Nach dem Austritt: Endlich neuer Fußballplatz für Frauenteams des Mönchengladbacher FV

Neue Spielstätte für Fußballerinnen aus Mönchengladbach

Nach dem Austritt: Endlich neuer Fußballplatz für Frauenteams des Mönchengladbacher FV

Vor einem Jahr hat die Trennung der Frauenteams vom 1. FC. Mönchengladbach hohe Wellen geschlagen. Jetzt haben die Fußballerinnen eine neue Spielstätte gefunden und wollen um den Aufstieg mitspielen.

"Warum fällt man? Damit man lernt wieder aufzustehen!", so steht es im Leitbild des neuen Vereins FV Mönchengladbach. Der Frauenfußball-Verein wurde vor einem Jahr gegründet, nachdem sich seine Fußballerinnen von ihrem alten Verein getrennt hatten.

Vor einem Jahr hatte der 1. FC Mönchengladbach mehrere Frauen- und Mädchenmannschaften vom Spielbetrieb abgemeldet. Begründet wurde das mit Platzmangel. Für viele Fußballerinnen war das ein Schlag ins Gesicht und ein Zeichen für die mangelnde Anerkennung von Frauenfußball. Auch eine Petition brachte den Stammverein nicht zum Umlenken.

Neue Spielstätte für Fußballerinnen aus Mönchengladbach

Das ließen sich die Kickerinnen nicht gefallen, traten aus und gründeten einen eigenen Verein. Die Frauen spielen weiterhin in der vierthöchsten Liga, der Niederrheinliga - mit Ambitionen auf den Aufstieg. Die letzten beiden Spielzeiten wurden wegen Corona frühzeitig abgebrochen. Bis dahin spielte der FV stets um den Aufstieg mit.

Schwieriger Neustart unter Corona-Bedingungen

Doch nach der Neugründung war zuerst nicht klar, wo die Mädchen und Frauen trainieren können. Sie mussten auf die Plätze anderer Vereine ausweichen und teilweise auf Asche spielen. Das Vereinsleben stand praktisch still. Jetzt hat der Verein wieder eine eigene Spielstätte: Zwei Kunstrasenspielfelder am Campuspark in Rheydt.

Neue Kunstrasenplätze in Rheydt

Die Infrastruktur teilt sich der FV Mönchengladbach mit dem Rheydter SV. Das Gebäude mit Umkleiden und Aufenthaltsraum ist noch nicht ganz fertig. Aber am Freitag fand dort das erste offizielle Training der 1. Damenmannschaft statt. "Die Sehnsucht nach einer eigenen Heimspielstätte wurde immer größer", sagte Kapitänin Eva Opdenbusch dem WDR. Auch wenn das Training am neuen Ort noch ungewohnt sei, fühle es sich ein bisschen an, wie nach Hause zu kommen.

DFB - Frauen fordern mehr Mitspracherecht Mittagsmagazin 21.05.2021 02:54 Min. Verfügbar bis 21.05.2022 Das Erste Von Maximilian Daum

Hohe Identifikation mit dem neuen Verein

Zum ehemaligen Verein habe man keinerlei Kontakt mehr, so der Vorstand. Stattdessen sei die Identifikation mit dem neuen Verein besonders hoch. Nach dem Ende beim FC sei eine "Jetzt-Erst-Recht-Stimmung" entstanden, sagte Kapitänin Opdenbusch. Alle hätten sich dem neuen Verein angeschlossen. Insgesamt sechs Mannschaften bis zur U11 führt der FV.

Neue Spielstätte für Fußballerinnen aus Mönchengladbach

Kapitänin des FV Mönchengladbach, Eva Opdenbusch.

Das Thema Mitbestimmung wollen die Verantwortlichen beim FV generell großschreiben. Der Verein will sich auch dafür einsetzen, dass der Frauenfußball "eine Selbstverständlichkeit" in der Gesellschaft wird. Und sie wollen auch die sportlichen Ziele erreichen. "Wir wollen Erste werden", sagt Kapitänin Opdenbusch selbstbewusst.

Stand: 26.07.2021, 10:26

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