Euskirchener Jäger jagen bei Vollmond Fuchs und Wildschwein

Ein Jäger hält mit seinem Fernrohr Ausschau von einem Hochsitz

Euskirchener Jäger jagen bei Vollmond Fuchs und Wildschwein

Von Christian Schmitz

  • Hohe Schäden durch zu viele Tiere  
  • Jäger wollen Bestände deutlich reduzieren
  • Tierschützer üben massive Kritik

In den kommenden Tagen und Nächten sollen im ganzen Euskirchener Kreisgebiet möglichst viele Wildschweine und Füchse geschossen werden. Aufgerufen dazu hat die Kreisjägerschaft Euskirchen. Die Jagdbedingungen sind momentan wegen der Vollmondnächte besonders günstig, denn bei Vollmond werden die nachtaktiven Tiere leichter gesehen. Die Aktion gilt für alle 330 Jagdreviere im Kreis. Als Anreiz hat die Kreisjägerschaft sogar eine Geldprämie für die ersten fünfzig erlegten Wildschweine ausgerufen.

Durch Bejagung sollen Seuchen bekämpft werden

Die Jägerschaft begründet die Jagd damit, dass dadurch Seuchen wie die Staupe beim Fuchs und die Afrikanische Schweinepest beim Wildschwein eingedämmt werden. Außerdem beklagen die Jäger, dass es in vielen Revieren im Kreis große Wildschäden gebe, da es derzeit einfach zu viele Tiere gebe.

Tierschützer halten Jagdgründe für vorgeschoben

Drei geschossene Füchse liegen auf einem Bett aus Tannenzweigen

Seuchen und Bestände sollen eingedämmt werden

Tierschützer dagegen üben scharfe Kritik an der Aktion der Kreisjägerschaft. Sie halten die Jagdgründe für vorgeschoben. Weder die Staupe noch die Schweinepest ließen sich durch Bejagung bekämpfen. Und die Tierbestände könne man dadurch ebenfalls nicht dauerhaft regulieren. Markus Schmitz-Bongard vom Tierschutzverein in Kall: "Die Jäger suchen nur eine Rechtfertigung, dass sie zur Jagd gehen können. Es ist in der Öffentlichkeit halt nicht leicht zu rechtfertigen, wenn man in seiner Freizeit in die Wälder zieht, um Tiere zu töten."

Forderung nach Jagdverbot

Seine Kritik richtet sich vor allem gegen die Fuchsjagd. Diese sei ökologisch kontraproduktiv, da Füchse sich vor allem von Aas und Mäusen ernähren und so die Verbreitung von Krankheiten sogar verhindern würden. Er fordert nicht nur deshalb ein generelles Jagd-Verbot für Füchse.

Die Kreisjägerschaft Euskirchen will vor allem die beiden kommenden Nächten dazu nutzen, möglichst viele Füchse und Wildschweine zu schießen, da die Jagd danach wegen dem abnehmendem Mond und den schlechter werdenden Lichtverhältnissen wieder schwieriger wird.

Keine Jagd auf meinem Grundstück!

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen | 30.01.2018 | 04:03 Min.

Download

Stand: 02.02.2018, 16:00