Wuppertaler Schulleiter sollen melden, wie viele Schüler demonstrieren

Archivfoto: Demonstrationsbann mit der Aufschrift "Fridays for Future" (15.02.2019)

Wuppertaler Schulleiter sollen melden, wie viele Schüler demonstrieren

Von Anke Spiess

  • Schulleiter sollen Zahl der fehlenden Schüler melden
  • Bezirksregierung will Schulen dann helfen
  • Schulleiter wünschen sich lieber Hilfe bei den wirklichen Problemen

Die Bezirksregierung Düsseldorf hat die Schulleiter in Wuppertal gebeten, „zu dokumentieren, wer wegen dieser Demonstration dem Unterricht ferngeblieben ist“. So steht es in einer Mail der Bezirksregierung vom Freitag vergangener Woche (08.03.2019). Die Mail bezieht sich auf die "Fridays for Future"-Demonstration, die für den 15.03.2019 in Wuppertal angemeldet wurde.

Mail nur an Wuppertaler Schulen

Es gehe allerdings nicht darum, die Namen der Schüler und Schülerinnen zu erfahren, sondern allein um die Anzahl, erklärte eine Sprecherin der Bezirksregierung. Sie bestätigt auf WDR-Nachfrage: Es wurden auch nicht alle Schulen im Regierungsbezirk angeschrieben, sondern nur jene in Wuppertal. Der Grund: Das Polizeipräsidium habe gemeldet, dass eine Großdemo erwartet werde.

Durch Überblick: Hilfe für Schulleitungen

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Die Bezirksregierung erklärt, dass die Zahlen dazu dienen sollen, einen Überblick zu erhalten. Dann könne man die Schulleiter unterstützen. Zum Beispiel gehe es darum, wie ein Schulleiter damit umgehen könne, wenn viele Schüler nicht zum Unterricht erschienen, weil sie an der Fridays for Future Demo teilnehmen. Wie genau diese Hilfe für Schulleiter aussehen könnte, darüber machte die Sprecherin der Bezirksregierung auf WDR-Anfrage keine konkreten Angaben.

Einige Schulleiter empört

Einige Schulleiter sind empört über die Mail aus Düsseldorf und wollen der Bitte nicht nachkommen. Die Begründung für diese Abfrage sei absurd, sagte ein Schulleiter, der nicht genannt werden möchte, gegenüber dem WDR: „Wir brauchen die Unterstützung der Bezirksregierung vielmehr bei anderen Problemen."

Ministerin soll zählen

Die Wuppertaler Initiatoren der „Fridays for Future“ Demo haben am Donnerstag (14.03.2019) Schulministerin Yvonne Gebauer aufgefordert, nach Wuppertal zu kommen. Dann könne sie selbst die Demonstranten zählen, heißt es in einer Presseerklärung.

Warum die „Fridays for Future“-Demo so wichtig ist

COSMO 10.03.2019 COSMO

Stand: 14.03.2019, 18:43

Kommentare zum Thema

11 Kommentare

  • 11 Siegbert Hufschmidt 15.03.2019, 16:52 Uhr

    Es war typisches Wuppertal-Wetter: Regen. Und doch habe ich lange Jahre keine so engagierte Demonstration in Wuppertal gesehen. Die Reden der Schülerinnen bei der Abschlusskundgebung waren kurz und inhaltlich super! Diese Demonstrationsteilnehmer haben nicht die Schule geschwänzt sondern zu Recht für eine, für ihre Zukunft demonstriert! Dass dabei einigen Politikern, die Meister im Aussitzen sind, Angst und Bange wird, hoffe ich.

  • 10 Iris 15.03.2019, 16:25 Uhr

    wieder aktuell, leere Sitzreihen im Bundestag, nur die vorderen 4-5 Reihen sind besetzt quer durch alle Parteien. Die gewählten Parlamentarier schwänzen ohne gemeinnützigen Grund. Es wird Zeit sich darüber aufzuregen. Wozu sind diese Leute gewählt. Sie erhalten dafür viel Geld und steuerliche Vorteile. Das ist schlicht und einfach Arbeitsverweigerung und unverschämt. Die Schüler demonstrieren für unsere Zukunft für unsere Demokratie. Die Schüler sind die besseren Vorbilder

  • 9 Mari 15.03.2019, 15:39 Uhr

    Hier geht es um Geld u. Spaltung! Eltern und Kinder, die Gesellschaft! Wie kommt das Ministerium nur darauf, planen und helfen zu wollen? Also nein! Wo die Proteste doch schon so schön Orchestriert und gelenkt sind, Gretas Vater! Moderner Ablasshandel einer neuen Klima-Religion. Warum kann keiner mehr sein Gehirn benutzen, wie konnte man die Massen nur so verblenden? Das Klima ist zu komplex und ist nicht zu retten, ich glaube, die Kinder sind nicht mehr zu retten. Mir sind die Antifa-Teilnehmer schon aufgefallen und die Rufe klangen auch so! Na dann, wenn es alle so wollen? Verrückte Zeit, in der wir leben!

  • 8 Britta 15.03.2019, 15:33 Uhr

    Wenn die Kinder außerschulisch demonstrieren würden, würde es niemanden interessieren! Gestreikt wird auch nicht nach Feierabend!

  • 7 Stefan Lorscheid 15.03.2019, 14:57 Uhr

    Grundsätzlich ist es immer hervorgebender, wenn sich jemand für etwas Gutes einsetzt. Zuweilen entsteht aber der Eindruck, dass die teilnehmenden Schüler nicht immer die edelsten Motive haben oder zumindest nicht Konsequent sind. Wer verzichtet denn schon auf den Kaffee um Pappbecher, auf inhaltslose Posts in irgendwelchen sozialen Medien oder auf den so beliebten Flug in den Urlaub? Bei den meisten hört der Klimaschutz doch auf, wenn er dem eigenen Konsumverhalten entgegensteht.

  • 6 Burkhard Hildebrand 15.03.2019, 14:18 Uhr

    Wie hilflos ist denn diese Regierung, dass sie nur mit drakonischen Maßnahmen drohen kann ? Auf diese Weise wird doch nur noch mehr Politikverdrossenheit und weiteres Misstrauen in Parteienpolitik geschürt !

  • 5 Peter Körfer 15.03.2019, 13:31 Uhr

    Wenn die wegen der Teilnahme an der Demo entstandenen Fehlstunden auf dem Zeugnis der Schüler festgehalten werden, plädiere ich für folgende Bemerkung unter " außerschulisches Engagement": N.N. setzt sich in herausragender Weise für den Klimaschutz ein!"

    Antworten (1)
    • Max Otto 15.03.2019, 14:42 Uhr

      " außerschulisches Engagement" wäre nach der Schule; damit hätte kaum jemand ein Problem.

  • 4 Lothar Windgassen 15.03.2019, 12:14 Uhr

    Ich finde es gut,das die Schüler streiken....ich hoffe nur das die im Schulministerium endlich aufwachen......das sind die Wähler von morgen....und das bespitzeln ist seit 30 Jahren hier in ganz Deutschland abgeschafft...

  • 3 Martin Christfreund (AC) 15.03.2019, 12:02 Uhr

    Es ist wirklich grotesk: Wass soll man eigentlich von einer Landesregierung und von Bezirksregierungen halten, die seit zwanzig Jahren millionenfacher Körperverletzung untätig zuschauen, obwohl es exakt IHRE Pflicht ist, z.B. das BImSchG durchzusetzen, welches u.a. die Grenzwerte für NO2 und Feinstaub (PM10) national bindend vorgibt. Hier sitzt man seit zig Jahren untätig herum und rollt (durch Untätigkeit auch in diesem Bereich) sogar noch den Tätern in den Automobilkonzernen permanent den roten Teppich aus, statt sich ENDLICH um eine umweltverträglichere Mobilität und eine deutliche Eindämmung des "motorisierten Individualverkehrs (MIV)" zu kümmern. Stattdessen spielt man jetzt den starken Mann und die starke Frau Minderjährigen (!) gegenüber, die nichts anderes tun, als diese Mist-Regierungen auf ihre ständigen Versäumnisse - nein: Pflichtverletzungen!! - aufmerksam zu machen. Wie erbärmlich! Wie widerwärtig!

  • 2 Gerda Spaan 15.03.2019, 11:07 Uhr

    Frau Gebauer sollte der Aufforderung nachkommen und nach Wuppertal fahren und den SchülerInnen Rechenschaft geben, was sie in ihrem Ressort tut, um die von der Politik gesetzten Klimaschutzziele zu erreichen. Jeder verantwortliche Minister sollte das für sein von ihm geführtes Ressort verpflichtend darstellen müssen. Sehr gut, daß die SchülerInnen es nicht mehr hinnehmen wollen, daß unsere verantwortlichen gewählten Politiker nur reden und nichts tun als den Kindern ihr Recht auf Zukunft zu nehmen.

  • 1 Max Otto 15.03.2019, 11:03 Uhr

    Bei solchen Lehrern glaube ich bald wirklich an einen Fachkräftemangel. Bei Schutz der Kinder vor radikalen Einflüssen hat man die radikalen Grünen vergessen.

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