Düsseldorfer Flughafen: Anwohner atmen gefährlichen Feinstaub ein

Ultrafeinstaub am Düsseldorfer Flughafen 02:48 Min. Verfügbar bis 23.07.2020

Düsseldorfer Flughafen: Anwohner atmen gefährlichen Feinstaub ein

  • Hohe Mengen Ultrafeinstaub am Flughafen Düsseldorf
  • Forscher sehen Gesundheitsgefahr
  • bisher keine Gegenmaßnahmen geplant

Anwohner rund um den Düsseldorf Flughafen atmen besonders viele gefährliche Ultrafeinstaub-Teilchen ein. Das zeigt eine neue Studie des Landesumweltministeriums, die dem WDR seit Dienstag (23.07.2019) vorliegt, aber noch nicht offiziell veröffentlicht wurde.

Forscher der Hochschule Düsseldorf untersuchten die Luft in Wohngebieten, die an den Flughafen angrenzen – unter anderem in Lohhausen, Kaiserswerth und Stockum. In der Luft fanden sie stark erhöhte Ultrafeinstaub-Werte.

Staubteilchen können Entzündungen auslösen

Ultrafeinstaub ist deutlich kleiner als "normaler" Feinstaub. Die so genannten ultrafeinen Partikel (UFP) sind im Durchmesser kleiner als 100 Nanometer. Sie gelten als besonders gefährlich, weil sie besonders tief in den Körper eindringen können. „Die Partikel sind so klein, dass sie durch das Lungengewebe ins Blut übertreten können“, sagt Umweltmedizinerin Barbara Hoffmann von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

In den Organen könnten diese Staubteilchen Entzündungen auslösen, so Hoffmann weiter. Langzeitstudien zu den Auswirkungen gibt es bisher noch nicht.

Interview mit der Umweltmedizinerin Prof. Barbara Hoffmann, Universität Düsseldorf 06:17 Min. Verfügbar bis 23.07.2020

Flughafen: Keine Pläne gegen Staubbelastung

Da bisher keine Grenzwerte für Ultrafeinstaub festgelegt wurden, gibt es auch keine Sanktionen bei hohem Ausstoß. Der Düsseldorfer Flughafen plant bisher keine Gegenmaßnahmen. Die neue Studie kenne man, sagt Sprecherin Veronika Bappert. „Die Forschung steht da noch ganz am Anfang. Wir beteiligen uns gerne daran.“

Anwohner fordern Grenzwerte

Der Verein "Bürger gegen Fluglärm" aus Meerbusch wünscht sich konkrete Hilfen. "Wir hatten die Studie angestoßen", sagt der Vorsitzende Christoph Lange. "Wir fordern jetzt schnellstmöglich Grenzwerte für Ultra-Feinstaub".

Stand: 23.07.2019, 15:28