Die schweren Vorwürfe von Raub, Erpressung und Körperverletzung haben sich nicht gehalten: Das Landgericht Mönchengladbach sprach acht Männer frei – darunter sechs mutmaßliche Rocker. Nach nur drei Verhandlungstagen folgte das Gericht den Anträgen von Staatsanwalt und Verteidigung.
Vorwurf: Brutal Geld abgepresst
Den beiden Hauptangeklagten war nicht zu beweisen, dass sie vor fünf Jahren gemeinsam mit den Mitangeklagten zwei Männern mit Gewalt und Drohungen 11.000 Euro abgepresst haben sollen. Die angeblichen Opfer, heute 30 und 34 Jahre alt, erinnerten sich kaum noch.
Schuld nicht nachweisbar
Hinzu kam ein Fehler der Polizei: Ein Beamter drängte die Männer im Ermittlungsverfahren rechtswidrig zu Aussagen und suggerierte, sie "müssten aussagen". Das aber dürfte nur ein Staatsanwalt anordnen. Damit waren wesentliche Aussagen nicht verwertbar.
Hintergrund: Geschäfte mit Baumaschinen
Die beiden 30 und 34-jährigen späteren Opfer waren an den kriminellen Geschäften der Hauptangeklagten mit gestohlenen Baumaschinen beteiligt.
Der Fehler der Beiden: Sie hatten eine mit falschen Papieren angemietete Maschinen auf eigene Rechnung im Ausland verkauft.
Angeklagte haben geschwiegen
Laut Anklage sollen am Tattag in einem Restaurant in Mönchengladbach Schläge, Tritte und massive Drohungen erfolgt sein. Doch ohne verlässliche Aussagen blieb der Vorwurf im Raum stehen. Alle acht Angeklagten schwiegen – und wurden freigesprochen.
Unsere Quellen:
- Landgericht Mönchengladbach
- WDR Reporter
Sendung: WDR.de, Freispruch in Mönchengladbach: Vorwürfe nicht haltbar. 25.02.2026, 17:30 Uhr