Klima-Aktivisten zertrampeln Felder von Bauern

Bauer Willi Kremer-Schillings auf einem Feld in Rommerskirchen

Klima-Aktivisten zertrampeln Felder von Bauern

  • Felder-Zerstörung nach Klimademonstrationen
  • Bauer aus Rommerskirchen erwartet Entschuldigung
  • Laut Bundesministerin Klöckner "respektlos"

Nach den Demonstrationen durch "Ende Gelände" beim Tagebau Garzweiler am Wochenende beschwert sich ein Bauer über die Zerstörung von Teilen mehrerer Felder in Rommerskirchen durch Aktivisten.

Landwirt Willi Kremer-Schillings hat sich bei Twitter massiv über die Aktivisten geärgert. Gegenüber dem WDR sagte er am Montag (24.06.2019): "Die waren so in ihrem 'Wir retten die Welt-Rausch'". Er könne nicht verstehen, warum die Aktivisten quer über sein Petersilienfeld und die Felder seiner Bauernkollegen gelaufen seien.

Beschädigung sei eine "Doppelmoral"

Das Bündnis "Ende Gelände" kündigt zwar an, dass sie für jegliche Schäden aufkommen würden, aber darum gehe es dem 64-Jährigen nicht: "Es geht mir um den Respekt. Es wird dauernd gesagt, dass wir etwas fürs Klima machen sollen oder die Bienen retten. Und das ist für mich eine Doppelmoral."

Kremer-Schillings sei nicht gegen den Klimaschutz - er verstehe auch die "Fridays for Future"-Bewegung. Aber warum die Aktivisten nicht 100 Meter weiter in einer Schneise gegangen sind, wo sie keine Pflanzen beschädigt hätten, sei ihm unverständlich.

Ein großer Schaden sei laut seiner Auffassung zwar nicht entstanden, aber er erwarte eine Entschuldigung von "Ende Gelände".

Ende Gelände: Sicherheit der Aktivisten habe Priorität

Für Kathrin Henneberger, Sprecherin von "Ende Gelände", steht die Sicherheit der Aktivisten an oberster Stelle: "Ich vertraue den Aktivisten, in welchen Aktionen sie wie agieren." So könne es vorkommen, dass Situationen es verlangen, dass Aktivisten spontan andere Wege gehen.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Sie habe sich auch bei Bauer Willi Kremer-Schillings entschuldigen wollen, habe aber leider keinen Kontakt von ihm. Zusätzlich bitte sie um Verständnis, dass es Priorität habe, sich um Verletzte zu kümmern.

Außerdem betonte sie, dass "Ende Gelände" die Klimakrise aufhalten will: "Wenn es vier bis sechs Grad heißer wird und wir nichts dagegen tun, wird es zu Ernteausfällen kommen. Wir tun das auch für die Bauern."

Auch Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, äußerte sich zu den zertrampelten Feldern am Dienstag (25.06.2019): "Wer achtlos über Gemüsefelder trampelt, Ernte und damit Eigentum zerstört, der geht respektlos mit Lebensmitteln um, und der hat ein Glaubwürdigkeitsproblem bei seinem Kampf für das Klima. [...] So kann sich nur jemand benehmen, der keine ordentliche Kinderstube hat und die ehrliche, harte Arbeit von Bauern nicht kennt – aber sonst sofort eine Meinung dazu hat."

Aktivisten wurden zum Teil schwer verletzt

Nach Angaben des Bündnisses "Ende Gelände" wurden am Wochenende mehrere Aktivisten verletzt. Dutzende seien dehydriert oder durch Schlagstöcke oder Pfefferspray leicht verletzt. Außerdem gebe es auch einige Schwerverletzte, die teilweise mit Knochenbrüchen im Krankenhaus liegen.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrages hatten wir Bauer Willi Kremer-Schillings fälschlich das zertrampelte Möhrenfeld zugeordnet. Das gehört ihm aber nicht. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten, ihn zu entschuldigen.

Stand: 25.06.2019, 12:06

Kommentare zum Thema

40 Kommentare

  • 40 Wie nennt man jemanden .. 27.06.2019, 05:00 Uhr

    ...der Allgemeingut zerstört und Bodenschätze entnimmt ohne zu bezahlen? RWE

  • 39 Erik Thormann 26.06.2019, 12:42 Uhr

    Sie mussten mit Bussen dorthin fahren weil die Züge nicht fuhren. Warum die Züge nicht fuhren? Damit die Teilnehmer nicht zur Demonstation fahren können. Wenn sie so also gar nicht am Bahnseteig waren, wie sollen sie ihn dann zugemüllt haben? In dem Live-Video, was ich sah, standem nur Polizisten am Bahnsteig. Sie haben all ihren Müll in viele bereitstehende Tonnen geworfen und die Anzüge in Säcke gepackt. Berteit zur Abfuhr des Mülls. Da lag nichts herum. Seit Jahren entschädigt die Bewegung alle geschädigten Bauern. Sie rufen extra dazu auf, das sich Bauern melden sollen, die noch nicht kontaktiert wurden. Andere Bauern berichteten das sie den Schaden vollständig ersetzt haben. Möhren benötigen 20 Wochen zum wachsen. Die Schäden der Braunkohle halten bedeutend länger an. Lieber WDR, ich bin es gewohnt das ihr ordentlich Bericht erstattet, das hier sieht aber eher so aus als ob ihr Partei für RWE nehmen sollt. Ich habe alles auf einem Live-Video gesehen.

    Antworten (1)
    • Anton 27.06.2019, 08:28 Uhr

      Erik Thormann,sieHaben es nicht verstanden worum es den Bauern geht. Nicht um die paar hundert Euro Ernteausfall. Es geht um den nicht vorhandenen Respekt. Das viele Demonstranten dehydriert waren sind sie selbst schuld.Wenn man sich draußen in der Pampa bewegt,weiß man doch,daß es da kein Laden gibt ,in dem man schnell mal was kaufen kann ,auch nicht im Tagebau. Da muß man seine Tagesration schon mitbringen. ..hab auch einige Videos gesehen....... Und ja gegen Braunkohle demonstrieren ist ok . Aber nicht so.kommt nicht gut rüber.Wirkte auf mich sehr hype-gesteuert und kopflos.

  • 38 Wolle 26.06.2019, 11:22 Uhr

    Diese Möchtegernweltretter setzen sich einfach über geltene Gesetze hinweg, das ist nur hier in Deutschland möglich, in einem anderen Land hätten die viel zu viel Schiss, da würden die nicht so mit Samthandschuhen angefasst wie bei uns. Ich hab Zweifel an unserem Rechtssystem, wo soll das noch enden!?!

  • 37 openwater69 26.06.2019, 11:04 Uhr

    1. Wer im Sommer, bei diesen Temperaturen auf unabsehbare Zeit ins Freie geht, ohne sich mit ausreichend mit Getränken auszustatten, der ist mit Verlaub ein Vollidiot. 2. Wer fremdes Eigentum beschädigt, der haftet für den Schaden. Im Zweifel halt der Veranstalter. Das man einen Landwirt der namentlich bekannt ist angeblich nicht erreichen kann ist ja wohl lächerlich. Das ermitteln der Telefonnummer dauerte 5 Sekunden bei Google.

  • 36 Q 26.06.2019, 08:33 Uhr

    Die Umweltzerstörer und Sachbeschädiger haben sich von Dieselbussen in die Landschaft fahren lassen. Haben also nicht nur die Ernte zerstört, sondern direkt das Klima geschädigt, durch CO2. Außerdem haben sie durch ihre Dieselbusfahrt noch Stickoxide emittiert. Das sind die wirklichen Umweltverpester! Ach ja und einen Haufen Plastikmüll hinterlassen, denn die weißen Anzüge sind bestimmt nicht aus Ökobaumwolle, sondern wahrscheinlich billigst in China produziert (so eine Aktion soll ja nicht viel kosten). Diese Randalierer führen ihre angeblichen Ziele durch ihr Verhalten selbst ad absurdum.

  • 35 Martin Fahlbusch 26.06.2019, 07:42 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er gegen unsere Netiquette verstößt. (die Redaktion)

  • 34 hallihallo 26.06.2019, 07:35 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

  • 33 Daria 25.06.2019, 19:58 Uhr

    Korrekt. Die Demonstranten waren dehydriert, weil sie für 13 Stunden aufgehalten wurden und das teilweise in der prallen Sonne. Polizisten wollten die Demonstranten nicht zur Mine laufen lassen und das ohne Begründung. Und dann wundert ihr euch im Nachhinein, wieso Äcker zerstört wurden? Wenn das Grundgesetz des Versammlungsrechts von der Polizei missachtet wird, suchen sich Aktivisten nun einmal ihren eigenen Weg.

    Antworten (3)
    • Iris 25.06.2019, 21:34 Uhr

      Du achtest nicht das eigentliche um und recht der anderen ! Ernte / privatgelände / Fremdes Eigentum . Und beschwerst dich noch wenn man dich an diesen vergehen hindern will.... Mädchen wach auf Prinzessinnen gehören und Märchenbuch und nicht zu Protesten . Wer dich in Gefahr begibt muss mit Dieters rechnen

    • DerDieDas 26.06.2019, 07:23 Uhr

      Angemeldete Demos dürfen nicht auf Privatgelände stattfinden. Das ist Blödsinn was Sie schreiben. Und keiner hat die Aktivisten gebeten unerlaubt in die Grube zu gehen. Und sich dann noch über die mangelnde Versorgung beschweren ist doch blanker Hohn. Das die Polizei die armen Aktivisten dann nicht zum Bagger durchlässt ist dann aber wirklich ein Ding. In welcher Welt leben Sie eigentlich. Wie hätten die Aktivisten sich denn hoch oben auf dem Bagger stundenlang versorgt bei der Wärme? Wenn man das so liest muss man wirklich Angst um den Verstand der Menschheit haben.

    • Warum 26.06.2019, 23:52 Uhr

      Och, hatten die Aktivisten Durst, war ihnen zu warm. Hätten ja nach hause gehen können, was demonstrieren sie auch in der Hitze. Selber Schuld

  • 32 Petra 25.06.2019, 19:40 Uhr

    Auch wenn die Bauern von dieser Organisation Ende-Gelände entschädigt werden sollen, ist das Verhalten von diesen Delinquenten einfach unfassbar respektlos, da hat der Landwirt recht. Da wird die Arbeit der Landwirte von Monaten zunichte gemacht und von den Leuten gibt es ein müdes Achselzucken mit dem Spruch, wie viele Menschen mit dem Ertrag der Äcker erst hätten versorgt werden können, die weggebaggert wurden. Joa, fein. Trotzdem seid ihr Straftäter und habt nicht das Recht, anderer Leute Arbeit und Eigentum zu zerstören.

  • 31 Joachim Uliczka 25.06.2019, 19:18 Uhr

    Nachtrag: Entschuldigung über fehlende Buchstaben o.ungewollte Wiedergolungen im Text - keine Absicht ! Ich mache nur ein o.zwei Vorschläge - nicht das es ausufert ! Geht vor die Parlamente o.regionalen Rathäuser bzw. Stätte ,Gemeinden. Redet miteinander - Komunication nennt man das. Bringt Denk Vorschläge u.Lösungsbeispiele. Haligali Actionen mögen Medien wirksam sein aber bringen eine Lösung so wenig nahe wie derBegriff ,,Alternativlooooooos!" mit der Frisur von der Spatz von Avingion und Raute machen. Möchte auch mal Ideen u. Planungen sehen bzw. lesen. Zur Zeit nur Aufregung im Hühnerstall! Wo ist der Fuchs ?! Ne hab ihn nicht gesehen ! Ach soooooo..... . Bis auf die nächste Demo o. Promotion Tour von ... aus Schweden !

  • 30 R10F69 25.06.2019, 18:23 Uhr

    Wenn ich lese es gehe um die Sicherheit der Aktivisten. Aber dann sehe wie die die Böschungen in den Tagebauten runterrutschen, dann weiß ich es nicht.