Düsseldorfer Rheinbad: Befürchtete Randale blieb aus

Ordnungsamtwagen parkt vor dem Rheinbad

Düsseldorfer Rheinbad: Befürchtete Randale blieb aus

Von Murat Koyuncu

  • Erneute Unruhe im Düsseldorfer Rheinbad bleibt aus
  • Präsenz von Ordnungsamt und Sicherheitspersonal
  • Nur etwa 450 Badegäste anwesend

Es ist ein sehr ruhiger später Samstagnachmittag (06.07.2019) im Düsseldorfer Rheinbad. Die Sonne scheint bei 27 Grad. Eltern planschen mit ihren Kinder im Becken, ein paar Jugendliche essen Eis und haben ihre Beine im Wasser, einige ältere Damen sitzen unter einem Sonnenschirm und spielen Karten.

Schwer vorstellbar, dass es hier vor einer Woche zu einem Massen-Streit gekommen sein soll.

Geplante Randale bleibt aus

Orientiert an dem Hollywood-Film "Project X",  in dem Teenager völlig aggressiv und enthemmt ein Haus und einen Swimmingpool zerstören, hätten einige Jugendliche in den Sozialen Netzwerken zwar versucht, wieder Massen von jungen Leuten hierher zu mobilisieren, allerdings ist von einer solch ähnlich geplanten Randale-Party hier nichts zu spüren.

Polizei ist in Alarmbereitschaft, Ordnungsamt und Security zeigen Präsenz 

Drei Ordnungsbeamte zeigen vor dem Schwimmbad Präsenz. Im Freibad selbst sind zusätzlich sechs Sicherheitsmitarbeiter unterwegs und schauen nach dem Rechten.

Zwischendurch kommt auch die Polizei vorbei, überprüft die Lage, tauscht sich mit dem Sicherheitspersonal aus und geht wieder, ist aber in Alarmbereitschaft. Es gilt die Null-Toleranz-Strategie: Wer hier Krawall macht, wird mit Hausverbot bestraft.

Alles bleibt entspannt

Aber die Beamten und Sicherheitskräfte vor Ort haben so gut wie nichts zu tun: Keine aggressiven Gäste, keine anderen Probleme. Dennoch haben viele Besucher ein leicht mulmiges Gefühl, so auch Andreas Molkenthin, der mit seinem zehnjährigen Sohn hier ist.

Mehrmals hat er sich überlegt, ob er das Rheinbad besuchen soll. Zu groß war die Angst, dass aggressive Jugendliche wieder herkommen und Ärger machen. Trotzdem hat er sich dafür entschieden und das sei gut, sagt der 39-Jährige. Am Mittag hätten er und sein Sohn das Außenbecken teilweise sogar für sich alleine gehabt.

Weniger Besucher als üblich

Frau mit Fahrrad vor dem Eingang des Rheinbads

Leah Stichel, die gerade ihre Tasche zusammenpackt und sich auf den Weg nach Hause machen möchte, ist ebenfalls sehr zufrieden. Die Babysitterin betreut an diesem Samstag drei Kinder und hat mit ihnen knapp vier Stunden im Rheinbad verbracht. Gedanken und Sorgen habe sie sich im Vorfeld keine gemacht. Für sie hat sich der Besuch gelohnt.

Die befürchtete Unruhe blieb an diesem Samstag aus. Es kamen keine aggressiven Gäste. Aber auch die sonstigen Schwimmbad-Besucher blieben weg: Es wurden etwa 450 Personen gezählt, also nur ein Zehntel der Besucherzahl der vergangenen Woche kam ins Freibad.

Kommentar: Vorschriften ersetzen keine Werte

WDR 4 Zur Sache 02.07.2019 01:57 Min. Verfügbar bis 01.07.2020 WDR 4

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Stand: 06.07.2019, 19:50

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