Hitze-Sommer: Folgen für das Bergische Land

Blick in die Klimazukunft: Trocknet das Bergische Land aus? Lokalzeit2go - Bergisches Land 20.12.2018 03:07 Min. Verfügbar bis 20.12.2019 WDR Wuppertal

Hitze-Sommer: Folgen für das Bergische Land

  • Niederschläge im Winter entscheidend für Talsperren-Pegel
  • Wupperverband reagiert nach der Dürre im Sommer
  • Trinkwasser-Qualität könnte in Zukunft unter Hitze leiden

Noch nie war es zwischen Juli und Oktober im Bergischen so trocken wie in diesem Jahr. Das könnte in den nächsten Jahren Konsequenzen für die Region haben.

Bergische Talsperren haben sich noch nicht erholt

Luftbild der Wuppertalsperre

Blick auf die Wuppertalsperre

Für den Wupperverband etwa entscheiden die nächsten Monate, ob eine weitere Dürre gut zu bewältigen wäre: Die Niederschläge, die von November bis Februar in der Region fallen, sind wichtig für den Pegelstand der Talsperren im Sommer.

Gerade im Winter sind die Böden feucht und die Vegetation ist gesättigt. Somit gelangt vergleichsweise viel Wasser in die Talsperren. Derzeit liegen die Füllstände aber immer noch bis zu einem Drittel unter dem Soll.

Wasserspeicher sollen geschont werden

Der Wupperverband hat auf die Dürre des Sommers reagiert. Bei der Düsseldorfer Bezirksregierung hat der Verband den Antrag gestellt, künftig weniger Wasser aus der Wuppertalsperre an die Wupper abzugeben. So soll der Wasserspeicher im Sommer geschont werden.

„Bisher sind das relativ starre Regeln, denen wir nachzukommen haben“, sagt Claudia Klerx vom Wupperverband. „Aber wenn einfach aus den Bächen wenig Wasser der Talsperre zufließt, macht es aus unserer Sicht auch Sinn, dann die Abgabe diesem Zufluss anzupassen.“

Stadtwerke wollen Trinkwasser-Preise nicht erhöhen

Auch für die Qualität des Trinkwassers ist die Hitze ist nicht gut. Denn die Sonne regt das Wachstum von Algen an. Lange Hitze-Perioden haben also einen höheren technischen Aufwand bei der Aufbereitung zur Folge. Der Preis des Wassers soll aber nicht steigen, versprechen die Stadtwerke.

Älteste Trinkwassertalsperre in Deutschland könnte reaktiviert werden

Ausblick über die Eschbachtalsperre

Wichtig für die Wasserwirtschaft: Talsperren

In Remscheid sind Umweltexperten aus der Kommunalpolitik skeptisch, ob das Bergische Trinkwasser wirklich immer ausreicht. Die CDU-Fraktion hat bei den Remscheider Stadtwerken nachgefragt, ob es möglich wäre, die Eschbachtalsperre zu reaktivieren.

Die Politiker beziehen sich auf folgende Pläne: Über eine etwa 15 Kilometer lange Rohrleitung könne man Wasser zum Wasserwerk in Wermelskirchen-Dabringhausen transportieren. Ausgerechnet die älteste Trinkwassertalsperre in Deutschland könnte also eines Tages wieder ganz dringend gebraucht werden. Nämlich dann, wenn Schnee und Regen im Winter für gut gefüllte Talsperren im Sommer nicht mehr ausreichen.

Stand: 20.12.2018, 15:18