Es ist eine Nahaufnahme eines jungen Mannes, welcher Richtung Kamera schaut. Er trägt eine virtuelle Brille und sitzt an einem Tisch vor einem Laptop auf dem seine Sicht durch die Brille wiedergegeben wird.In seinen Händen hält er jeweils einen Kontroller

5G hilft der Wirtschaft

Stand: 21.03.2023, 10:22 Uhr

3,5 Millionen Euro Förderung des Bundes fließen seit Anfang 2021 in Forschung und Entwicklung des neuen 5G-Mobilfunkstandards. Ein großes Forschungsprojekt läuft dazu im Troisdorfer Industrie-Stadtpark. Die Ergebnisse haben Auswirkungen auf die Arbeitswelt

Von Marius Reichert

„Ich verbinde mich jetzt mit dem Service-Techniker vor Ort“, sagt Lukas Odenthal. Er hält dabei zwei Joysticks in der Hand, trägt eine Virtual Reality-Brille. Das Szenario: Eine Maschine im Ausland streikt. Anstatt dorthin zu reisen, gibt Lukas Anweisungen aus der Ferne. Sein „Techniker“ vor Ort sieht 3D-Elemente durch seine Brille, bekommt präzise Anweisungen, wie das Problem zu lösen ist.

Weniger Reisen, weniger Kosten

„Diese Art zu arbeiten spart viel Geld und lange Reisen“, sagt der Ingenieur von der Firma ZWi Technologies GmbH. Denn jede Minute, die eine Maschine stillstehe, koste Geld.

Voraussetzung für das alles: schnelles mobiles Internet, so wie es die neue 5G-Technik bietet. Im Industriepark Troisdorf wird dazu gerade geforscht. Die Fraunhofer-Gesellschaft will herausfinden, welches Potenzial 5G für die regionale Wirtschaft hat - und welche Erfahrungen die Mitarbeiter damit machen.

5G Forschung

00:30 Min. Verfügbar bis 27.03.2024


Hohe Förderung vom Bund

3,5 Millionen Euro stehen als Förderung vom Bund zur Verfügung. Projektleiter Leif Oppermann vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT sagt: „Für uns ist ganz wichtig, dass wir die Systeme mit und für die Menschen konzipieren. Und: Dass man ihnen nicht einfach eine neue Technik vor die Nase setzt und sagt, hier, `mach mal.`“ Die international agierende Firma Kuraray ist Teil des 5G-Forschungsprojektes. Identische Maschinen des Folienherstellers stehen sowohl in Troisdorf als auch bei den Kunden in anderen Ländern. Schnelle Hilfe bei Produktionsausfall ist per Datenbrille garantiert, laut Simon Fuchs von Kuraray seien noch mehr Anwendungsfälle denkbar: „Wenn ein Kunde zum Beispiel ein technisches Problem hat, können wir auch ihm aus der Ferne helfen."

5G-Ausbau geplant

Ein junger Mann steht in einer Halle und arbeitet an einer Maschine, während er eine virtuelle Brille trägt.

Maschinen mit virtuellen Brille bedienen

All das klappt nur, wenn der Mobilfunkstandard 5G weiter ausgebaut wird – auch private Netze beispielsweise auf einem Betriebsgelände. Der Standard ermöglicht den Austausch großer Datenmengen ohne Ruckeln. Andere Länder seien damit schon weiter, weiß Leif Oppermann. Auf dem Troisdorfer Industriegelände soll demnächst ein großes 5G-Highspeed-Netz entstehen. Auch dazu wollen er und seine Kollegen Erfahrungen sammeln. "Unser Projekt wird Mitte 2024 beendet sein, idealerweise dann so, dass die Firmen inspiriert sind, die Prototypen, die wir gebaut haben, in die Anwendung zu überführen“, sagt der Wissenschaftler. Damit könnte Troisdorf auch in Zukunft ein innovativer Standort sein - für die Arbeitswelt der Zukunft. Dank Highspeed-Internet mit 5G.

Über dieses Thema berichtet die WDR Lokalzeit aus Bonn im WDR-Fernsehen und auf WDR2 am 27.03.2023.

 

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