Berlin/Bonn-Gesetz: Der junge UN-Standort am Rhein

Langer Eugen mit dem UN-Logo

Berlin/Bonn-Gesetz: Der junge UN-Standort am Rhein

  • rund 1.000 UN-Mitarbeiter inzwischen in Bonn
  • Klima und Nachhaltigkeit sind Bonner Themen
  • zu wenig Platz: UN-Neubau soll 2020 fertig sein

Die große Bühne der bundesdeutschen Politik steht schon lange nicht mehr in Bonn sondern in Berlin. Dafür arbeiten dort, wo einst die Bundestagsabgeordneten ihre Büros hatten, jetzt UN-Mitarbeiter aus aller Welt.

Klima und Nachhaltigkeit werden zu Bonner Themen

Luftaufnahme des UN-Campus in Bonn.

Es wird gebaut: der UN-Campus Bonn wächst.

Als 1995 die Entscheidung fiel, dass das noch junge UN-Klimasekretariat nach Bonn kommt, war das der entscheidende Schritt für die Entwicklung zur UN-Stadt Bonn. Denn vorher, so erinnert sich der ehemalige UN-Sonderbeauftragte der Bundesregierung Harald Ganns, habe es "gerade mal ein größeres UN-Sekretariat" am Rhein gegeben. Inzwischen seien es 20 Einheiten mit rund 1.000 Mitarbeitern, sagt Ganns weiter und spricht deshalb von einer "eindeutigen Erfolgsgeschichte."

UN-Standort Bonn wächst

Die Vereinten Nationen bringen nicht nur internationales Flair in die Stadt und beleben die Wirtschaft. Sie sind auch ein Magnet unter anderem für viele Nichtregierungsorganisationen. So sagt zum Beispiel Christoph Bals, der politische Geschäftsführer der Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch, die UN seien "einer der zentralen Punkte, der es für uns attraktiv macht, hier zu sein."

Berlin/Bonn-Gesetz (5/5): Der UN-Standort am Rhein

Lokalzeit2go - Bonn 26.04.2019 03:44 Min. Verfügbar bis 26.04.2020 WDR Bonn

Dunkle Wolken über der UN-Stadt?

Ein Hochhaus wird am Rheinufer gebaut. Im Hintergrund der "Lange Eugen".

In den Neubau am Stresemannufer soll das UN-Klimasekretariat einziehen.

Das Netzwerk aus Wissenschaft und vielen Organisationen rund um die Vereinten Nationen profitiert zudem auch davon, dass in den zuständigen Bundesministerien in Bonn viele Ansprechpartner zu finden sind, bzw. waren. So haben sechs Ministerien immer noch ihren Hauptsitz in Bonn. Inzwischen aber wandern immer mehr Stellen nach Berlin ab, auch wenn es das Berlin/Bonn-Gesetz anders vorsieht.

Folgen eines Rutschbahneffekts sind nicht absehbar

Der frühere Bonner Bundestagsabgeordnete Ulrich Kelber sieht darin auch ein Problem für den UN-Standort. Denn man habe den UN bei ihrer Ansiedlung in Bonn nicht nur gute Arbeitsmöglichkeiten, sondern auch Ansprechpartner in der Regierung vor Ort versprochen und sieht in einer weiteren Abwanderung auch einen "Wortbruch gegenüber den Vereinten Nationen."

Während Harald Ganns bei den UN glaubt, eine Abwanderung der Ministerien nach Berlin werde sich für die UN kaum bemerkbar machen, gibt es auch andere Stimmen. Christoph Bals gibt zum Beispiel offen zu, man werde genau prüfen müssen, welche Germanwatch-Mitarbeiter dann auch nach Berlin ziehen müssten.

Stand: 26.04.2019, 05:00