Bonn: Freispruch nach Vergewaltigungsvorwürfen

Bonn: Freispruch nach Vergewaltigungsvorwürfen

  • Prozess am Bonner Landgericht
  • Freispruch für 32-Jährigen
  • Vergewaltigungsvorwürfe nicht glaubwürdig

Mit einem deutlichen Freispruch endete am Freitag (20.03.2020) das Verfahren gegen einen 32-jährigen Asylbewerber aus Eritrea. Er musste sich seit zwei Monaten wegen einer Vergewaltigung nach einer Kneipentour in Euskirchen vor dem Bonner Landgericht verantworten.

Dem Angeklagten war wohl zu Unrecht vorgeworfen worden, eine 37-jährige Kneipenbekanntschaft unter Drogen gesetzt und vergewaltigt zu haben. Laut Urteil ist die Aussage der Frau, die in der Tatnacht extrem alkoholisiert gewesen war, nicht glaubwürdig belastbar.

Zeugin machte widersprüchliche Aussagen

Nach dem Ergebnis der psychiatrischen Gutachterin, habe sich die 37-Jährige im Kerngeschehen mehrfach widersprochen. Außerdem sollen nicht alle ihre Erinnerungslücken auf den starken Alkoholkonsum zurückzuführen sein. Die Zeugin hatte sich schließlich geweigert, ihre Aussage im Prozess zu wiederholen. Bei einer falschen Verdächtigung würde sie sich strafbar machen.

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe immer bestritten, zu sexuellen Handlungen sei es nicht gekommen. Das belegte auch ein rechtmedizinisches Gutachten. Es gab keine DNA-Spur, die eine Vergewaltigung bestätigt hätte.

Der Haftbefehl gegen den Angeklagten, der seit der angeblichen Tatnacht im Juli 2019 in Untersuchungshaft saß, wurde bereits vor dem Freispruch aufgehoben. Für die erlittene Untersuchungshaft muss er auf Staatskosten entschädigt werden.

Stand: 20.03.2020, 15:42