Ford in Köln-Niehl

Kölner Ford-Werk bekommt Zuschlag für Elektroauto

Stand: 14.03.2022, 15:46 Uhr

Der Automobilbauer Ford will eine Milliarde Dollar in das Kölner Werk investieren, damit ab 2024 ein zusätzliches Elektroauto produziert werden kann. Für den Kölner Standort bedeutet das die langfristige Sicherung.

Von Jens Gleisberg

Aufatmen bei Benjamin Gruschka. Er ist der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Kölner Ford-Werke. Ein zweites elektrisches Modell macht die Produktion und damit die Arbeitsplätze zukunftssicher. Denn dadurch können die Anlagen in den Werkshallen besser ausgelastet werden und die Arbeit wird somit effektiver. Innerhalb des Ford-Konzerns ist derzeit ein regelrechter Wettbewerb zwischen den europäischen Standorten entstanden. Der erste Gewinner ist das Kölner Werk.

200.000 Autos sollen in Köln vom Band laufen. Von dem heute angekündigten Modell und dem Elektroauto, das ab dem kommenden Jahr in Köln produziert wird. Für die Niehler Werkshallen bedeutet das, dass die Produktionsbänder voll ausgelastet sind und Ford zum früheren Drei-Schicht-Betrieb zurückkehren könnte. Dafür würde dann das Unternehmen möglicherweise zusätzliche Mitarbeiter brauchen.

Auch Batterie-Montage in Köln

Kölner Fordwerk bekommt Zuschlag für Elektroauto

Benjamin Gruschka, Betriebsratsvorsitzender Ford

Nach Jahren des Personalabbaus mit mehr als 5600 Stellen in Deutschland ist dies nun ein positives Signal des Autoherstellers. Denn Ford hat angekündigt auch eine Batterie-Montage in Köln ansiedeln zu wollen, die ebenfalls 2024 in Betrieb genommen werden soll. "Das sind tolle Nachrichten", findet Betriebsratsvorsitender Benjamin Gruschka, "und als Betriebsrat sind wir sehr froh und erleichtert, dass nach vielen Diskussionen und intensiven Gesprächen dieses Ergebnis erzielt werden konnte.“

Modelle werden in Köln entwickelt

Kölner Fordwerk bekommt Zuschlag für Elektroauto

Branimir Crnjac, Druckguss Ford Köln

Auch die Entwicklung der elektrischen Modelle für den europäischen Markt wird in Köln gemacht. Die Ingenieure im Entwicklungszentrum in Merkenich sind zuständig für die Modelle. Sie arbeiten damit an der Zukunft des Konzerns. Viele Mitarbeiter sind erleichert und froh, dass in Köln weiter nach vorne geschaut werden kann. "Ein sehr gutes Zeichen für die Mitarbeiter der Ford-Werke und der Zuliefererfirmen, dass wir die Arbeitsplätze erhalten und sichern werden.“, sagt Branimir Crnjac, der im Druckguss bei Ford arbeitet.

Denn bis 2036 sollen aussschließlich elektrische Modelle in Köln produziert werden. Dazu will Ford zusammen mit Partnern eine eigene Batterie-Fertigung in der Türkei aufbauen.

Über dieses Thema berichten wir in der WDR Lokalzeit aus Köln am 14.03.2022 ab 19.30 Uhr.