Bonn: Enten füttern bald verboten

Schilder wie dieses empfehlen bisher lediglich das Nichtfüttern.

Bonn: Enten füttern bald verboten

  • Kofferraumladungen altes Brot verteilt
  • Vogelschützer befürworten Verbot
  • Stadtrat muss Plänen noch zustimmen

Die Stadtverwaltung plant ein flächendeckendes Fütterungsverbot für Wasservögel. Über eine entsprechende Änderung der Bonner Straßenordnung soll der Stadtrat im Februar entscheiden. Bislang hatte die Verwaltung in der Rheinaue auf Hinweisschildern lediglich gebeten, das Füttern zu unterlassen. Nun soll das Ordnungsamt bei kleineren Verstößen eine Verwarnung aussprechen, in schweren Fällen kann ein Bußgeld fällig werden.

Probleme in Rheinaue und an Mondorfer Rheinfähre

Durch das übermäßige Futterangebot vermehren sich die Tiere zu sehr, argumentiert die Stadt. Außerdem hätten verdorbene Lebensmittel dazu beigetragen, dass das Wasser im Rheinauensee umgekippt ist. Im vergangenen heißen Sommer waren dadurch hunderte Fische verendet, rund 130 Wasservögel seien gestorben oder erkrankt. Auch an der Mondorfer Fähre gibt es Probleme durch das übermäßige Füttern der Wasservögel. Teilweise werden ganze Kofferraumladungen altes Brot ausgeworfen, die angelockten Vögel verdrecken die Rheinpromenade und die Sitzflächen an der Fähre.

Vogelschützer: Brote zu verfüttern ist falsch verstandene Tierliebe

Vogelschützer befürworten das geplante Verbot. Angelika Bornstein von der Wildvogelhilfe Rhein-Sieg in Eitorf sieht in dem Verfüttern von Brot und teilweise auch Pizzaresten falsch verstandene Tierliebe. Sie macht das falsche Futter dafür verantwortlich, dass Vögel unter körperlichen Gebrechen leiden oder sogar an Diabetes erkranken.

Das Fütterungsverbot soll nach Ansicht der Verwaltung für das gesamte Stadtgebiet gelten. Dadurch will sie verhindern, dass sich das Problem nur von einem Gewässer zum nächsten verlagert.

Stand: 22.01.2019, 10:28

Kommentare zum Thema

5 Kommentare

  • 5 Bracklow 22.01.2019, 19:29 Uhr

    Wenn ich das richtig verstanden habe, ist das Brot aber nicht die Hauptursache für das Umkippen des Rheinauensees. Die Stadt sollte vornehmlich Maßnahmen zu Reinigung, Wasserumwälzung und Zufuhr und adäquate Bepflanzung umsetzen und nicht noch eineinhalb Jahre beobachten. Natürlich ist Brot kein geeignetes Futter, es macht krank. Aufklären über artgerechtes Futter ist sinnvoll, aber alleine dem Brot die Schuld an den desolaten Seen zu geben, ist wohl auch nicht die Lösung. Da muss mehr passieren.

  • 4 Rheinfähre Mondorf 22.01.2019, 19:24 Uhr

    Da sind wir ja mal gespannt. Wahrscheinlich werden überall ein paar Schilder aufgestellt, wirklich passieren wird wohl nichts. Wie oft haben wir schon das Ordnungsamt Bonn angerufen, nichts ist passiert. Was sich teilweise dort an der Fährrampe in Graurheindorf abspielt, ist kaum zu beschreiben. Viele Leute die dort füttern, sind absolut uneinsichtig und beschimpfen unsere Mitarbeiter, nur weil wir darauf hinweisen, das sie den Tieren absolut keinen Gefallen tun. Teilweise wird Brot Müllsäckeweise dort ausgeschüttet. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt,mal gucken wieviele Jahre die Umsetzung und vor allen Dingen die Überwachung dauert.

  • 3 b. hohpe 22.01.2019, 19:01 Uhr

    Dieser Kommentar wurde mehrfach abgegeben und daher an dieser Stelle gesperrt. (die Redaktion)

  • 2 b. hohpe 22.01.2019, 18:49 Uhr

    "Außerdem hätten verdorbene Lebensmittel dazu beigetragen, dass das Wasser im Rheinauensee umgekippt ist. Im vergangenen heißen Sommer waren dadurch hunderte Fische verendet, rund 130 Wasservögel seien gestorben oder erkrankt. " beides entspricht nicht den tatsachen! die toten fische wurden von der stadt bonn nicht einmal untersucht, sondern vernichtet. sie dürften an ammoniak verendet sein. die wasservögel sind an botulismus verendet, dieses gift entsteht in den ecken mit faulschlamm, hier füttert niemand! ausserdem hätte dann der ganze see betroffen sein müssen, was nicht der fall war! verdorbene lebensmittel sind im see nicht zu finden, dafür häufig reste von grillparties, wie fleisch, fisch, zwiebeln, chips, grillkohle, melonen, .... und ganz wichtig, tote tiere liegen oft wochenlang im see!

  • 1 ich nenne das "Anfüttern" 22.01.2019, 16:41 Uhr

    Ich kann der Stadt Bonn nur gratulieren, dass sie aktiv gegen das "Anfüttern" der Tiere vorgeht. Aus meiner Sicht sollte dies in ganz NRW gelten. Für mich geht es hier schlichtweg um falsch verstandene Tierliebe. Allerdings sehe ich auch einen weiteren Punkt: die soziale Vereinsamung vieler Menschen! ! ! und für diese Menschen ist es auch ein Ventil, um sich etwas "Zuneigung" zu erfüttern . . . - Vielleicht ein Gedanke für unsere Tierheime, den vereinsamten Menschen (meist sind es ältere Menschen) eine Patenschaft für ein Tier anzubieten . . .

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