Unterstützung für "arme" Karnevalsprinzen in Ratingen

Unterstützung für "arme" Karnevalsprinzen in Ratingen

Von Peter Hild

  • Förderverein will Spenden für Prinzenpaar sammeln
  • Session in Ratingen kostet deutlich mehr als 10.000 Euro
  • Unterstützung soll junge Leute für Prinzenamt begeistern

In Ratingen soll künftig jeder Karnevalsprinz werden können, der interessiert und jeck genug ist – unabhängig vom Geldbeutel. Dafür will der neue Förderverein "Prinzen-Stiftung" sorgen, der am Montag (21.01.2019) vorgestellt wurde. "Wir wollen mit unserer Initiative den Karneval demokratisieren", sagt der Vereinsvorsitzende Detlef Brendel.

Für die Auswahl des Prinzenpaars sei zu oft entscheidend, ob sich Kandidaten das Amt überhaupt leisten könnten – und nicht unbedingt, wer am besten geeignet wäre. "Das wollen wir ändern", so Brendel, "wir wollen damit auch jungen Leuten die Chance bieten, Prinz zu werden." Das könnten zum Beispiel auch Studenten sein.

Junges Paar hatte Amt wegen Kosten abgesagt

Die Absage eines jungen Pärchens mit zwei kleinen Kindern im vergangenen Jahr hatte die Initiatoren in ihren Plänen bestätigt. "Die beiden hätten prima als Prinzenpaar gepasst, sogar die Kinderbetreuung wäre gesichert gewesen, aber bei den Kosten mussten sie dann einen Rückzieher machen", berichtet Peter Hense vom Ratinger Karnevalsausschuss.

In Ratingen muss das Prinzenpaar einen gut fünfstelligen Betrag aus eigener Tasche beisteuern. Die Vereinsgründer wollen nun in den nächsten Monaten Unterstützer suchen. 500 Euro pro Session soll ein Stifter spenden, so der Plan. Wenn genug mitmachen, könnte vielleicht schon das kommende Ratinger Prinzenpaar davon profitieren.

Vorbild für andere Städte?

Peter Hense vom Ratinger Karnevalsausschuss glaubt, dass das Fördermodell auch Vorbild für andere Städte sein könnte. "In vielen Städten gibt es ähnliche Probleme, dass man als Prinz viel eigenes Geld mitbringen muss", sagt Hense. Oftmals seien die Prinzen deshalb um die 50 Jahre alt und älter. Hense ist sich deshalb sicher, dass sich andere Karnevalskomitees erkundigen werden, wie das Modell in Ratingen funktioniert.

Stand: 21.01.2019, 16:08

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