50 Jahre Politessen in Aachen

50 Jahre Politessen in Aachen 03:21 Min. Verfügbar bis 05.11.2020

50 Jahre Politessen in Aachen

Von Helga Hermanns

  • Mit acht Frauen begann die Überwachung
  • 11,5 Millionen Verwarnungen ausgestellt
  • Beruf mit Zukunft

Seit 50 Jahren überwachen in Aachen Politessen den ruhenden Verkehr. Beim Fest zum Jubiläum gab es am Dienstag (05.11.2019) amüsante Rückblicke und positive Ausblicke.

1969 wurden zunächst acht Frauen eingestellt. Sie erhielten Uniformen und mussten handgeschriebene Protokolle ausstellen.

Erinnerungen auch an nette Begegnungen

Auch Ursula Pauli war eine der ersten Politessen und insgesamt 35 Jahre im Dienst. Sie erinnerte sich beim Jubiläumsfest gerne an ihr Berufsleben, weil es durchaus auch positive Reaktionen von Bürgern gab. So hielt einmal ein Autofahrer extra an, um sich bei ihr zu bedanken, dass sie bei Wind und Wetter unterwegs ist und für Ordnung sorgt.

Ohrfeige von Falschparkerin

Doch auch negative Erfahrungen gehörten immer dazu. Ursula Pauli erlebte vor allem das Machtgehabe von Männern als sehr unangenehm, wenn sie in Begleitung ihrer Frauen waren und deutlich machten, dass sie sich von einer Frau nichts sagen lassen. Kolleginnen von Ursula Pauli berichteten, dass sie sogar tätlich angegriffen wurden. Eine kassierte mal eine Ohrfeige von einer uneinsichtigen Falschparkerin. Die wurde verklagt und zu 250 D-Mark Geldstrafe verurteilt.

122 Millionen Euro Verwarnungsgelder

In 50 Jahren haben die weiblichen und wenigen männlichen Politessen rund 11,5 Millionen Verwarnungen ausgestellt. Das hat der Stadt Einnahmen von mehr als 122 Millionen Euro gebracht. Im Laufe der Zeit wurden immer mehr Politessen eingestellt, denn es wurden mehr Parkbereiche ausgewiesen und das Anwohnerparken eingeführt. Heute sind rund 100 Überwachungskräfte von morgens bis spät abends im Einsatz.

Politessen werden weiter gebraucht

Bei der Feier wagte Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp einen Blick in die Zukunft. Er ist sicher, dass in Aachen auch in den nächsten zehn Jahren noch Politessen gebraucht werden. Auch wenn es durch die fortschreitende Technik sicher möglich wäre, auf sie zu verzichten. Doch die Stadt müsse mit Menschen auf den Straßen Präsenz zeigen und weiter für Ordnung sorgen.

Stand: 05.11.2019, 20:06