EU-Mikroplastikverbot: Fußballvereine in Sorge

Kunstrasenplatz

EU-Mikroplastikverbot: Fußballvereine in Sorge

  • Mikroplastik von Kunstrasenplätzen verschmutzt Grundwasser
  • EU plant ein Verbot von Mikroplastik
  • Granulat aus Kork ist eine Alternative

Die EU plant ein Verbot für Mikroplastik. Das könnte für viele Fußballvereine empfindliche Konsequenzen haben, weil Kunstrasenplätze mit Granulat aus Mikroplastik aufgefüllt werden. Die Vereine befürchten jetzt, dass sie bei einem Verbot nicht mehr ausreichend Platz zum Trainieren haben.

Kunstrasenplätze bei vielen Fußballvereinen

Fast jeder größere Fußballverein besitzt inzwischen einen Kunstrasenplatz. Der besteht aus künstlichen Rasenfasern, die mit Granulatpartikeln aus Plastik aufgeschüttet werden. Die stammen zum Beispiel aus alten Autoreifen und sorgen dafür, dass der Kunstrasen beim Fußballspielen wie echter Boden federt.

Kunstrasen deutlich günstiger als echter Rasen

Für die Vereine ist ein Trainingsbetrieb ohne Kunstrasen nicht mehr vorstellbar. "Ohne Kunstrasen könnten unsere Spieler nicht so oft trainieren wie bisher", erklärt Ute Groth vom Düsseldorfer Fußballverein TuSA 06, "bis auf wenige Tage im Winter kann er so gut wie immer genutzt werden. Das ist mit echtem Rasen nicht möglich." Kunstrasenplätze ermöglichen bei gleichen Kosten mehr als doppelt so viele Trainingseinheiten wie Plätze mit Naturrasen.

Ärger um Kunstrasenplätze

00:32 Min.

Problem: Mikroplastik gelangt in das Grundwasser

Doch die EU plant jetzt Mikroplastik zu verbieten. Es dürfte dann nicht mehr in Umlauf gebracht werden. Betroffen wäre davon auch das Granulat auf den Fußballplätzen. "Man kann auch Korkgranulat anstatt des Mikroplastiks nutzen", erklärt die Düsseldorfer Vereinsvorsitzende Ute Groth.

Kunstrasenplätze mit Kork sind aber deutlich pflegeintensiver als die bisherigen Kunstrasenplätze und damit auch teurer. Sollte das EU-Verbot kommen, könnten viele Fußballvereine vor einer finanziellen Herausforderung stehen.

Stand: 26.06.2019, 06:00

Kommentare zum Thema

3 Kommentare

  • 3 Waeller 27.06.2019, 07:08 Uhr

    Natürlich...wenn König Fussball davon beeinträchtigt wird, lassen wir das mit dem Umweltschutz. Wir werden uns so langsam mal an den Gedanken gewöhnen müssen, dass unser Lebensstil zu teuer für die Umwelt ist - und wir unser Verhalten ändern müssen. Das geht nunmal nur über "Preise/ Geld" oder "Verbote". In diesem Fall gibt's doch Alternativen - so rückschrittig es klingt...

  • 2 Katrin Block 26.06.2019, 22:52 Uhr

    Plastik ist billiger? Was für ein Blödsinn. Doch nur, weil niemand die Umweltkosten einkalkuliert. Leider auch der Journalist nicht in diesem Bericht. Egal, denn diese Kosten zahlt ja die dann erst die nächste Generation, oder wie?! Höchste Zeit zum Umdenken für Fußballer, Journalisten, und am besten alle. Plastik kostet viel mehr. Auf Dauer das Leben.

  • 1 Kokolores 26.06.2019, 18:54 Uhr

    Woher soll soviel Kork kommen?

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