Nach Tumulten und Tränen: Entspannung am Düsseldorfer Flughafen

Nach Tumulten und Tränen: Entspannung am Düsseldorfer Flughafen

Nach dem Chaos mit der türkischen Pegasus-Airline läuft der Betrieb am Düsseldorfer Flughafen wieder planmäßig. Am Samstag waren Flüge ausgefallen, am Freitag musste sogar die Polizei eingreifen, um das große Gedränge zu ordnen.

In der Abflughalle des Düsseldorfer Flughafens läuft der Betrieb wieder planmäßig. Nach Angaben eines Flughafensprechers sollen die für am heutigen Sonntag geplanten sieben Pegasus-Flüge in die Türkei stattfinden. Der zuständige Dienstleister habe für heute ausreichend Personal für die Abfertigung organisiert. 

Flugreisende in Düsseldorf mussten zum Ferienstart viel Geduld mitbringen. Noch am Samstagmorgen zogen sich lange Warteschlangen quer durch den Düsseldorfer Flughafen. Einige Reisende ärgerten sich darüber, viele zeigten aber auch Verständnis, dass es eben dauert, bis zusätzliche Papiere wie ein negativer Corona-Test kontrolliert sind.

Tränen am Check-In-Schalter

Besonderes Augenmerk lag auch am Samstag auf den Schaltern der türkischen Airline Pegasus, wo es schon am Freitag Tumulte gab. Die Fluggesellschaft hatte mehrere Flüge in die Türkei ohne Angabe von Gründen abgesagt. Hunderte Reisende warteten vor nicht besetzten Check-in-Schaltern.

Polizeibeamter mit Passagieren am Düsseldorfer Flughafen

Die Wartenden waren wütend, hier und da flossen auch Tränen. Viele der zumeist türkischstämmigen Reisenden wollten zu ihren Familien, die sie wegen Corona lange nicht mehr gesehen haben. Mitarbeiter der Pegasus-Airline ließen sich allerdings an den Schaltern nicht blicken. Ein Dienstleister der Pegasus-Airline hatte nach Angaben der Gewerkschaft Verdi zu wenig Personal für die Abfertigungen bereit gestellt. Es seien am Morgen einige Mitarbeiter da gewesen, die aber viel zu wenig gewesen seien und deshalb die Arbeit abgebrochen hätten.

Fünf Türkei-Flüge gestrichen

Am Abend hatte sich die Lage am Flughafen dann entspannt. Die Fluggesellschaft fuhr alle betroffenen Fluggäste mit Bussen zu den Flughäfen Frankfurt am Main, Köln, Münster und Paderborn. Von dort aus sollen sie in die Türkei fliegen können. Für Sonntag sind sieben Pegasus-Flüge in die Türkei geplant. Sie sollen planmäßig abheben, habe die Airline angekündigt, so ein Flughafensprecher.

Gewerkschaft bezeichnet Vorgänge als Zumutung

Massive Kritik kommt von Özay Tarim, der für Verdi am Flughafen für das Personal zuständig ist. Die Vorgänge seien eine Zumutung. "Der Ferienstart kommt ja nicht überraschend", sagte er dem WDR. Aus seiner Sicht sei von dem Dienstleister, der für die Airline Pegasus die Abfertigung macht, zu wenig Personal einkalkuliert worden. Özay meint auch, dass es sich der Flughafen zu einfach gemacht habe. Zwar sei sei die Fluggesellschaft in erster Linie zuständig, der Airport hätte aber nach seinen Worten stärker eingreifen müssen, zum Beispiel mit mehr Ansprechpartnern für die Reisenden.

Menschen warten mit Gepäck vorm Schalter Pegasus

Heftige Tumulte

Am Flughafen Düsseldorf war es am Freitag zum Ferienstart zu teils heftigen Tumulten gekommen. Die Bundespolizei musste einschreiten. Durch aufwendige Einreiseregelungen und zu wenig Personal war es zu langen Warteschlangen gekommen.

Zu wenig Schalter geöffnet

Reisende am Düsseldorfer Flughafen am Check-In Schalter auf dem Weg in den Sommerurlaub.

Viele Menschen wollten vom Düsseldorfer Airport direkt am ersten Ferientag in den Urlaub starten - zu viele für offensichtlich zu wenige Abfertigungsschalter. Weil Impfdokumente überprüft werden mussten kam es zu langen Abfertigungszeiten. Bundes- und Landespolizisten halfen beim Checkin aus, dennoch ging es in den Schlangen nur langsam vorwärts.

Tritte gegen den Schalter

Es kam zu Gedränge und teils zu tumultartigen Szenen, weil Passagiere fürchteten, ihren Flug zu verpassen. Einige sollen wütend gegen die Schalter getreten und Dinge heruntergeworfen haben. "Bei den Mitarbeitern herrschte nackte Angst", so der Sprecher der Abfertigungsfirma. Mehrere hätten fluchtartig ihren Arbeitsplatz verlassen, wodurch die Situation noch verschärft worden sei. Die Polizei konnte aber relativ schnell wieder für Ruhe sorgen. Am Ende waren 40 Beamte im Einsatz.

Flüge verschoben

WDR-Reporter Torsten Lenze berichtete, dass Passagiere fünf Stunden auf ihre Abfertigung warten mussten. Die Startzeiten wurden wegen des Abfertigungsstaus teilweise um Stunden nach hinten verschoben.

Am ersten Ferien-Wochenende sollen insgesamt etwa 120.000 Passagiere vom Flughafen Düsseldorf aus in den Urlaub abheben. In Nicht-Corona-Zeiten sind es circa 200.000.

Stand: 04.07.2021, 09:56