Flughafen Niederrhein in Weeze hat wirtschaftliche Probleme

Wie geht es dem Flughafen Weeze? 03:09 Min. Verfügbar bis 12.11.2020 Von Wolters, Frank

Flughafen Niederrhein in Weeze hat wirtschaftliche Probleme

  • Flughafen Niederrhein in Geldnot
  • Betreiber bittet um Zuschuss
  • Weezes Bürgermeister plädiert für Unterstützung

Große wirtschaftliche Probleme plagen derzeit den Flughafen Niederrhein in Weeze. Diesem fehlen Passagiere, da die Fluggesellschaften ihre Flüge auf andere Standorte wie Düsseldorf verlegen. Im ersten Halbjahr 2019 kamen weniger als 300.000 Fluggäste – das sind 30 Prozent weniger als im Vorjahr. Jetzt bittet der Betreiber um Zuschüsse.

Nach WDR-Informationen soll der Flughafen Niederrhein den Kreis Kleve und die Gemeinde Weeze um Unterstützung gebeten haben. Dabei soll es sich um einen Zuschuss von knapp zwei Millionen Euro handeln. Der Bürgermeister der Gemeinde Weeze, Ulrich Francken (CDU), plädierte am Mittwoch (13.11.2019) für eine Unterstützung: "Ich werde dafür werben, die Finanzhilfen zur Verfügung zu stellen", sagte er.

Der Airport Weeze hat eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung für die Infrastruktur in der Region. Der Kreis Kleve ist bereits mit 24 Millionen Euro am Flughafen beteiligt. Auf dem Areal arbeiten, nach Angaben des Airports, rund 1.000 Menschen bei Firmen und Behörden.

Hohe Luftverkehrsteuer mitverantwortlich für Krise

Die leere Eingangshalle des Flughafen Weeze

Die leere Eingangshalle des Flughafen Weeze

Für das laufende Jahr werden rund 1,3 Millionen Passagiere erwartet – etwa ein Viertel weniger als im Vorjahr. Der Flughafen sei in den nächsten zwölf Monaten gut durchfinanziert, sagte Geschäftsführer Ludger van Bebber. Danach könnte es aber eng werden. Die hohe Luftverkehrsteuer könnte zusätzlich negative Auswirkungen auf die finanzielle Lage des Flughafens haben.

Verkehrsgeograf Rudolf Juchelka: Katastrophale Situation

Noch ist unklar, wie es mit dem Flughafen Niederrhein weitergeht. "Das ist eine katastrophale Situation, irgendwann wird die Luft eng", so Verkehrsgeograf Rudolf Juchelka von der Universität Duisburg-Essen. "Der Flughafen kostet jeden Tag Geld. Ich sehe langfristig keine Perspektiven". Auch Michael Westerhoff aus der WDR-Wirtschaftsredaktion ist skeptisch: "Flughäfen in ländlichen Regionen haben häufiger Probleme, der Trend geht zu den Großstadtflughäfen."

Hauptgesellschafter des Flughafens ist nach Angaben eines Flughafensprechers mit rund 88 Prozent die Airport Niederrhein Holding. Der Kreis Kleve hält über elf Prozent und die Gemeinde Weeze 0,03 Prozent. Ob es eine Bereitschaft gibt, dem Flughafen finanziell zu helfen, werden die politischen Beratungen in den nächsten Wochen zeigen. Laut Flughafenbetreiber sollen dann Gespräche auf Kreis- und Gemeindeebene stattfinden.

Stand: 14.11.2019, 10:33

Kommentare zum Thema

15 Kommentare

  • 15 Steuerzahler 14.11.2019, 14:33 Uhr

    1. Vorab die Klimadiskussion > also grundsätzlich weniger fliegen! 2. Wenn dann noch sinnvoll: Mit Subventionen mehr Fluggesellschaften nach Weeze umschichten und nicht nur RyanAir finanzieren. 3. Nicht nur deutsche Steuergelder einsetzen, sondern auch niederländische Nutzer einbinden - man schaue sich mal die Anzahl der "gelben Nummernschilder" auf dem NRN-Parkplatz an.

  • 14 Flugzeuge im Bauch 12.11.2019, 20:32 Uhr

    Dem "deutschen Michel" wird der Verbrennungsmotor im Auto madig gemacht. Aber wo gehen denn die angeprangerten "Dreckschleudern" hin? Ins benachbarte Ausland. Und der Wind weht dann alles an Deutschland vorbei, oder wie? Öl- und Gasheizungen werden uns irgendwann per Gesetzt abgeschaltet. Und dann? Sollen wir alle auf Elektroheizungen umsteigen? Aber im Gegenzug sollen Flugzeuge fliegen dürfen? Wie sieht es da eigentlich mit Elektromobilität aus :-) ? Wer hat denn da in der Schule mal wieder nicht aufgepasst? Unsere Kanzlerin ist doch promovierte Physikerin. Sie sollte doch wissen, wovon sie redet. Die deutsche Regierung hat eine seltsame Art entwickelt, das Land zu führen. Irgendwann schafft sie es, mit dem CO2-Wahn die gesamte Wirtschaft lahmzulegen.

  • 13 Thomas Red 12.11.2019, 19:59 Uhr

    Die Luftverkehrssteuer sei schuld? Haha. Die gibt es für alle deutschen Flughäfen gleich (nur gestaffelt nach Flugdistanzen) und wird erst zum 1.4. 2020 erhöht werden. Was für eine schwache Ausrede für eigenes Missmanagement.

  • 12 Gocher 12.11.2019, 19:24 Uhr

    Muss den jedes Nest seinen eigenen, hoch subventionierten Flughafen haben ?

  • 11 Donald D. 12.11.2019, 18:53 Uhr

    Lieber Flughafenbetreiber...ich sag mal so....ich bin bereit die fehlenden 2.000.000 € für 10% p.A. zu investieren. Die Zinsen bitte vorab auf mein Konto...dann geh ich zur Sparkasse und leih mir das Geld.....ist doch einfach...und ich hab kein BWL studiert. Ernsthafte Anfrage hier.... Euer Donald D.

  • 10 Tanja 12.11.2019, 17:40 Uhr

    Nicht begreiflich, warum nur Ryanair fliegt. Bemüht man sich nicht um andere Anbieter?

    Antworten (1)
    • Daniel 12.11.2019, 20:01 Uhr

      Hab' mich mit einem Flughafenmitarbeiter unterhalten. Ryan Air hat für Jahre das Monopol in Weeze und blockiert andere Fluggesellschaften, die gern z. B. aus Düsseldorf nach Weeze gehen würden. Ryan Air macht so lange, bis man Weeze schließt. Muss man alles nicht verstehen, diesen Kinderkram! Wir fliegen gern ab Weeze und hoffen, dass die sich dort wieder einkriegen.

  • 9 Ich 12.11.2019, 15:20 Uhr

    Wo hat D.dorf und z.B. Eindhoven noch was frei?

  • 8 Mitdenker 12.11.2019, 15:18 Uhr

    Tja, sobald die Subventionierungen in Form von Steuerfreiheit abgebaut werden, kommt das System der Billigflieger ins Wanken. Die Billigfluggesellschaften haben sich übrigens Anfang der 2000er Jahre unter einer rot-grünen Bundesregierung in Deutschland in der Fläche ausgebreitet. Auch hier mal wieder ein schönes Beispiel für das Versagen der Grünen, wo die Ankündigung vor der Wahl in der Regel nichts mit dem Regierungshandeln nach der Wahl zu tun hat. Hoffentlich ist dieser Flughafen bald Geschichte und weitere unsinnige "Drehkreuze" verschwinden ebenfalls: Hahn (angeblich bei Frankfurt), Memmingen, Paderborn, Kassel usw. Wenn Fluggäste wegen 10 bis 30 Euro Luftverkehrsabgabe nicht mehr fliegen zeigt das doch nur, wie überflüssung und unnötig diese Flugreise offenbar ist.

  • 7 Bruno 12.11.2019, 14:48 Uhr

    Leider ist der Flughafen Weeze der Fluggesellschaft Ryanair gnadenlos ausgeliefert. Wenn der irre Ire die Flieger abzieht gehen in Weeze die Lichter aus.

  • 6 Anonym 12.11.2019, 14:46 Uhr

    Never catch a falling knife....

  • 5 Egon 12.11.2019, 14:07 Uhr

    Das ist halt freie Marktwirtschaft: wenn etwas nicht gebraucht wird, kann man es nicht endlos mit Subventionen künstlich am Leben halten, sondern muss es schließen. So einen abgelegenen Flughafen brauchen wir nicht, so lange Düsseldorf und andere freie Kapazitäten haben. Außerdem sollte man in Zeiten des Klimawandels ohnehin überlegen, ob man dauernd überall hin jetten muss. Man kann schließlich auch mit anderen umweltfreundlicheren Verkehrsmitteln verreisen.

    Antworten (1)
    • Heidi 12.11.2019, 15:23 Uhr

      So ein Quatsch!Ich Fliege lieber als auf überfüllten Autobahnen oder überfüllten Zügen,wo man immer wieder Umsteigen muss,oder man wird an den Bahnhöfen Angepöbelt!Und zum Süden wollen die meisten und das ohne Stress und Fliegen ist Stress Freier,als Auto oder Bahn!Und man ist schneller mit Fliegen am Ziel!Wenn ich Urlaub habe,muss ich keinen Stress haben!