Nach Hochwasserschäden - B 265 wieder freigegeben

Von Stephan Pesch

Am Mittag ist die Bundesstraße 265 wieder für den Verkehr freigegeben worden. Beim Hochwasser der Erft Mitte Juli war die Fahrbahn überflutet und schwer beschädigt worden.

Die Reparaturkosten beziffert der zuständige Straßenbaubetrieb des Landes auf bislang 1,4 Millionen Euro. Denn das Hochwasser Mitte Juli riss nicht nur Straßenböschungen mit. Die Flut zerstörte auch die Fahrbahn. Deshalb musste die B 265 in Höhe Erftstadt-Liblar komplett neu gebaut werden. Auch Schutzplanken, Ampelanlagen und Schilder wurden erneuert. Mit der B 265 wird auch die Autobahnanschlussstelle Erftstadt in Richtung Koblenz wieder geöffnet.

Verkehrskollaps in Erftstadt

Die B 265 gehört mit zu den wichtigsten Verkehrsachsen im Rheinland. Sie verbindet Köln, Hürth und Erftstadt mit der Eifel. Wegen den Hochwasserschäden auf der Autobahn und auf der B 265 musste der Verkehr über drei Monate durch die ländlich geprägten Stadtteile Erftstadts umgeleitet werden.

Ärger bei den Anwohnern

Das sorgte in vielen Dörfern für Staus und Ärger, so auch in Erftstadt-Dirmerzheim. Hier macht Ortsbürgermeister Wilfried Esser seinem Ärger Luft. Der Verkehr habe in seinem Ort schon in vielen Häusern für Risse gesorgt.

"Ich gehe von Kosten für jeden Betroffenen in Höhe von jeweils bis zu 25.000 Euro aus", so Esser, der bereits seit 16 Jahren Ortsbürgermeister von Dirmrzheim ist. Auch die rund 800 Jahre alte Kirche Sankt Remigius sei betroffen. Risse durchziehen das Kirchenschiff. Esser fordert vom Land NRW Schadenersatz.

Die Anwohner hoffen nun, dass mit der Freigabe der B 265 das Verkehrschaos vor ihrer Haustür endlich ein Ende hat.

Wasserstand bis zu 14 Meter hoch

B 265 nach der Überflutung | Bildquelle: WDR/Sabine Büttner

Nach heftigen Regenfällen war die B 265 am Vormittag des 15. Juli vom Hochwasser der Erft überflutet worden. Das vierspurige Teilstück zwischen der Autobahnanschlussstelle Erftstadt und dem Stadtteil Liblar verläuft durch eine Senke. Nach Angaben des Straßenbaubetriebs des Landes NRW stand das Wasser bis zu 14 Meter hoch. Mehr als 100 Autos und LKW wurden eingeschlossen. Tote gab es keine. Tagelang war jedoch unklar, ob es alle Menschen rechtzeitig aus den Fahrzeugen geschafft hatten.