehren sich gegen LED-Laternen

Seit Jahren kämpfen Bürgervereine und Initiativen für den Erhalt der historischen Gasleuchten. Die Laternen seien ein Teil der Düsseldorfer Identität, sagt Lutz Cleffmann von der Initiative "Düsseldorfer Gaslichter". Die Befürworter schätzen das warme Licht der Gaslaternen. Mit LED-Lampen können sie sich nur schwer anfreunden, auch wenn sie den historischen Gaslaternen sehr nahe kämen, wie Cleffmann bei einem ersten Rundgang am Montag zugeben musste.

 Stadt verweist auf Gesetzeslage

Leuchtende Gaslaterne im Dunkeln.

Gaslaternen spenden "warmes" Licht

Laut Stadt ist die Umrüstung aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nicht abwendbar. Allerdings wolle man alles dafür tun, das warme Licht der Gaslaternen zu erhalten, auch wenn moderne LED-Leuchtmittel verwendet würden.

Über 4.000 Gaslaternen sollen bleiben

Auf der Teststrecke im Stadtwerkepark werden zum Vergleich die historischen Gaslaternen, LED-Laternen mit kühlem und warmen Licht sowie Gas-LED-Hybrid-Lösungen gezeigt. Nach dem Willen der Stadt sollen mehr als die bisher angepeilten 4.000 historischen Laternen erhalten bleiben.

Stand: 27.11.2018, 08:06