Lange Warteschlangen am Flughafen: DGB schreibt Brief an Bundesinnenministerin Faeser

Stand: 10.06.2022, 18:06 Uhr

Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat wegen der Warteschlangen am Düsseldorfer Flughafen einen offenen Brief an Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) geschrieben. Darin fordert er mehr ausgebildetes Personal an den Sicherheitsschleusen.

Weil in letzter Zeit viele Reisende sehr lange an den Sicherheitskontrollen am Düsseldorfer Flughafen warten mussten und zum Teil sogar ihre Flüge verpassten, hat sich der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) nun gemeinsam mit Verdi Düssel-Rhein-Wupper an Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) gewandt. Bei dem privaten Sicherheitsdienst würden mindestens 500 Kontrolleure fehlen. Nach Ansicht von DGB und Verdi gehört die Luftsicherheit außerdem in öffentliche Hand, so wie es zum Beispiel in Bayern am Flughafen in München schon der Fall ist.

Keine zweite Sicherheitsfirma erlaubt

Aufgrund der langen Warteschlagen hatte die Bundespolizei als zuständige Behörde Ende Mai bereits angekündigt, dass das zuständige Sicherheitsunternehmen "Deutscher Schutz- und Wachdienst" (DSW) mehr Personal beschäftigen will. Wie viele neue Kräfte eingestellt werden können, ist noch unklar. Offenbar sind es aber keine ausgebildeten Luftsicherheits-Assistenten, sondern Hilfskräfte, die möglicherweise auch von anderen Firmen geliehen werden.

Eine lange Warteschlange am Düsseldorfer Flughafen | Bildquelle: WDR

Die Bundespolizei hatte zunächst die Idee ins Spiel gebracht, eine zweite Sicherheitsfirma zu beschäftigen. Das ist aber nicht erlaubt – das stellte das zuständige Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums klar.

Unterstützung mit Hilfskräften für Verdi eine "Mogelpackung"

Das Sicherheitspersonal am Flughafen klagt schon lange über eine zu hohe Arbeitsbelastung. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi gibt es zahlreiche krankheitsbedingte Kündigungen, Kurzarbeit und zu wenig Personal. Die Lösung mit Hilfskräften wird von Verdi ebenfalls kritisiert: Man habe nichts gegen Unterstützung, "wenn das echte Kontrollkräfte wären, die hier für Entlastung in der Fluggastkontrolle insgesamt sorgen würden", sagte Özay Tarim vom Verdi-Verband Düssel-Rhein-Wupper dem WDR. Was nun passiere, sei eine "Mogelpackung".

In den letzten Monaten war es immer wieder zu langen Wartezeiten am Düsseldorfer Flughafen gekommen, sodass Passagiere teilweise ihre Flüge verpasst haben.