Rheinische Frauenhäuser suchen Wohnungen

Eine Frau sitz auf einem Bett eines Frauenhauszimmers und schaut aus dem Fesnter

Rheinische Frauenhäuser suchen Wohnungen

Von Sabine Büttner

  • Wohnungssuche für Frauenhaus-Bewohnerinnen schwierig
  • Plätze bleiben immer länger belegt
  • Spezielles Wohnraum-Projekt in Köln und Bonn

Endlich bereit für den Neustart – doch mit der eigenen Wohnung will es einfach nicht klappen. Das erleben Frauen im Frauenhaus Euskirchen immer häufiger. Der Wohnungsmarkt sei völlig leer gefegt, auch was den sozialen Wohnungsbau betreffe, berichten Betreuerinnen wie Sabine Heinz: "Die Frauen bleiben jetzt immer sehr viel länger hier, wenn sie von hier aus in eine eigene Wohnung starten wollen. Das ist wirklich kaum zu schaffen." Viele der Bewohnerinnen beziehen Hartz IV, einige haben mehrere Kinder – für Vermieter offenbar ein No-Go. Diese Entwicklung macht sich in der Euskirchener Einrichtung klar bemerkbar: Lag die durchschnittliche Wohndauer früher bei sechs Monaten, so stieg sie mittlerweile auf etwa ein Jahr. Viele Frauen würden gern ausziehen, müssen aber bleiben, weil sie keine Wohnung finden, so Sabine Heinz.

Platznot wird noch größer

Wohnungssuche

Länger im Frauenhaus, weil keine Wohnungen zu haben sind

Die Folge: Die ohnehin schon völlig ausgelasteten Frauenhäuser können immer weniger Frauen aufnehmen, weil seltener Plätze frei werden. Das Haus in Euskirchen musste im vergangenen Jahr 75 hilfesuchende Frauen ablehnen – doppelt so viele wie im Jahr davor. Die beiden Frauenhäuser in Köln machen ähnliche Erfahrungen: Sie konnten im Jahr 2016 rund 700 Frauen aus Platzmangel nicht aufnehmen. Durchschnittlich bleiben die Frauen in den Kölner Häusern acht Monate.

Neue Wohnung muss sicher sein

Frau mit Kindern sucht Wohnung

Per Flyer suchen die Frauenhäuser Wohnungen für Bewohnerinnen

Gerade in Köln ist der Wohnungsmarkt hart umkämpft. Der Verein "Frauen helfen Frauen", der die beiden Kölner Einrichtungen betreut, berichtet in einem Schreiben, dass Bewohnerinnen nur mit viel Geduld ein neues Zuhause finden:  "ALG-II-Bezug? Ein nicht deutsch klingender Name oder ein Akzent am Telefon? Mehr als zwei Kinder? All das können Gründe sein, warum Vermieter entweder direkt absagen – oder nie wieder von sich hören lassen", so der Verein.

Für Frauen, die vor Gewalt geflüchtet sind, spielten bei der Suche nach einer Wohnung auch andere Kriterien eine Rolle. Oft kommt die Frage nach der Sicherheit in einem bestimmten Viertel auf. Auch die Lage einer Wohnung im Erdgeschoss kann ein Problem sein.

Mitarbeiterin nur für die Wohnungssuche

Um etwas gegen das Wohnungs-Problem zu tun, haben die Frauenhäuser in Köln und Bonn das Projekt "Wohnraum finden" initiiert, das seit dem vergangenen Sommer vom NRW-Heimatministerium für zwei Jahre finanziert wird. In beiden Städten kümmert sich jetzt je eine Mitarbeiterin ausschließlich um die Wohnungssuche für die Bewohnerinnen, um sie auch bei diesem Thema bestmöglich zu unterstützen.

Stand: 08.03.2018, 09:02

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